Übernächste Woche starten die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien. Für viele Fans entscheidet sich der Erfolg des Besuchs jedoch schon vorher, nämlich beim Ticketkauf. Deshalb warnt das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland vor unseriösen Angeboten.
Kurz vor Beginn der Spiele suchen viele Fans noch nach Karten, insbesondere für bereits ausverkaufte Wettbewerbe. Dabei stoßen sie im Internet schnell auf Angebote außerhalb der offiziellen Verkaufswege. Diese wirken oft seriös, bergen jedoch erhebliche Risiken.
„Gerade kurz vor den Spielen greifen Fans zu Angeboten, die später zum Problem werden können“, sagt Dr. Stephan Riegger, Jurist beim EVZ Deutschland.
Die Veranstalter regeln den Weiterverkauf von Olympiatickets sehr streng. Denn sie personalisieren die Eintrittskarten. Aus diesem Grund dürfen Fans Tickets ausschließlich über den offiziellen Wiederverkaufsweg weitergeben. Dieser läuft über die offizielle Ticket-App der Spiele. Dort wählen Karteninhaber gezielt aus, welche Tickets sie verkaufen möchten. Kurzentschlossene sollten deshalb nur auf diesem Weg nach Karten suchen.
Tickets aus anderen Quellen können die Veranstalter sperren. In diesem Fall verweigern sie den Zutritt. Das gilt auch dann, wenn die Karte echt aussieht. „Wer außerhalb der offiziellen Kanäle kauft, kauft immer ein Risiko mit“, betont Riegger.
Ein gesperrtes Ticket kann zudem teuer werden. Denn Fans planen Anreise, Unterkunft und Urlaub oft lange im Voraus. Entsprechend bezahlen sie diese Kosten bereits vorab. Bleibt der Einlass am Veranstaltungstag aus, entsteht schnell ein Schaden in vierstelliger Höhe. Häufig bleiben Betroffene auf den Kosten sitzen.
Die Veranstalter beobachten den Zweitmarkt sehr genau. Außerdem gehen sie rechtlich gegen Plattformen vor. Das zeigt ein aktuelles, noch nicht rechtskräftiges Urteil des Landgerichts Hamburg. Es betrifft den Weiterverkauf von Tickets für Heimspiele des FC St. Pauli. In dem Verfahren gegen Viagogo stellten die Richter klar: Unautorisierte Plattformen müssen deutlich auf mögliche Sperren hinweisen. Andernfalls täuschen sie Käufer.
„Der Ticketkauf allein garantiert keinen Einlass“, stellt Riegger klar.
Für Olympia-Fans ergibt sich daraus eine einfache Regel: Sicher ist nur, was offiziell ist. Wer Ärger vermeiden will, nutzt ausschließlich den vorgesehenen Wiederverkaufsweg. Sonst kann der Traum von Olympia schnell platzen.

