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Überall werden die helfenden Hände gebraucht

Foto (Helmut Müller): Das Gruppenfoto zeigt (vorne, v. li.): Helmut Müller (Ehrenvorsitzender), Heinz Göbel, Norbert Rudloff, Reiner Platz und Günter Hornung, die beiden „Vorarbeiter“, sowie Bürgermeister Ulrich Werner. 2. Reihe v. links: Erich Knoblach, Heinz Reinhart, Hermann Ripperger, Erwin Rudloff, Roland Zahl, Gerd Hüsam. Hintere Reihen v. links: Werner Botschek, Hans Hadasch, Willi Pöllath, Egon Amrhein, K.H. Hartmann, Manfred Bauer, Reinhard Götz, Rudolf Göb und Ewald Krückel.

Senioren des TSV-Bergrheinfeld leisteten 2019 ehrenamtlich 1880 Arbeitsstunden

In den Rezessionsjahren Anfang 1990 wurden viele Beschäftigte in die Frührente versetzt. Um körperliche Fitness zu erhalten, gründete der inzwischen schon verstorbene, ehemals sehr erfolgreicher Leichtathlet Heiner Schmitt, die Gymnastikgruppe „Senioren 50+“. Doch nicht nur Bewegung stand auf dem Programm, auch sollten im geringen Umfang Reinigungs- und Pflegearbeiten an den Sportanlagen übernommen werden.

Im Jahr 2005/06 stand dann ein Mammutprogramm an. Ein neues Sportzentrum wurde gebaut. Aus Kostengründen war viel an Eigenleistung zu erbringen. So waren schnell die Handwerkstalente der Jungrentner erkannt, die sich bei der Erstellung des Neubaus wirkungsvoll einbrachten.
Die fleißige und genaue Arbeitsweise der Rentnergruppe ist auch dem damaligen Vorstand, Helmut Müller nicht entgangen. Nach der Fertigstellung und der Übergabe des Sportzentrums holte er sich immer wieder das Fachwissen der Rentner bei Störungen an den technischen Anlagen ein. Doch das war zuerst nicht so einfach, da die ganze Haustechnik inzwischen computergesteuert läuft. Doch auch hier zeigten einige der Rentnertruppe großen Wissensdurst und lösten auch dieses Problem.

So wurden Wartungslisten, Instandhaltungspläne, Funktionspläne, Ersatzteil- und Prüflisten erstellt, um die Technik in den Griff zu bekommen.
Ein fester Arbeitstag pro Woche wurde eingeführt. Die Arbeitsfülle nahm so zu, dass für jede Woche ein Arbeitstag eingeführt wurde.
Speziell im Gaststättenbereich waren Änderungen nötig, bei denen die Rentner zum Einsatz kamen.
So war aus Kapazitätsgründen für die Küche eine Kühlzelle zu bauen, das Stuhllager musste daher verlegt werden, der Kühlraum im Küchenbereich war entsprechend Behördenauflagen zu ändern, das Kühlhaus im Kellerbereich war aus Effizienzgründen zu verkleinern. Und immer wieder stehen Reparaturarbeiten an den Großküchen-Geräten an.
Weitere größere Arbeiten, wie die Terrasse mit einem Plexiglas-Dach zu versehen, am Sportplatz das Dach der Gerätehalle zu erneuern und ein Carport anzubauen und ähnliche Projekte wurden und werden von den Speziallisten der Sportgruppe selbstständig und eigenverantwortlich erledigt.

Übers Jahr verteilt sind im Grünbereich Mäharbeiten, Rasenbewässerung, Baum- und Heckenpflege, Reinigungsaufgaben, Müllentsorgung und viele Aufgaben mehr zu verrichten. Auch Wartungsarbeiten, beispielsweise an Rasenmähern oder den Brunnenpumpen zur Bewässerung der Rasenfelder und Tennisplätze, werden ausgeführt. Im Herbst sind diese Wasserleitungen frostsicher zu entleeren.
Die wöchentliche Sportbodenpflege der Turnhalle übernimmt ebenfalls eine Kollegengruppe.
Dazu kommen Ausrichtungen von Jahresfesten, wie der Bau eines Faschingswagen, der Kiwi- Cup, die Sonnwendfeier, die Kirchweih oder die Weihnachtsfeier. Überall werden die helfenden Hände der Rentner gebraucht.
Für das Jahr 2019 wurden erstmals die Arbeitsstunden festgehalten, die die Rentnergruppe für all die angefallenen Arbeiten erbrachte. Die stattliche Zahl von 1880 Arbeitsstunden kam heraus, die durchaus auch als Jahresmittel der vergangenen Jahre angesehen werden kann.

Zudem gibt es eine gesonderte Rentnergruppe, die die Pflege der Fußball- und Kunststoffrasenfelder mit Mäharbeiten, Düngung, Bewässerung und Reinigung übernimmt. Diese Arbeitsstunden sind in der gesamten Summe nicht erfasst.
Für die Senioren ist es eine soziale sowie sinnvolle Aufgabe, einen kleinen Teil ihrer Freizeit dem Verein zu opfern, um der heranwachsenden Jugend beste Voraussetzungen zum Sportbetrieb zu ermöglichen. Von der Vorstandschaft werden ihre Tätigkeiten wertgeschätzt und bei jeder Veranstaltung hervorgehoben.
In absehbarer Zeit steht aus Altersgründen ein Umbruch bevor. Mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren werden alters- und krankheitsbedingt die langjährigen vereinstreuen Helfer weniger.
Nach Aussage der Vorstandschaft bildet sich z.Z. eine junge Rentnergruppe, die die Aufgaben nahtlos übernehmen soll.

Auch nach all den Jahren ehrenamtlicher Arbeit ist der Grundgedanke der Gründerzeit – wer rastet der rostet – gegenwärtig. Die Gymnastikgruppe besteht heute aus 33 TSV Mitgliedern, von denen noch 15 Rentner ehrenamtlich tätig sind, die von Günter Hornung betreut werden.
Jeden Mittwoch von 15.00 Uhr bis 16.30 Uhr stehen Gymnastikübungen auf dem Programm. Nach fachlicher Anleitung der drei Vorturner werden altersgerechte Dehn-, Bewegungs- und Kräftigungsübungen durchgeführt und anschließend noch Kopf-Fuß- Fußball gespielt.
Natürlich kommt danach die Geselligkeit der Seniorengruppe im Sportheim nicht zu kurz.
In den Sommerferien finden Fahrradtouren, Wanderungen und auch mal Städtereisen statt.

Die Seniorengruppe würde sich über Neuzugänge freuen.

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