ZF setzt auf Eigenfertigung bei E-Motoren: Wichtiges Signal auch für Schweinfurt

Die Entscheidung zugunsten der E-Mobilität bei ZF stärkt auch den Standort Schweinfurt (Foto: Christian Klippel)

ZF produziert E-Motoren und Wechselrichter weiter selbst

Die ZF Friedrichshafen AG hat eine wichtige strategische Entscheidung für ihre Zukunft in der Elektromobilität getroffen: E-Motoren und Inverter sollen weiterhin im eigenen Konzern entwickelt und produziert werden. Damit beendet ZF die Diskussion um einen möglichen externen Zukauf der Schlüsseltechnologien.

Die Entscheidung fiel nach einer umfassenden Sonderprüfung im Rahmen der laufenden Restrukturierung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien. Hintergrund ist die schwächere Nachfrage nach Elektroautos, die die Sparte zuletzt wirtschaftlich belastet hatte.

Bedeutung für den Standort Schweinfurt

Für den Standort Schweinfurt dürfte die Entscheidung eine wichtige Signalwirkung haben. Zwar nennt ZF Schweinfurt in der Mitteilung nicht ausdrücklich, doch der Standort zählt zu den bedeutenden deutschen Zentren des Konzerns im Bereich Antriebstechnologie und E-Mobilität.

Dass E-Motoren und Inverter künftig weiter konzernintern gefertigt werden, stärkt aus Sicht vieler Beschäftigter die Perspektiven für Know-how, Entwicklung und industrielle Wertschöpfung in Deutschland – und damit indirekt auch für Schweinfurt.

ZF betont technologische Souveränität

ZF-Chef Mathias Miedreich bezeichnet die Entscheidung als gemeinsames Ergebnis von Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretung. Ziel sei es, zentrale Kompetenzen im Konzern zu halten und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Nach Angaben des Unternehmens sprachen vor allem diese Punkte für die Eigenfertigung:

  • Sicherung von technologischem Know-how
  • geringere Abhängigkeit von Lieferanten
  • engere Verzahnung von Entwicklung und Produktion
  • wirtschaftliche Vorteile über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg

Weitere Sparmaßnahmen bei ZF notwendig

Trotz der Entscheidung für die Eigenfertigung sieht ZF weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Der Konzern plant zusätzliche Kostensenkungen, mehr Automatisierung sowie strukturelle Anpassungen bei den Personalkapazitäten. Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden, ausgeschlossen werden sie jedoch nicht vollständig.

Die Entscheidung gilt als wichtiger Baustein für die Zukunft der E-Mobilität bei ZF – und als positives Zeichen für deutsche Standorte wie Schweinfurt.

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