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Schwarze Walnüsse fallen zu früh

Foto von befallenen Walnüsse am Baum (Foto: Brigitte Goss)

Im Landkreis Schweinfurt fallen vielerorts die Walnüsse frühzeitig

Landkreis Schweinfurt. Die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, Brigitte Goss, ist Anlaufstelle für die Gartenprobleme im Landkreis Schweinfurt. In den vergangenen Wochen häuften sich Anfragen zu befallenen Walnüssen. Dieses Pflanzenproblem ist in jener Ausprägung neu und lässt sich auf die vergangenen Jahre mit warmen und trockenen Sommern und milden Wintern zurückführen.

In vielen Orten des Landkreises haben die Walnussbäume zwar den Spätfrostschaden Mitte Mai gut überstanden, doch viele Nüsse fallen nun schwarz gefärbt zu Boden. Für die Schäden an den Walnüssen können drei unterschiedliche Schadorganismen verantwortlich sein: Die Pilzerkrankung Marssonina, der Bakterienbrand oder die Walnussfrucht- bzw. die Walnussfruchtschalenfliege.

So sehen die befallenen Früchte von innen aus (Foto: Brigitte Goss)

Die Walnussfruchtfliege ist ein relativ neuer Schädling, der sich vom Untermain weiter gen Norden ausbreitet. Wenn sich weiße Maden in der Fruchtschale befinden, ist der Befall eindeutig. Die Fliege hat die Größe einer Stubenfliege und schwarz-weiß gefärbte große Flügel. Die Walnussfliegenweibchen legen ab Juli ihre Eier unter die Haut der grünen Fruchtschale der Walnuss. Die geschlüpften Maden ernähren sich vom Fruchtfleisch. Daraufhin verfärbt sich die Schale schwarz und die Früchte fallen frühzeitig zu Boden. Die ausgewachsenen Maden graben sich dann einige Zentimeter in die Erde, verpuppen sich dort und überwintern. Im Juli des nächsten Jahres schlüpfen die Fliegen und der Zyklus beginnt von neuem. Allerdings können die Puppen durchaus auch vier Jahre im Boden überdauern.

Abgefallene Früchte sofort auflesen und NICHT auf den Kompost
Eindämmen kann man die Walnussfruchtfliege, indem die abgefallenen Früchte sofort aufgelesen und vernichtet werden. Sie dürfen aber in keinem Fall auf den Kompost. Wird der Boden in der Zeit von Juli bis September mit einer Folie abgedeckt, verhindert man das Eindringen der Maden in den Boden. Vögel, Laufkäfer sowie Laufenten und Hühner sind Gegenspieler des neuen Schädlings. Gelbtafeln eignen sich dagegen als Bekämpfungsmaßnahme nicht. Werden sie ab Juni in den Baum gehängt, dienen sie lediglich zur Schädlingskontrolle.

Die Nuss bleibt in der Regel zwar unversehrt, allerdings sind die Qualität, der Geschmack und der Ölgehalt stark beeinträchtigt. Die äußere Schale der Nuss ist zudem schwarz und schmierig und lässt sich schlecht von der Nuss lösen, so dass die Ernte zu einer unangenehmen Angelegenheit wird. Um die Nüsse von der glitschigen Schicht zu befreien, ist es ratsam, sie in offene Kisten zu legen und mit einem Hochdruckreiniger abzubrausen.

Handelt es sich bei dem Befall um die Pilzerkrankung Marssonina oder den Bakterienbrand, sind zusätzlich auch die Blätter geschädigt. Durch das diesjährige teilweise feuchte Klima bei mäßigen Temperaturen hatten beide Schadorganismen in unserer Region ebenfalls gute Entwicklungsbedingungen. Eine eindeutige Diagnose und eine wirkungsvolle Bekämpfung sind in beiden Fällen schwierig. Diese Krankheitserreger sind nur durch Hygienemaßnahmen einzudämmen. Deshalb empfiehlt die Kreisfachberaterin, jetzt alle abfallenden Pflanzenteile des Walnussbaums sorgfältig und regelmäßig zu entfernen. Dies ist zum derzeitigen Zeitpunkt die einzige Möglichkeit, die weitere Ausbreitung der Schadorganismen aufzuhalten.

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