Neuer Schweinfurter Kreistag nahm seine Arbeit auf

Der neue Kreistag traf sich zur konstituierenden Sitzung (Foto: Christian Klippel)

Florian Töpper, der alte und neue Landrat ließ es sich zu Beginn der Sitzung nicht nehmen, trotz klammer Haushaltskassen positiv in die Zukunft zu blicken. Die kommunale Familie könne mit einem große Maß an Zuversicht an die Arbeit gehen. Das geschah dann auch, denn es galt, 39 Tagesordnungspunkte abzuarbeiten.

Wahl der drei Stellvertreter des Landrats

Manuel Kneuer (CSU) aus Gochsheim ist der neue gewählte Stellvertreter von Landrat Florian Töpper (SPD). Mit 53 Stimmen wurde der 34-Jährige in geheimer Wahl während der konstituierenden Sitzung des Kreistags des Landkreises Schweinfurt am 18. Mai 2026 im Landratsamt Schweinfurt durch 58 Stimmberechtigte gewählt und von Landrat Florian Töpper vereidigt. Bei einer Abstimmung durch das Gremium wurden zudem Stefan Rottmann (SPD) und Thomas Vizl (Grüne) als weitere Stellvertreter bestellt.

Vereidigung von 20 neuen Kreisräten

Weiterhin hat Landrat Florian Töpper die neu gewählten Kreisrätinnen und Kreisräte vereidigt. Insgesamt 20 neue Mitglieder zählt der Kreistag der Wahlzeit 2026 bis 2032. Zuvor hatte der Landrat in seiner Eröffnungsrede das höchste politische Gremium des Landkreises um eine „zielorientierte und gleichwohl offene, dem wertegebundenen Diskurs zugängliche Gremienarbeit“ gebeten. Er versprach den Kreisrätinnen und Kreisräten, dass diese „die Verwaltung des Landratsamts und auch mich“ stets so erleben werden, dass „wir mit Einsatz und Engagement und hoher Ambition“ die vom Gremium gefassten „Beschlüsse im Geiste der getroffenen Entscheidungen“ umsetzen.

 

Der gewählte Stellvertreter des Landrats, Manuel Kneuer, ist hauptberuflich Erster Bürgermeister der Gemeinde Gochsheim und für die Dauer der aktuellen Wahlperiode Ehrenbeamter des Landkreises Schweinfurt. Er übernimmt die Amtsgeschäfte von Landrat Florian Töpper bei dessen Abwesenheit. Die weiteren Stellvertretungen sind in genannter Reihenfolge Stefan Rottmann, Erster Bürgermeister der Gemeinde Schonungen, und Thomas Vizl, der bereits in der zurückliegenden Wahlzeit weiterer stellvertretender Landrat war. Alle Stellvertreter bedankten sich für das ihnen von den Kreistagsmitgliedern entgegengebrachte Vertrauen und betonten ihre Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit Landrat Florian Töpper, der bei der Kommunalwahl am 8. März dieses Jahres mit 59,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden war.

Außergewöhnliche Leistung gewürdigt

Der Landrat bedankte sich in diesem Zusammenhang auch herzlich bei Bettina Bärmann (Freie Wähler) und Christine Bender (CSU) für die vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit der zurückliegenden Jahre, in denen die beiden Frauen als Stellvertreterinnen des Landrats Verantwortung für den Landkreis Schweinfurt übernommen hatten. Bärmann war gewählte Stellvertreterin in der Wahlzeit 2020 bis 2026, Bender in dieser Zeit weitere Stellvertreterin sowie in der Wahlzeit 2014 bis 2020 gewählte Stellvertreterin. Töpper beschrieb die beiden Kommunalpolitikerinnen als „herausragende Persönlichkeiten“, die über viele Jahre Außergewöhnliches für den Landkreis Schweinfurt und seine Bürgerinnen und Bürger geleistet hätten und dies immer noch tun, denn Bärmann und Bender gehören weiterhin dem Kreistagsgremium an, was Töpper als Glücksfall für die kommunalpolitische Familie bezeichnete. Mit langem Applaus, zu dem sich die Kreistagsangehörigen von ihren Plätzen erhoben, wurden die Leistungen von Bärmann und Bender gewürdigt.

Konstituierende Sitzung stellt Arbeitsfähigkeit des Gremiums her

Die konstituierende Sitzung ist die erste offizielle Zusammenkunft des neu gewählten Kreistags nach der Kommunalwahl im März dieses Jahres. Das Gremium hat sich dabei zu Beginn gemäß Landkreisordnung eine Geschäftsordnung gegeben und so die Grundlage für einen systematischen Arbeitsablauf geschaffen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden unter anderem die Besetzung des Kreisausschusses sowie der Fachausschüsse festgelegt. Die durch Kreistagsmitglieder besetzten Ausschüsse unter Vorsitz des Landrats sind beschließende Gremien, die als spezialisierte Arbeitsgruppen fachliche Detailarbeit erledigen.

Der Kreisausschuss bereitet die Verhandlungen des Kreistags vor und erledigt die vom Kreistag übertragenen Angelegenheiten an Stelle des Kreistags. Daneben gibt es die Ausschüsse für „Bildung und Kultur“, „Soziale Angelegenheiten, Gesundheit und Ehrenamt“, „Straßenbau und Radwegeinfrastruktur“ sowie „Umwelt, Klimaschutz, Land- und Abfallwirtschaft“. Weiterhin gibt es den Jugendhilfeausschuss, der aus acht Kreisrätinnen und Kreisräten sowie sechs Mitgliedern der im Kreisgebiet wirkenden und anerkannten Träger der freien Jugendhilfe sowie neun beratenden Mitgliedern besteht. Hinzu kommt der Rechnungsprüfungsausschuss, der jetzt sieben Mitglieder hat (zuvor fünf), Vorsitzender ist hier Willi Warmuth. Die Aufgaben des früheren Kreisentwicklungsausschusses werden künftig durch den Kreisausschuss übernommen.

Hier die 20 neuen Kreisräte und ihre Parteizugehörigkeit

Insgesamt gehören dem Kreistag des Landkreises Schweinfurt 60 Kreisrätinnen und Kreisräte sowie Landrat Florian Töpper als stimmberechtigter Vorsitzender an. Als neue Mitglieder des Gremiums wurden vereidigt:

CSU: Sebastian Hauck, Felix Zirkelbach, Nicole Kuhn, Christian Keller, Vanessa Schmidt, Christian Zeißner

SPD: Stefanie List, Alexander Geyer, Philipp Nees
AfD: Ralf Pfrang, Volker Sommer, Ernst Schiffmeyer, Sabine Schleyer, Alfred Kachelmann

Freie Wähler: Günter Iff

Bündnis 90/Grüne: –
Neue Mitte: Maximilian Hertlein, Oliver Madinger

Linke: Claudia Ockl, Christina Graf

FDP: Michael Galm

Weitere Informationen zum Kreistag und zur Besetzung der Ausschüsse gibt es im Internet unter www.landkreis-schweinfurt.de/buergerinfo.

MdL Martina Gießübel kritisiert die Männerdominanz

Für Diskussionen sorgte im Nachgang jedoch eher die Tatsache, dass erneut ausschließlich Männer die Stellvertreterposten besetzen. CSU-Landtagsabgeordnete Martina Gießübel äußerte sich sowohl mit einer Wortmeldung als auch in den sozialen Medien kritisch zur fehlenden Frauenvertretung in der Führungsspitze des Landkreises. Sie bedauerte, dass trotz der Debatten über mehr Frauen in der Kommunalpolitik keine Frau in das Amt einer stellvertretenden Landrätin gewählt wurde. Gerade mit Blick auf die Bedeutung weiblicher Beteiligung in politischen Gremien hätte sie sich ein anderes Signal gewünscht.

 

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