Tyczka investierte 20 Millionen Euro im Hafen
Mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung hat Tyczka Hydrogen ihre neue Wasserstofftankstelle im Hafen von Schweinfurt offiziell in Betrieb genommen. Die Tankstelle bildet einen zentralen Baustein des entstehenden Wasserstoff-Hubs der Tyczka Gruppe in der Region. Zur Feier des Tages war Bayerns unermüdlicher Wasserstoffförderer Hubert Aiwanger nach Schweinfurt gereist, um den obligatorischen Banddurchschnitt persönlich vorzunehmen.
Dem bayerischen Wirtschaftsminister war dabei durchaus auch eine Portion Genugtuung anzumerken, als er von den vielen Elfmetern sprach, die Deutschland in schöner Regelmäßigkeit vergebe. Erst jetzt, wo China bereits veritable Ergebnisse im Umgang mit Wasserstoffmobilität vorweisen könne, treffe auch Deutschland das Tor. Der neue Wasserstoff-Hub in Schweinfurt sei dabei der Anschlusstreffer zur Aufholjagd.
Wasserstoff mobilisiert und polarisiert
Wasserstoff mobilisiere und polarisiere, führte er weiter aus, und sprach damit die teils erbitterte Gegnerschaft an, die nicht müde werde, Wasserstoff schlechtzureden. Dabei sei Wasserstoff keine Konkurrenz zur E-Mobilität, sondern eine wirkungsvolle Ergänzung. Auch das Hauptargument, nämlich dass der zur Umwandlung nötige Strom doch gleich in eine Batterie fließen könne, widerlegte Aiwanger: Zur Umwandlung werde nur Strom verwendet, der bei Überkapazitäten andernfalls teuer vernichtet oder verschenkt werden müsse. Die dadurch gewonnenen Wasserstoffkapazitäten stünden dann immer zur Verfügung, wenn der Bedarf vorhanden sei.
Frank Götzelmann, Sprecher der Geschäftsführung der Tyczka Unternehmensgruppe, ergänzte, dass dabei ausschließlich „grüner“ Strom verwendet werde. Das könnten E-Autos, die nachts bei Windstille geladen würden, nicht garantieren. Der Wasserstoff-Hub in Schweinfurt werde die zur Umwandlung nötige Elektrolyse vor Ort selbst durchführen und als Verteilzentrum die Region beliefern. Götzelmann betonte außerdem, dass jeder Euro an Förderung gut angelegt sei, denn er löse in der Privatwirtschaft einen Synergieeffekt von 2,50 Euro aus.
Investition in Höhe von 20 Millionen Euro
Thomas Zorn, Leiter des Bereichs Wasserstoff bei Tyczka, berichtete von einer Investition in Höhe von 20 Millionen Euro, die mit fünf Millionen Euro vom Freistaat gefördert werde. Gerade werde die sechste Tankstelle gebaut, vier davon stünden in Bayern, das auch in diesem Bereich ökologischer Vorreiter in Deutschland sei. In Schweinfurt könnten künftig jährlich 600 Tonnen Wasserstoff produziert werden. Das reiche für 100 Lkw, die damit jeweils 100.000 Kilometer fahren könnten.
Oberbürgermeister Ralf Hofmann begrüßte die Initiative und freute sich, dass diese zukunftsweisende Technologie in Schweinfurt Fuß fassen konnte. Mit einem eigenen Gebäude trägt nun auch die THWS Schweinfurt aus wissenschaftlicher Sicht ihren Teil zur Weiterentwicklung bei. Damit seien beste Voraussetzungen für mutige Investoren und Partner geschaffen, um gemeinsam den Weg aus der Krise zu beschreiten. Sein Dank galt allen politischen Fraktionen, die gemeinsam mitgeholfen hatten, die Förderung für den Wasserstoff-Hub nach Schweinfurt zu lenken.
Symbolische Erstbetankung
Im Anschluss erfolgte die symbolische Erstbetankung des MAN hTGX, die den offiziellen operativen Start der Tankstelle markierte.
Bereits im Juli 2025 hatte Tyczka Hydrogen mit dem symbolischen Spatenstich den Bau der Tankstelle eingeleitet. Die nun eröffnete Anlage ist für den 24/7-Betrieb ausgelegt und kann bis zu 1.000 Kilogramm Wasserstoff pro Tag bei 350 und 700 Bar abgeben. Damit ist sie für alle gängigen wasserstoffbetriebenen Straßenfahrzeuge geeignet, mit besonderem Fokus auf Nutzfahrzeuge wie Lkw, Busse oder kommunale Fahrzeuge.

