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Neujahrsempfang der Stadt Schweinfurt – Rund 300 geladene Gäste in der Rathausdiele – Maß und Mitte statt hektischer Panik

Groß war die Anzahl der Ehrengäste beim Neujahrsempfang. U. a. waren dabei (Foto): Bürgermeister Karl-Heinz Kauczock, Monika Remelé, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber, SAtaatssekretär Gerhard Eck, Bezirksrat Stefan Funk und Gewerbeverbands-Vorsitzender Karl-Heinz Christoffel. Foto: Valtin

Groß war die Anzahl der Ehrengäste beim Neujahrsempfang. U. a. waren dabei (Foto): Bürgermeister Karl-Heinz Kauczock, Monika Remelé, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber, SAtaatssekretär Gerhard Eck, Bezirksrat Stefan Funk und Gewerbeverbands-Vorsitzender Karl-Heinz Christoffel. Foto: Valtin

(el). Die Herausforderungen der Zukunft standen im Mittelpunkt der Ansprache von Oberbürgermeister Sebastian Remelé beim Neujahrsempfang der Stadt Schweinfurt. Launig verstand er es anhand einer Walt-Disney-Anekdote die Herausforderungen der Energiewende zu verdeutlichen. Demnach war es nämlich Dorette Duck, die Großmutter Donald Ducks, die bereits in den 1940er Jahren auf einem Bauernhof alles anbaute, was man zum Leben benötigte und darüberhinaus mit einem Elektromobil die nötigen Fahrten abwickelte. Eine Maschine, die ihr Erfinder Daniel Düsentrieb zur Arbeitserleichterung anbot lehnte sie hingegen ab. Dem Oberbürgermeister gefiel diese Geschichte deshalb so gut, weil sich Geschichte zu wiederholen scheint. Gleichwohl sah er in Dorette Duck weder eine Ökoaktivistin, noch sei sie rückständig gewesen. Vielmehr war sie lediglich sparsam und bescheiden und mit gesundem Menschenverstand ausgestattet. Begriffe, die heute etwas altmodisch anmuten, obwohl sich sicher zu einer besseren Problemlösung beitragen würden.
Die Elektromobilität von Fahrzeugen sei vor dem Hintergrund schon fast so alt, wie das Automobil selbst, führte der Oberbürgermeister aus. Erst die Erfindung des elektrischen Anlassers 1911 und die damit verbundene Überflüssigkeit der Handkurbel zum Starten des Motors ebnete den Siegeszug des Verbrennungsmotors. Darüber hinaus sind die damaligen Nachteile von Elektromobilen die gleichen bis heute geblieben. Das große Volumen und hohe Gewicht der Batterien bzw. Akkus.
Rund 100 Jahre später stellen sich die gleichen Herausforderungen und gerade Schweinfurt als automobilabhängige Stadt sei besonders gefordert. Die hier ansässige Industrie stehe vor vielen ungelösten Fragen und wartet auch auf politisch verbindliche – und auch langfristig zuverlässige – Vorgaben. Immerhin arbeiten hier 20.000 Menschen im Maschinenbau und der Automobilzuliefererindustrie und weitere 20.000 Arbeitskräfte sind mittelbar davon abhängig. Maß, Mitte und Mut und keinesfalls Panik seien deshalb gefordert. „In unserer komplexen, demokratisch verfassten Gesellschaft lassen sich keine Veränderungen mit der Brechstange durchführen“, stellte das Stadtoberhaupt klar und es erteile illusorischen Fristen bis wann etwas zu erreichen sei eine Absage.
Panisch und abseits von Maß und Mitte wäre es für Remelé auch gewesen, den von manchen Seiten geforderten „Klimanotstand“ für Schweinfurt auszurufen. Es würde australische Buschbrände verharmlosen, hier in Schweinfurt von ähnlichen Zuständen zu sprechen. Gerade mit Blick auf unsere Geschichte warnte er davor Notstände allzu leichtfertig auszurufen. Politik sei eher aufgefordert Notstände zu verhindern.
Dabei sei es nicht nur die Politik, wir alle werden unseren Lebensstil ändern müssen, ist sich der Oberbürgermeister sicher. Weniger Auto und Mehr Fahrrad sei dabei sicher ein Gebot der Stunde. Mit einem neuen Parkhaus in der Mainberger Straße soll Straßenverkehr an den Stadtrand gebunden werden. Hauptachsen für den Radverkehr sollen geschaffen werden. Die neuen Stadtteile Bellevue und Kessler-Field werden an das ÖPNV-Netz angeschlossen. Die Schaffung eines einheitlichen Tarifverbundes innerhalb der Region 3 soll weitere Erleichterung für die Nutzer schaffen und Voraussetzung für einen Mainfränkischen Verbund sein. Hinzu komme für Schweinfurt der weitere Ausbau für E-Ladestationen und die Einführung einer E-Buslinie.
Weiteres Hauptaugenmerk wird dem Wohnen in Schweinfurt gewidmet. Die „neue Gartenstadt“ soll im Zuge der Vorbereitungen auf die Landesgartenschau 2020 entstehen. Stärkere Nutzung von Fernwärme und Photovoltaik sollen dazu beitragen, die neuen Stadtteile Co2-neutral werden. Auch die Schweinfurter Industrie habe diese Aufgabe erkannt und zusammen mit der Fachhochschule konnte eine Allianz geschmiedet werden, die eine Co2-freie Versorgung mit Energie anstrebt. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, welche Rolle der Wasserstoff als Energieträger von übermorgen spielen kann. Schweinfurt soll dabei zum Reallabor werden. Inzwischen schon 1.500 internationale Studenten spielen dabei eine wichtige Rolle und diese herzlich aufzunehmen spiele eine ebenso wichtige Rolle, wie die Integration aller ausländischen Mitmenschen, die Teil unserer Wertegesellschaft werden wollen.
Nicht unerwähnt lassen wollte der Oberbürgermeister die städtische Infrastruktur, die erhalten werden müsse. Es gebe alleine 50 Schulen, 30 Kindergärten, 60 Brücken und 80 Spielplätze, die instand gehalten werden müssen.

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