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Zahl der Neuinfektionen scheint sich zumindest hier in der Region auf ein gleichmäßiges Niveau einzupendeln – Erste Anzeichen für eine Entspannung

Das Corona-Virus breitet sich zwar weiter aus, eine expotentiale Entwicklung konnte aber voraussichtlich vermieden werden. Foto: Syaibatul Hamdi auf Pixabay

Das Corona-Virus breitet sich zwar weiter aus, eine expotentiale Entwicklung konnte aber voraussichtlich vermieden werden. Foto: Syaibatul Hamdi auf Pixabay

Schweinfurt (red). Das Corona-Virus legt derzeit die deutsche Wirtschaft lahm und die Frage der Frage ist deshalb: „Wie lange wird dieser Zustand noch andauern?“ Das wird davon abhängen, wie lange eine weite Verbreitung des Virus als Krankheitsträger hinaus gezögert werden kann.

Besiegen oder Ausrotten wird man das Virus in absehbarer Zeit ohnehin nicht, sodass das Hauptaugenmerk der politisch Handelnden darauf ausgerichtet ist, die Verbreitung zu Verzögern, um so den Ärzten und Krankenhäusern genügend Zeit für Betreuung und Unterbringung zu geben. Keine Maßnahmen gegen das Virus würde bedeuten, dass sich innerhalb kürzester Zeit die Mehrheit der Bundesbürger anstecken würde, was einen Kollaps des Gesundheitssystems zur Folge hätte. Und Bilder wie aus Italien möchte hier niemand sehen. Eine kontrollierte Zunahme der Infektionen hingegen schafft mit der Zeit freie Kapazitäten, weil inzwischen auch die ersten Corona-Patienten wieder genesen und damit nach Meinung der meisten Virologen zumindest für mehrere Monate erst einmal immun gegen eine Neuansteckung sind.

Deutschland hat etwa 83 Mio. Einwohner und bei einer schnellen Infektion der Mehrheit kann man sich leicht ausrechnen, wieviele Menschen betroffen wären. Da auch in Deutschland etwa fünf Prozent der Betroffenen an dem Virus sterben, würde auch die Todesrate in Millionenhöhe gehen – eine unvorstellbare Katastrofe für dieses Land. Auf ganz Europa bezogen hätte diese Katastrofe ein noch viel stärkeres Ausmaß. Eine Verzögerung der Ausbreitung verschafft aber nicht nur Ärzten und Krankenhäusern mehr Zeit für angemessene Behandlung der Betroffenen, sie schafft auch Zeit zur Findung eines geeigneten Medikamentes und eines Impfstoffs. Wie lange das dauern wird, lässt sich derzeit noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Laborversuche laufen nach Aussage von damit befassten Virologen derzeit schon vielversprechend und erste Testpersonen haben sich bereits immunisieren lassen. Bis Medikamente allerdings in großer Anzahl zur Verfügung stehen kann es noch Monate dauern.

Vor diesem Hintergrund ist für die Leser aus dem Verbreitungsgebiet des Schweinfurrer Anzeigers vor allem die lokale Entwicklung der Ausbreitung des Corona-Virus interessant.

Zu Beginn der Pandemie etwa seit Anfang März setzte sich die Entwicklung im Landkreis Schweinfurt zunächst sehr zögerlich in Gang. Erst am 11. März wurden die ersten beiden Fälle bestätigt.   Bis 15. März waren es dann neun Fälle und bis zum 20. März – dem letzten Tag vor der erweiterten bayernweitern Ausgangsbeschränkung – war die Zahl dann schon auf 39 Fälle empor geschnellt. Allein an jenem Freitag waren neun weitere Neuerkrankungen hinzugekommen. 412 Personen befanden sich zu diesem Zeitpunkt außerdem in Quarantäne.

Seit der erweiterten Ausgangssperre scheinen sich die Zahlen der tägliche Neuerkrankungen  im Landkreis Schweinfurt zu stabilisieren. Bis zum Donnerstag (15 Uhr) erhöhte sich die Zahl insgesamt zwar auf 93, was binnen sechs Tagen eine Zunahme um 54 Personen bedeutet (durchschnittliche tägliche Zunahme in sechs Tagen seit verschäfter Ausgangsbeschränkung also neun Personen). Die durchschnittliche, tägliche Zunahme befindet sich damit aber auf dem Level wie am Tag vor der erweiterten Ausgangssperre. Die befürchtete, expotentielle Zunahme jeden Tag, konnte damit vorerst verhindert werden.

Auch in den Nachbarlandkreisen ist, mit Ausnahme des Landkreises Würzburg, die Anzahl der Infektionen überschaubar geblieben und die Anzahl der täglichen Neuinfektionen haben sich auch dort auf gleichmäßiges Niveau im Durchschnitt eingependelt. Stand Donnerstag, 15 Uhr, waren es in Haßberge 34, Main-Spessart 38, Bad Kissingen 37 und Rhön-Grabfeld 29. Gleichwohl muss immer noch von einer wohl wesentlich höheren Dunkelziffer ausgegangen werden, weshalb auch weiterhin mit steigenden Zahlen zu rechnen ist, zumal bei diesen Zahlen die Anzahl der inzwischen Genesenen nicht abgezogen wird.

Die Chancen auf eine Entspannung für die Hilfsdienste, stehen in der Gesamtbetrachtung gar nicht so schlecht, zumal in den kommenden Tagen vermehrt Genesene aus dem Krankenstand entlassen werden können und frühlingshaftes Wetter keinen guten Nährboden für die Verbreitung des Corona-Virus bietet.

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