Großkontrolle am Roßmarkt: Ein Mann verurteilt, ein weiterer in Untersuchungshaft

Foto: Polizei Bayern (Symbolbild)

SCHWEINFURT / INNENSTADT. Polizei und Justiz haben die Sicherheit in der Schweinfurter Innenstadt weiter fest im Blick. Am Mittwochabend führte die Polizei Schweinfurt gemeinsam mit Kräften der Bereitschaftspolizei eine gezielte Großkontrolle am Roßmarkt durch.

Dabei wurden mehrere Personen überprüft. Zwei Männer im Alter von 21 und 26 Jahren, beide algerische Staatsangehörige, gerieten ins Visier der Beamten und wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie besteht der dringende Verdacht des gewerbsmäßigen Umgangs mit Cannabis. Insgesamt stellten die Einsatzkräfte rund 50 Gramm des Betäubungsmittels sicher.

Untersuchungshaft und Freiheitsstrafe schon am Folgetag

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wurden die beiden Tatverdächtigen am Folgetag dem Amtsgericht Schweinfurt vorgeführt. Gegen den 21-Jährigen wurde Untersuchungshaft angeordnet. Der 26-Jährige wurde im beschleunigten Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Beide Männer befinden sich inzwischen in Justizvollzugsanstalten.

Für die Schweinfurter Polizei hat die Sicherheit im Innenstadtbereich weiterhin hohe Priorität. In engem Austausch mit Anwohnern, Gewerbetreibenden und der Stadt geht sie Hinweisen aus der Bevölkerung konsequent nach und intensiviert ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität.

Hintergründe zu den Drogendelikten in der Sicherheitsbilanz 2025

Die Sicherheitsbilanz 2025 des Polizeipräsidiums Unterfranken zeigt zunächst ein wichtiges Grundproblem bei der Bewertung von Drogendelikten: Diese Delikte hängen stark von der Kontrolldichte der Polizei ab. Anders als etwa bei Einbrüchen oder Körperverletzungen werden viele Rauschgiftdelikte nicht automatisch angezeigt, sondern erst durch gezielte Kontrollen, Ermittlungen oder Schwerpunktaktionen sichtbar. Ein Anstieg bei Drogendelikten bedeutet daher nicht zwingend, dass auch der tatsächliche Drogenkonsum oder -handel im gleichen Maß zugenommen hat.

Ein zweiter zentraler Hintergrund ist die veränderte rechtliche Lage rund um Cannabis im Jahr 2024. In der Sicherheitsbilanz 2024/2025 tauchen bei der Rauschgiftkriminalität ausdrücklich auch „weitere Verstöße (u. a. KCanG)” auf. Das heißt: Die Statistik wird inzwischen nicht mehr nur durch klassische Verstöße nach dem Betäubungsmittelrecht geprägt, sondern auch durch neue cannabisbezogene Ordnungs- und Strafbereiche, die aus dem Konsumcannabisgesetz resultieren. Dadurch sind Zeitvergleiche mit früheren Jahren nur eingeschränkt möglich, weil sich die rechtliche Erfassung verändert hat.

In Unterfranken fällt außerdem auf, dass die Polizei das Thema Drogen nicht nur kriminalpolizeilich, sondern sehr stark auch als Verkehrssicherheitsproblem behandelt. Schon in den Unterlagen zur Sicherheitsbilanz 2024 wurde ein hohes Niveau bei Fahrten unter Drogeneinfluss herausgestellt; für 2025 kündigte das Polizeipräsidium deshalb gezielte Schwerpunktkontrollen, eine Expertentagung und zusätzliche Maßnahmen in Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg an. In der Sicherheitsbilanz 2025 wird dieses Thema erneut als Schwerpunkt genannt. Das spricht dafür, dass die Polizei die Drogenproblematik in Unterfranken besonders stark dort verortet, wo Konsum unmittelbar in konkrete Gefährdung für andere umschlägt — also im Straßenverkehr.

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