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Pandemie sorgt für Zuwachs bei Mountainbike-Unfällen

 

Von Ulf Vogler, dpa

Bad Tölz (dpa/lby) – Die Bergwacht Bayern hat in diesem Sommer einen deutlichen Anstieg von Einsätzen wegen Mountainbikern registriert. Eine wesentliche Ursache dafür dürfte nach Einschätzung der Retter die Pandemie sein: Die Corona-Einschränkungen beim Vereinssport hätten dazu geführt, dass die Menschen sich verstärkt dem Individualsport Radfahren gewidmet hätten, erläuterte ein Sprecher der Rettungsorganisation in Bad Tölz.

Nach der am Dienstag veröffentlichten Statistik der Bergretter mussten sie 781 Mal zu in den Bergen verunglückten Zweiradfahrern ausrücken. In den Sommermonaten 2019 war dies im Freistaat nur in 558 Fällen so. «Es hat ja kein Fußball stattgefunden», sagte Bergwachtsprecher Roland Ampenberger. Daher hätten sich viele Menschen in diesem Jahr eher auf das Fahrrad geschwungen, um weiter Sport zu treiben.

Auffällig ist auch die Zunahme von Unfallopfern, die mit einem E-Bike unterwegs waren. Heuer waren dies 89, in der Vorjahressaison nur 9.

Generell hat die Bergwacht einen stark gestiegenen Zuspruch zu bergsportlichen Aktivitäten im Sommer in Folge der Coronakrise beobachtet. «Trotz eindeutiger fehlender Erhebung für den gesamten Bayerischen Alpenraum und die Mittelgebirge ist davon auszugehen, dass noch mehr Menschen als in den Vorjahren ihre Freizeit im Gebirge verbrachten», erläuterte der Pressesprecher.

Nach den Zahlen der bayerischen Bergwacht wurde in der diesjährigen Sommersaison (1. Mai bis 31. Oktober) mit insgesamt 3482 Einsätzen ein Spitzenwert erreicht (Vorjahr: 3417). Doch in der Saison hat es dabei starke Schwankungen gegeben. Nachdem es zunächst einen Rückgang wegen des Lockdowns gegeben habe, habe es danach in den warmen Sommermonaten bei den Einsätzen Zuwächse von etwa einem Fünftel pro Monat gegeben, berichten die Einsatzkräfte. Im Oktober folgte dann wieder ein Rückgang.

Insgesamt registrierte die Bergwacht in der Winter- und Sommersaison 2020 zusammen einen Rückgang um etwa 13 Prozent auf 7791 Einsätze. Dies liege aber nur an den Zahlen der Wintersaison, erklärte der Sprecher. «Eine geringe Schneelage und das vorzeitige Aus des Winterbetriebes bei den Bergbahnen im Rahmen des Lockdowns sind hier ausschlaggebend.» Dadurch sei es in der Wintersaison 2019/20 zu einem Rückgang auf 4309 Einsätze gekommen – dies waren nahezu 1300 weniger als in der Vorsaison.

Auffällig war auch die starke Zunahme an Arbeitsunfällen in den Bergen, zu denen die Retter gerufen wurden. Gab es 2019 gerade einmal 16 Arbeitsunfälle, waren dies in der diesjährigen Winter- und Sommersaison 119.

Auch hier vermuten die Bergretter einen Zusammenhang mit der Pandemie. Während der Zeit des Lockdowns seien viele Forstbesitzer in ihre Wälder zum Arbeiten gegangen. Dadurch habe es dann auch mehr Unfälle gegeben, erklärte Ampenberger.

(Symbolbild: Christian Klippel)


 

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