Aus der Region, Nachrichten

Schweinfurt im 20. Jahrhundert

Foto: SPD Ortsverein Hochfeld Deutschhof Steinberg Haardt

Foto: SPD Ortsverein Hochfeld Deutschhof Steinberg Haardt

Über 100 Zuhörer wollten erfahren, was sich in Schweinfurt im 20. Jahrhundert getan hat. Schweinfurtforscher Peter Hofmann hat ca 200 Fotos zusammengestellt, die mal überraschend, mal erschreckend das Leben vor Ort in den letzten einhundert Jahren zeigten. Dass Schweinfurts Spitalstraße mal Adolf-Hitler-Straße hieß und der Mob hier unter wehenden Nazifahnen vor dem Rathaus marschierte, bekamen die Zuhörer im Rahmen der vom SPD-Ortsverein Hochfeld Deutschhof Steinberg Haardt ausgerichteten Veranstaltung ebenso demonstriert wie Aufnahmen der seinerzeitigen Nazi – Widerstandsgruppe Eiserne Front, in deren Tradition sicher “Schweinfurt ist bunt” um die SPD – Oberbürgermeisterkandidatin Marietta Eder steht.

Ein eigener Schweinfurter Geldschein im Wert von 500 Milliarden Reichsmark während der Inflationsphase im Jahr 1923 überraschte die gespannten Zuhörer ebenso, wie erschreckende Luftbildaufnahmen vom Bombenangriff über Schweinfurt aus dem Jahr 1943/44.

Bei seinen ersten Besuchen in Schweinfurt sah sich Diktator Adolf Hitler noch Unmut und sogar Steinwürfen gegenüber, später stand aber ein großer Teil der Stadtbevölkerung dem Rest des Landes in punkto Hetze gegen Juden und Verfolgung von Andersdenkenden leider in nichts nach. Dass dieses Thema traurige Aktualität hat, davon zeugte die Trauerminute, die von Marietta Eder für die Opfer des Anschlags auf die Synagoge in Halle, aufgerufen wurde.

Das alte Gewerkschaftshaus in der Luitpoldstraße wurde übrigens von den Nationalsozialisten einfach gekapert. Die Eröffnung desWilly-Sachs-Stadions nutzen später Nazigrößen wie Himmler und Göhring zum Schaulaufen. “Das angeblich 1000-jährige Reich hinterließ nichts als Trümmer”, sagte Referent Peter Hofmann. In der Tat war das Ausmaß an Zerstörung, das die Bilder von Schweinfurt um 1945 zeigten erschreckend und erinnert an die heutigen Zustände in Syrien.

Nach dem Krieg kam es unter den Stadtoberhäuptern Ignaz Schön und Georg Wichtermann (beide SPD) zum Wiederaufbau der Stadt unter anderem mit dem Sommerbadbau und der Wohnschreibe, der Schaffung des Wohngebietes Deutschhof, dem Umzug des Wildparks und dem Sprung über den Main. In jüngerer Zeit seien vor allem laut Hofmann der Bau des Museums Georg Schäfer sowie der Umbau des Ernst-Sachs-Bades zur Kunsthalle erwähnenswert.
Marietta Eder bat bei ihrem Schlusswort darum, sich lautstark für unsere Demokratie und Weltoffenheit einzusetzen. Der geschichtliche Überblick habe deutlich gemacht wohin rechtsradikale Gesinnung führe: in Untergang, Zerstörung und große Not und Verzweiflung!

Kommentare sind geschlossen