Lernort Jugendherberge: Bildung, Alltag und soziale Kompetenzen
Niederschwelliger Zugang zu Bildung sichert die Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen. Jugendherbergen sind zugleich sichere Orte für nachhaltige Lern- und Gemeinschaftserlebnisse.
Außerschulische Lern- und Begegnungsorte mit Wirkung
„Jugendherbergen sind für gelingende Biografien junger Menschen unverzichtbar, denn sie fördern Bildungsgerechtigkeit und eröffnen Teilhabechancen“, erklärt Daniel Sautter, neuer geschäftsführender Vorstand im Jugendherbergswerk Bayern. Er selbst hat seine beruflichen Wurzeln in der verbandlichen Jugendarbeit.
Außerdem betont er: „Am ‚Internationalen Tag der Jugend‘ wollen wir auf die Potenziale unserer Häuser hinweisen. Sie bieten pädagogisch gestaltete, sichere und geschützte Räume sowie Bildungsangebote, die sich an der Lebenswelt junger Menschen orientieren. Im Rahmen von Schul- oder Gruppenfahrten erwerben Kinder und Jugendliche nicht nur Wissen, sondern üben auch Alltagskompetenzen und entwickeln ihre Persönlichkeit.“
Historische Wurzeln und langfristige Ziele
1999 erklärten die Vereinten Nationen den 12. August zum „Internationalen Tag der Jugend“. Er soll an die Bedeutung der Jugendphase erinnern und auf die besonderen Bedürfnisse junger Menschen aufmerksam machen.
Die Grundprinzipien der Jugendherbergen reichen jedoch deutlich weiter zurück. Bereits in der Satzung des DJH Bayern aus den 1950er Jahren heißt es:
„Zweck des Jugendherbergswerks ist die Förderung der Erziehung und Bildung junger Menschen. Vor allem soll die individuelle und soziale Entwicklung gestärkt, die Verbundenheit mit Heimat, Natur und Umwelt vertieft, die Begegnung verschiedener Kulturen ermöglicht und zur Verständigung der Völker beigetragen werden.“
Auftrag und Umsetzung in der Gegenwart
Diesen Zielen folgt das DJH Bayern bis heute – sowohl in seiner demokratischen Grundhaltung als auch durch seine Angebote. Derzeit stehen rund 2.500 pädagogische Programme für Schulklassen, Jugendgruppen und Familien bereit. Dadurch tragen die Jugendherbergen wesentlich zu gelingenden Bildungs-, Berufs- und Lebenswegen bei.
Sautter fasst zusammen: „Wir wollen kein Kind und keinen Jugendlichen zurücklassen. Deshalb setzen wir auf Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. Der Schlüssel dazu liegt in der Verbindung von schulischem Lernen und außerschulischer Bildung. So entwickeln junge Menschen Wertebewusstsein, demokratisches Verständnis und den Willen, aktiv zum Gemeinwohl beizutragen.“
Einsatz für eine moderne Jugend- und Bildungspolitik
Das DJH Bayern engagiert sich für eine Politik, die junge Menschen ernst nimmt, ihnen Mitgestaltung ermöglicht und alle Herkunfts- sowie Statusgruppen einbezieht. Zudem vernetzt es sich global, um Ideen und Methoden auszutauschen.
Seine praxisorientierten Programme decken Themen wie Werte- und Demokratieerziehung, politische Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung ab. Damit leisten die bayerischen Jugendherbergen einen direkten Beitrag zu einer starken Zivilgesellschaft.
Über den Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH)
Der gemeinnützige Landesverband Bayern betreibt aktuell 47 Jugendherbergen (35 in Eigenregie, 12 gemeinsam mit Partnern wie Kommunen oder Verbänden). Seit seiner Gründung verfolgt er ein klares Ziel: Jungen Menschen – unabhängig von Herkunft oder sozioökonomischem Status – soll ermöglicht werden, die Welt zu entdecken, Gemeinschaft zu erleben und ihren Horizont zu erweitern.
Darüber hinaus bieten die Jugendherbergen abwechslungsreiche, lebensweltorientierte Programme in den Bereichen soziales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Kultur und Sport. Heute sind im Jugendherbergswerk rund 2,4 Millionen Menschen organisiert.

