Winter-Konjunkturumfrage: Unterfränkische Metall- und Elektro-Industrie weiter unter Druck.
Würzburg, 22. Januar 2026. (CK) Die wirtschaftliche Lage der unterfränkischen Metall- und Elektro-Industrie (M+E) bleibt angespannt. Das zeigt die aktuelle Winter-Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände, die am Donnerstag in Würzburg vorgestellt wurde. Sowohl die Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen haben sich im zweiten Halbjahr 2025 erneut verschlechtert. Ein spürbarer Aufschwung ist nicht in Sicht.
„Im Ausland wird mehr produziert, mehr investiert und es entstehen mehr Arbeitsplätze. Das macht deutlich: Unser Wirtschafts- und Industriestandort ist selbst zum Problem geworden“, erklärt Ingrid Hunger, Vorsitzende von bayme vbm in der Region Main und Spessart. Deutschland verliere zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit – mit gravierenden Folgen für Wertschöpfung und Beschäftigung. „Wir brauchen schnell eine handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“, so Hunger.
Geschäftslage im In- und Ausland deutlich negativ
Besonders kritisch beurteilen die Unternehmen das Inlandsgeschäft. Kein einziges befragtes Unternehmen bewertet die aktuelle Lage als gut. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt hier bei -75,1 Punkten, im Auslandsgeschäft bei -34,3 Punkten. Auch die Erwartungen haben sich gegenüber dem Sommer 2025 deutlich eingetrübt.
„Der damals leicht positive Erwartungssaldo für das Inlandsgeschäft ist wieder klar ins Minus gerutscht – auf -27,6 Prozentpunkte“, erläutert Hunger. Beim Auslandsgeschäft sank der Wert weiter auf -39,4 Punkte. Ein echter Aufschwung sei nicht erkennbar, vielmehr dominiere die Hoffnung, dass sich die Lage nicht weiter verschlechtere.
Produktion, Investitionen und Jobs rückläufig
Auch die Produktionspläne der unterfränkischen M+E-Betriebe zeigen nach unten. Nur knapp 15 Prozent der Unternehmen wollen ihre Produktion steigern, während über 37 Prozent einen Rückgang planen. Die Investitionsbereitschaft im Inland bleibt ebenfalls schwach: Der Saldo der Investitionspläne liegt bei -45,6 Prozent.
„Diese Entwicklung ist schleichend, aber gefährlich. Was einmal an industrieller Substanz verloren geht, kommt nicht so schnell zurück – vor allem dann nicht, wenn politische Rahmenbedingungen weiter belasten“, warnt Hunger.
Besonders sichtbar sind die Folgen bei der Beschäftigung. Rund 21 Prozent der Unternehmen rechnen mit Stellenabbau. Für das laufende Jahr prognostizieren die Verbände einen Rückgang um etwa 2.000 Arbeitsplätze auf rund 86.000 Beschäftigte in der unterfränkischen M+E-Industrie. „Um jeden einzelnen verlorenen Arbeitsplatz ist es traurig“, betont Hunger.
Forderung nach Reformen und klaren politischen Signalen
Mit Blick auf 2026 fordern die Verbände von der Bundesregierung, dass auf Ankündigungen wie die Modernisierungsagenda oder das Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz endlich konkrete und schnelle Maßnahmen folgen. Als größte Baustelle gelten weiterhin die steigenden Sozialversicherungskosten.
„Ohne echte Reformen steigen die Beitragssätze weiter, das Netto vom Brutto sinkt und die Arbeitskosten explodieren. Damit öffnen wir der De-Industrialisierung Tür und Tor“, so Hunger. Es gehe letztlich um die Zukunftsfähigkeit des Standorts. „Die Metall- und Elektro-Industrie ist das Herz der bayerischen Industrie – und die Industrie ist das Herz der bayerischen Wirtschaft.“
Die Umfrageergebnisse machen deutlich: Ohne einen raschen wirtschaftspolitischen Kurswechsel droht der unterfränkischen Metall- und Elektro-Industrie ein weiterer schmerzhafter Abwärtstrend.

