Unfallstatistik 2025: Tempo bleibt größte Gefahr – Polizei setzt 2026 auf Ablenkung
Trotz leicht sinkender Unfallzahlen bleibt überhöhte Geschwindigkeit die häufigste Ursache für schwere Verkehrsunfälle in Unterfranken. Das zeigt die aktuelle Unfallstatistik der Polizei. Gleichzeitig rückt ein weiteres Problem immer stärker in den Fokus: Ablenkung am Steuer.
Weniger Unfälle – aber weiterhin hohe Risiken
Im Jahr 2025 registrierte die Polizei insgesamt mehrere zehntausend Verkehrsunfälle in der Region. Auch wenn die Gesamtzahl leicht zurückging, bleibt die Situation ernst: Viele Menschen wurden verletzt, einige verloren sogar ihr Leben.
Auffällig ist, dass besonders riskantes Verhalten weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Dazu zählen vor allem:
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zu hohe Geschwindigkeit
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Ablenkung durch Smartphones oder andere Geräte
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Alkohol- und Drogeneinfluss
Diese Faktoren sind nach wie vor entscheidend für die Schwere vieler Unfälle.
Warum Geschwindigkeit so gefährlich bleibt
Zu schnelles Fahren ist nicht nur die häufigste Unfallursache – es verschärft auch die Folgen erheblich. Schon wenige km/h mehr können darüber entscheiden, ob ein Unfall glimpflich ausgeht oder schwere Verletzungen verursacht.
Die Polizei betont deshalb: Wer schneller fährt als erlaubt, erhöht das Risiko für sich selbst und andere deutlich.
Ablenkung wird immer größeres Problem
Neben der Geschwindigkeit rückt ein weiterer Faktor zunehmend in den Mittelpunkt: Ablenkung im Straßenverkehr.
Typische Ursachen sind:
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Nutzung des Smartphones während der Fahrt
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Bedienung von Navigationssystemen
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Unaufmerksamkeit im Alltag
Diese scheinbar kleinen Momente können gravierende Folgen haben. Deshalb hat die Polizei das Thema Ablenkung zum Jahresschwerpunkt 2026 erklärt.
Mehr Unfälle mit Pedelecs und Fahrrädern
Ein weiterer Trend zeigt sich bei Unfällen mit Fahrrädern und Pedelecs. Hier ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten.
Gründe dafür sind unter anderem:
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steigende Nutzung von E-Bikes
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höhere Geschwindigkeiten im Vergleich zu klassischen Fahrrädern
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fehlende Erfahrung vieler Nutzer
Die Polizei sieht hier zusätzlichen Handlungsbedarf, insbesondere bei Aufklärung und Prävention.
Polizei setzt 2026 neue Schwerpunkte
Für das Jahr 2026 plant die Polizei verstärkte Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. Dazu gehören:
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gezielte Kontrollen gegen Ablenkung am Steuer
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verstärkte Geschwindigkeitsüberwachung
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Präventionskampagnen für mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr
Ziel ist es, die Zahl schwerer Unfälle weiter zu reduzieren und das Bewusstsein für Risiken zu schärfen.
Was Verkehrsteilnehmer jetzt beachten sollten
Um Unfälle zu vermeiden, rät die Polizei zu einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen:
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Geschwindigkeit anpassen
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Smartphone während der Fahrt nicht nutzen
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ausreichend Abstand halten
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aufmerksam und vorausschauend fahren
Schon kleine Verhaltensänderungen können einen großen Unterschied machen.
Häufige Fragen zur Unfallstatistik und Verkehrssicherheit
Warum ist Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache?
Weil sie sowohl die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls erhöht als auch die Folgen deutlich verschlimmert.
Was gilt als Ablenkung im Straßenverkehr?
Dazu zählt vor allem die Nutzung von Smartphones, aber auch jede andere Tätigkeit, die die Aufmerksamkeit vom Verkehr ablenkt.
Warum steigen die Pedelec-Unfälle?
Vor allem durch die zunehmende Nutzung und höhere Geschwindigkeiten im Vergleich zu normalen Fahrrädern.
Was plant die Polizei für 2026?
Schwerpunktmäßig Kontrollen und Aufklärung zum Thema Ablenkung sowie weiterhin Maßnahmen gegen überhöhte Geschwindigkeit.
Das Polizeipräsidium Unterfranken stellte die Sicherheitsbilanz für das Jahr 2025 vor. In einer Pressekonferenz präsentierten Polizeipräsident Detlev Tolle, Leitender Kriminaldirektor Manuel Rösch und Polizeirat Tobias Rupp Zahlen und Daten der Polizeilichen Kriminal- und Verkehrsstatistik für den Regierungsbezirk.
Rückläufige Kriminalitätsentwicklung in Unterfranken
Das Polizeipräsidium Unterfranken verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 49.012 Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Damit sanken diese im Vergleich zum Vorjahr (2024: 50.196) um 1.184 bekannt gewordene Fälle. Die Aufklärungsquote von 70,1 % im Jahr 2024 stieg für das Berichtsjahr 2025 auf 71,3 %. Sie belegt, wie professionell die Ermittlungsarbeit meiner Kolleginnen und Kollegen ist und mit welch hoher Effektivität sie geführt werden kann. Dabei spielt aber auch die hohe Bereitschaft unserer Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle, sich aktiv durch Meldungen und Zeugenaussagen an der Fallaufklärung zu beteiligen und damit einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit aller zu leisten. Die Häufigkeitszahl, ein aussagekräftiger Indikator, um die Sicherheit in Regionen und Städten vergleichen zu können, sank von 3.817 auf 3.716 (Straftaten pro 100.000 Einwohner) und ist damit auf einem im gesamtbayerischen Vergleich niedrigem Niveau. Die vergleichsweise niedrige Häufigkeitszahl und eine hohe Aufklärungsquote belegen, dass die Menschen in Unterfranken sicher leben und sich auch sicher fühlen können.
Entwicklung in den kreisfreien Städten und Landkreisen
Ein Blick auf die kreisfreien Städte Aschaffenburg und Schweinfurt zeigt, dass die Fallzahlen hier im Jahr 2025 um 13,2 % und 0,8 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. In Würzburg sanken die Straftaten um 10,6 %. Die drei Städte wiesen hierzu eine Aufklärungsquote zwischen 70,9 und 73,4 % auf und liegen mit Blick auf die geklärten Straftaten über dem bayernweiten Durchschnitt. In den Landkreisen Haßberge, Aschaffenburg und Miltenberg nahmen die Fallzahlen im Vorjahresvergleich zwischen 1,8 und 9,0 % zu. Zu einer Reduzierung der Straftaten zwischen 1,8 und 12,8 % kam es in den Landkreisen Main-Spessart, Kitzingen, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld Würzburg und Schweinfurt.
Diebstahlsdelikte stellen größten Anteil der Fallzahlen
Die Deliktgruppe der Diebstahlsdelikte macht mit 13.147 Fällen weiterhin ein Viertel (25,5 %) der Gesamtstraftaten in Unterfranken aus. Schwerpunkte bei den Diebstahlsdelikten sind der Ladendiebstahl mit einem erneuten Zehnjahresmaximum. Hier stiegen die Fallzahlen um 5,5 % auf 4.152 Fälle.
Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in Unterfranken stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 16,2 % auf 395 Fälle an und liegt damit auf dem dritthöchsten Zehnjahreswert. Bayernweit ist für 2025 ein Fallzahlenanstieg um 5,6 % zu verzeichnen. In 158 Fällen (40,0 %) blieb es bei versuchten Wohnungseinbrüchen. Insgesamt konnten 93 Tatverdächtige ermittelt werden. Die Aufklärungsquote lag bei 23,5 %. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug 62,4 %. Der Beute- und Sachschaden stieg um 30,3 % auf 2,97 Mio.
Entwicklung einzelner Deliktfelder
Im Bereich der Vermögensdelikte mit Blick auf Fälle mit Tatort in Unterfranken wurde im Jahr 2025 ein Anstieg um 28,2 % (+2.542) festgestellt. Hierunter stellt der Betrug knapp 79 % der einschlägigen Fallzahlen. Bei den Callcenter–Betrugsdelikten, die eine Teilmenge der Vermögensdelikte darstellen, ist eine Steigerung im Jahr 2025 um 1,2 % auf 1.241 Fälle festzustellen. Bei den Vollendungen hingegen ergab sich ein Rückgang um 16,5 % auf insgesamt 198 Fälle. Der Vermögensschaden erhöhte sich von 3,1 Millionen Euro auf 3,8 Millionen Euro. Die häufigsten Begehungsweisen waren falsche Polizeibeamte (828 Fälle), Schockanruf (183 Fälle), Enkeltrick (158 Fälle) und falsche Bedienstete (133 Fälle).
Die unter Gewaltkriminalität zusammengefassten Delikte sanken im Berichtsjahr um 1,0 % auf 1.844 Fälle und erreichten den zweithöchsten Zehnjahreswert. Die Aufklärungsquote stieg und liegt in dieser Deliktgruppe bei nunmehr 87,7 %. Mit rund 80,4 % stellen die Straftaten der gefährlichen Körperverletzung den Hauptteil mit 1.483 Fällen dar. Weitere rund 11 % stellen Raubdelikte in dieser Gruppe dar. Bei den Straftaten gegen das Leben (Mord und Totschlag) wurden 2025 38 Straftaten registriert. Das sind zwei Fälle weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 5,0 % entspricht.
Entwicklungen in Bezug auf Tatverdächtige
Die unterfränkische Polizei konnte im Jahr 2025 23.712 Tatverdächtige ermitteln. Der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen stieg auf 80,2 % (80,0 %) an, wohingegener Anteil der tatverdächtigen Kinder stieg auf 4,1 % (3,8 %), der der tatverdächtigen Jugendlichen sank auf 8,3 % (8,4 %). Der Anteil der Heranwachsenden sank ebenfalls auf 7,4 % (7,9 %) der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen.
Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg im Berichtsjahr von 8.903 auf 9.235 Verdächtige an. Diese stellen damit rund 38,9 % der Gesamtzahl der Tatverdächtigen.Die Anzahl der tatverdächtigen Zuwanderer, als Teilgruppe der nichtdeutschen Tatverdächtigen sank von 4.000 auf 3.401 Verdächtige. Diese stellen somit 14,3 % der Gesamtzahl der Tatverdächtigen.
Jahresschwerpunkt 2025 „Fahrtüchtigkeit“
Das Polizeipräsidium Unterfranken entschied sich für das Jahr 2025, nicht zuletzt wegen der Teil-Legalisierung von Cannabis und die damit verbundene Anhebung der THC-Grenzwerte im Straßenverkehr, die Thematik „Fahrtüchtigkeit“ als Jahresschwerpunkt auszurufen. Die Dienststellen des Polizeipräsidiums Unterfranken verzeichneten im Jahr 2025 insgesamt 3.884 Anzeigen in diesem Zusammenhang. Wie bereits im Vorjahr wurden auch 2025 mehr Drogenfahrten als Alkoholfahrten festgestellt. Umgekehrt verhält es sich jedoch bei den Verkehrsunfällen mit beeinträchtigten Verkehrsteilnehmern: Sowohl die Zahl der erfassten Verkehrsunfälle als auch die Zahl der Verletzten und Getöteten bei Alkoholunfällen übersteigt jene bei Drogenunfällen.
Im Bereich der Fahrten unter Alkoholeinfluss nahm die Zahl der folgenlosen Trunkenheitsfahrten mit 1.789 (1.837) Verkehrsunfällen leicht ab. Bei insgesamt 482 (499) Alkoholunfällen verletzten sich 284 (257) Menschen und 4 (6) verloren ihr Leben.
Das Polizeipräsidium Unterfranken wird im Jahr 2026 die Fahrtüchtigkeit auch weiterhin verstärkt in den Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit stellen. Somit können sich die Verkehrsteilnehmer auf weiterhin zunehmende Verkehrskontrollen auf unterfränkischen Straßen einstellen. Ziel ist es dabei, rücksichtslose Fahrer, die sich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ans Steuer setzen und damit das Leben oder die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer gefährden, aus dem Verkehr zu ziehen.

