Aus der Region, Nachrichten

Wechsel auf Sommerreifen jetzt doch möglich

Kfz-Werstätten dürfen jetzt doch Wechsel auf Sommerreifen vornehmen. Foto: geraldoswald_pixabay

Kfz-Werstätten dürfen jetzt doch Wechsel auf Sommerreifen vornehmen. Foto: geraldoswald_pixabay

Wie die Kfz-Innung Unterfranken mitteilt, gab es eine weitere Lockerung bei den derzeitigen Ausgangsbeschränkungen.
Entgegen den ursprünglichen Anordnungen, ist es den Kfz-Werkstätten nun doch auch Wechsel von Winter- auf Sommerreifen vorzunehmen. Das bayerische Innenministerium hat die entsprechende Passage in ihren FAQs dahin gehend geändert. Zunächst hatte es geheißen, dass ein längeres Fahren auf Winterreifen, auch bei wärmeren Temperaturen, zumutbar sei.
Kfz-Werkstätten waren als systemrelevante Dienstleister ohnehin von den allgemeinen Schließungen ausgenommen, durften aber nicht mehr alle Arbeiten, wie z. B. Schönheitsreparaturen oder eben auch Reifenwechsel durchführen.
Die Kfz-Innung begrüßt das Umdenken, denn Winterreifen können bei heißen Temperaturen durchaus ein höheres Unfallrisiko darstellen.
„Niemand braucht befürchten, dass er auf sein Auto für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Lebensmitteleinkauf verzichten muss“, sagte Roland Hoier, Obermeister der Kfz-Innung Unterfranken. „Trotz Verlängerung der von der bayerischen Staatsregierung ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus stehen unsere Werkstätten der Bevölkerung offen.“
Dabei ist die Situation auch für die Kfz-Innungsbetriebe derzeit eine große und komplexe Herausforderung: Beispielsweise ist stationärer Handel untersagt, der Online-Verkauf aber nicht. Wichtige Reparaturen zur Sicherung der Mobilität, Ersatzteilhandel, Pannenhilfe, Wartung, Hauptuntersuchungen und Fahrzeugübernahme durch Erwerber dürfen durchgeführt werden, aber keine „Schönheitsreparaturen“.
Dennoch haben die bestehenden Restriktionen noch genug Auswirkungen auf die Branche. Hoier weiter: „Das hat für die Betriebe wirtschaftliche Auswirkungen: in Einzelfällen ist bereits jetzt ein Umsatzrückgang von bis zu 90 Prozent zu spüren“. Erschwert wurde die Situation oftmals durch die teilweise komplette Schließung der Kfz-Zulassungsstellen. Tausende auslieferbereite Fahrzeuge überall in Bayern konnten daher nicht zu den Kunden gelangen und verschärften die finanzielle Situation vieler Kfz-Betriebe zusätzlich. „Erfreulicherweise
stellen wir hier jedoch fest, dass in diese Frage Bewegung kommt. Das ist wichtig für unsere mittelständischen Innungsbetriebe, die ums Überleben kämpfen und daher jetzt dringend Umsatz machen müssen, aber auch für Bürger und Wirtschaft, die ihre bestellten und auslieferbereiten Fahrzeuge brauchen“, sagte Obermeister Roland Hoier. Die Kfz-Innung Unterfranken hat die unterfränkischen Landrätinnen und Landräte sowie die Oberbürgermeister von Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt angeschrieben mit der Bitte, die Zulassung von Fahrzeugen trotz der nötigen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz weiter aufrecht zu erhalten. Zusätzlich hatte sich der Landesinnungsverband an die
bayerische Staatsregierung mit der Bitte um Unterstützung gewandt, um die existenzielle Bedrohung
vieler Betriebe zu entschärfen. „Es gibt gute Möglichkeiten, die Zulassungen ohne persönlichen Kontakt abzuwickeln. Denn natürlich hat die Gesundheit aller Priorität“, sagte Obermeister Roland Hoier.
Das gilt natürlich auch in den Kfz-Betrieben: „Schon vor dem Corona-Virus war Sauberkeit immer ein Thema. Jetzt ist Hygiene natürlich besonders wichtig und unsere Kfz-Innungsbetriebe haben weitere Vorkehrungen zur Vermeidung von Infektionen getroffen“, sagte Obermeister Hoier. Die Innungsbetriebe stellen zum Beispiel Desinfektionsmittel zur Verfügung, Fahrzeuge und der Betrieb werden oft gereinigt, es wird viel gelüftet etc. An der Auftragsannahme gibt es nun oft Plexiglasscheiben wie etwa an der Supermarktkasse. Die Betriebe achten darauf, dass der vorgeschriebene Abstand eingehalten
wird, um die Kunden aber auch die eigenen Mitarbeiter zu schützen. Und sehr viele Betriebe bieten zurecht inzwischen einen Hol- und Bringservice an, um die Aufträge der Kunden abwickeln zu können.
„Die Kfz-Meisterbetriebe unserer Innung setzen alles daran, dass die Bürgerinnen und Bürger, die dringend ihr Auto benötigen, dies auch weiter tun können. Und dazu zählt auch, dass unsere Betriebe nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch auf die aktuelle Situation eingestellt sind.“

Kommentare sind geschlossen