Stadtrat Schweinfurt genehmigt Prüfung der Umbaupläne
Der Stadtrat von Schweinfurt hat beschlossen, die geplanten Veränderungen an der Stadtgalerie genauer zu prüfen. Konkret wurde dem Antrag des Betreibers zugestimmt, einen neuen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu untersuchen.
Parallel dazu wird ein Gutachten erstellt. Dieses soll klären, ob die geplante Revitalisierung der Stadtgalerie Schweinfurt negative Auswirkungen auf die Innenstadt haben könnte.
Händler äußern große Sorgen um die Innenstadt
Die Diskussion sorgte erneut für deutliche Spannungen im Stadtrat. Zahlreiche Händlerinnen und Händler aus der Schweinfurter Innenstadt verfolgten die Sitzung von der Besuchertribüne aus.
Bereits im Vorfeld hatten sie bei einer Protestkundgebung sowie bei der Jahresversammlung der Werbegemeinschaft „Schweinfurt erleben“ ihre Bedenken deutlich gemacht. Viele fürchten, dass die neuen Konzepte der Stadtgalerie Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen könnten.
20 Millionen Euro Investition geplant
Der Betreiber der Stadtgalerie – ein deutschlandweit tätiger Immobilienfonds – plant, rund 20 Millionen Euro in den Standort zu investieren.
Hintergrund: Von ursprünglich rund 100 Geschäften bei der Eröffnung im Jahr 2009 steht aktuell fast die Hälfte leer. Gründe dafür sind unter anderem strukturelle Veränderungen im Einzelhandel, insbesondere durch den wachsenden Onlinehandel.
Neue Nutzungskonzepte für die Stadtgalerie
Der bestehende Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 2006 und soll nun angepasst werden. Geplant sind unter anderem:
- Medizinischer Bereich (bis zu 1.800 m², z. B. Arztpraxen und Physiotherapie)
- Kindertagesstätte (bis zu 1.500 m²)
- Freizeitangebote (bis zu 2.500 m²)
- Verkaufsflächen für Sportartikel (bis zu 2.500 m²)
- Verkaufsflächen für Spielwaren (bis zu 2.200 m²)
Diese Maßnahmen sollen die Attraktivität der Stadtgalerie Schweinfurt langfristig steigern. Zweifelsohne hat ein überarbeitetes Nutzungskonzept eine deutliche Attraktivitätssteigerung der Stadtgalerie zur Folge. Das sind auch Chancen für Schweinfurt. So würden besonders die Landkreise Bad Kissingen, Rhöngrabfeld und Haßberge neue Impulse bekommen, nach Schweinfurt zum Shoppen zu kommen. Holger Laschka, Vorsitzender von „Schweinfurt Erleben“ sieht aus dem Grund auch mehr Chancen für die gesamte Stadt als Risiken.
Kritik: „Nicht dem Investor verpflichtet“
Besonders scharfe Kritik hingegen kam von Ulrike Schneider (Zukunft./ödp). Sie bemängelte unter anderem den Zeitpunkt der Entscheidung durch den alten Stadtrat. Bereits am Freitag vor der Sitzung hatte sie die Inhaber vieler Geschäfte in Innenstadtlage eingeladen, um ihnen ihre Sicht zur Situation zu vermitteln. Die Sorgen würden nicht ausreichend beachtet bei den Plänen zur Stadtgalerie. Auch die Tatsache, dass Gewerbesteuern von den Innenstadtgeschäften dringend benötigt würden, um die Haushaltssituation nicht noch mehr zu verschärfen, könne unter den Tisch fallen, so Schneider.
Inhaltlich stellte sie die gesamte Planung infrage. Ihrer Ansicht nach könnten die Maßnahmen der Innenstadt schaden. Sie betonte, dass die Stadt nicht den Interessen eines Investors dienen dürfe, sondern dem Gemeinwohl verpflichtet sei.
Unterstützung erhielt sie von Vertretern der Freien Wähler, SPD und Linken. Vor allem die geplanten Arztpraxen wurden kritisch gesehen, da sie möglicherweise bestehende Angebote in der Innenstadt schwächen könnten.
Zustimmung von CSU und Grünen
Anders bewerteten CSU und Grüne die Situation. Sie sehen in den Plänen eine notwendige Chance für die Zukunft des Standorts.
Der CSU-Fraktionsvorsitzende Florian Dittert betonte, dass sich der stationäre Handel verändern müsse. Der größte Wettbewerber sei der Onlinehandel.
Sein Fazit: Eine Weiterentwicklung der Stadtgalerie sei entscheidend, um Leerstand zu vermeiden und die wirtschaftliche Stabilität in Schweinfurt zu sichern.
Seine Parteikollegin Stefanie Stockinger-von Lackum sieht ebenso positive Veränderungen in der Stadt seit Eröffnung der Stadtgalerie. Die positive Veränderung der Rückertstraße erwähnte sie explizit.
Fazit: Zukunft der Stadtgalerie bleibt umstritten
Die Diskussion um die Stadtgalerie Schweinfurt zeigt deutlich: Es geht um mehr als nur ein Einkaufszentrum. Es geht um die Zukunft der gesamten Innenstadt.
Während Investitionen und neue Nutzungskonzepte Chancen bieten, bleibt die Sorge vieler Händler bestehen. Das kommende Gutachten wird daher eine entscheidende Rolle für die weiteren Schritte spielen. Bezahlen muss dieses der Antragsteller, so, dass der Stadt hier keine Kosten entstehen.




