Oberbürgermeister Sebastian Remelé versuchte beim Neujahrsempfang Optimismus zu verbreiten

Die Rathausdiele war wieder voll beim Neujahrsempfang der Stadt Schweinfurt. Foto: Wiener

Schweinfurt (el). Wieder in die Rathausdiele eingeladen hatte Oberbürgermeister Sebastian Remelé zum Neujahrsempfang, nachdem dieser in den Vorjahren entweder ausgefallen war oder in Form eines Sommerempfangs stattgefunden hatte. Es sollte auch ein Zeichen der Normalisierung und des Neubeginns in alles anderen als ruhigen Zeiten sein. 

Dennoch könne man sich an viele Zustände, wie etwa den Ukraine-Krieg nicht so einfach „gewöhnen“. Gerade erst seien aus der Partnerstadt Lutsk Anfragen nach Holzöfen eingetroffen. Der Bevölkerung dort fehle es oft an den einfachsten Dingen. Und wie sehr der Israel-Konflikt auch nach Deutschland herübergeschwappt ist, könne man an der Vielzahl an antisemitischen Straftaten sehen. Von den über eine Millionen in Europa gestrandeten Flüchtlingen habe Deutschland rund ein Drittel aufgenommen. Inzwischen sei auch bei den Wohlmeinenden ein Sinneswandel eingekehrt, dass die Integration so vieler Menschen aus so unterschiedlichen Kulturkreisen und Wertevorstellungen nicht mehr möglich sei. Selbst die ausgeprägteste Willkommenskultur erschöpfe sich in Ohnmacht und Fatalismus, wenn Schweinfurter Schulleiter davon berichten, dass in manchen Klassen der Migrationshintergrund nahezu 100 Prozent betrage und viele Kinder zum Schuljahresbeginn kein einziges Wort Deutsch sprechen, so Remelé in seiner Ansprache weiter.

Der im europäischen Vergleich viel zu hohe Strompreis und die Arbeitsmoral mancher Deutscher verlangten Remelé bestenfalls Sarkasmus ab. Manche Gewerkschaftsforderung tue ein übriges, um die Zukunftsaussichten weiter einzutrüben.

Doch der Oberbürgermeister wollte nicht nur klagen. Beethovens neunte Symphonie wird 200 Jahre alt  und sie erzähle davon, „dass die finale Freude eine existenzielle Anstrengung bedeutet. Pessimismus ist dagegen Zustimmung zum Vorfindlichen und immer billig zu haben“. Die Stadt Schweinfurt müsse den Raum der Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, der zur Verfügung stehe. Und da passiert einiges. Remelé zählte die Eröffnung von zwei Kindertagesstätten ebenso auf, wie den Neubau der Bellevue, der neben Wohneinheiten auch einen kompletten Bildungskomplex enthalte. Viel Geld in Bildung werde zudem in der Auen- und Schillerschule  und in der Albert-Schweitzer-Schule investiert. Die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Theaters liegen in Zeitplan und werden am Ende 50 Mio. Euro erfordert haben. Der Platz für das Kulturforum werde bis zum Beginn der Bauarbeiten zumindest optisch ansehnlich überbrückt. Weiter geht es auf jeden Fall mit der Umsetzung der Konversion. Auf dem Kesslerfield und in Yorktown soll mit experimentellen Wohnen Wohnformen der Zukunft umgesetzt werden. Das soll zukunftsweisend für die Energieversorgung und Mobilität werden. Weiter entwickelt wird in diesem Jahr der Bürgerpark auf dem Ledward-Gelände. Im ehemaligen Stabsgebäude soll ein Gründer- und Entwicklungszentrum eingerichtet werden.  Und wenn dann die Schießanlage im Stadtwald von der BImA an die Stadt übergeht, dann befinden sich alle ehemaligen US-Liegenschaften im Besitz der Stadt.

Den Stadtwerken als Tochtergesellschaft komme bei der Energiewende eine besondere Bedeutung zu. Mit zwei Umlandgemeinden konnten Gesellschaften zur Errichtung von Anlagen zur Energieerzeugung gegründet werden. Die andere Tochter Leopoldina-Krankenhaus stehe vor ähnlich großen Herausforderungen. Die Übernahme des Krankenhauses St. Josef muss noch im Detail geklärt werden, um am Ende gestärkt für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hervor zu gehen.

Der Neujahrsempfang wurde außerdem zur Verleihung der Stadtmedaille in silber zu nutzen. Diese ging an Staatssekretär a. D Gerhard Eck, an Prof. Dr. Robert Grebner als langjährigen Leiter der Fachhochschule und an Wolfhart Berger, dem langjährigen Leiter des ev. Posaunenchors. 

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