Wie wirkt dieser große Raum auf mich? Was war der Plan des Architekten und wie wurde er umgesetzt? Welche Bedeutung hat die riesige Glaswand? Was wollte der hiesige Künstler Max Walter mit seinem zentralen Holzschnitzkunstwerk ausdrücken? Solche und ähnliche Fragen beantwortete der neue Kirchenraumführer Rainer Ziegler in der Wernecker Kirche „Mariä Himmelfahrt“.
Diese Probeführung war Teil eines Ausbildungsganges, den die Diözese im Heiligen Jahr neu aufgesetzt hat. Dabei ging es nicht darum, Daten und Fakten zu vermitteln, historische Baustile zu benennen oder die kunstgeschichtliche Einordnung der Ausstattung zu liefern, sondern die Räume und Zentralorte im Raum spirituell-geistlich zu erschließen.
Es ist der Tatsache geschuldet, dass zwar der Gottesdienstbesuch immer weiter zurück geht, das kunsthistorische Interesse aber zunimmt. Um die Kirchen nicht zu musealen Einrichtungen verkommen zu lassen, gilt es, Raum und Kunstgegenstände zum Sprechen zu bringen und die Herzen der Besucher zu erreichen.
Eine zwanzigköpfige Ausbildungsgruppe hat fast ein Jahr lang fünf Präsenzmodule in verschiedenen Orten und Kirchen, zwei Online-Tutorien zur Baustilkunde und eine Probeführung absolviert. Die Mischung aus Wissensvermittlung und praktischem Erleben waren reizvoll und gewinnbringend. Eine Zulassungsarbeit über die eigene Kirche rundete das Kursprogramm ab.
Dr. Agnes Rosenhauer vom Fortbildungsinstitut der Diözese bzw. Dr. Jürgen Emmert von der Abteilung Kunst waren verantwortlich für die Inhalte, Andrea Felsenstein-Rossberg von der evangelischen Landeskirche für die didaktische Vermittlung.
Aus dem Pastoralen Raum Werneck hatten drei Personen den ersten Ausbildungsgang zum Kirchenraumführer absolviert. Renate König ist besonders auf die neugotische Kirche St. Peter und Paul in Hergolshausen spezialisiert, Martin Pfister auf die altehrwürdige Wallfahrtskirche in Eckartshausen. Rainer Ziegler wird sich der Führung in der modernen Wernecker Kirche „Mariä Himmelfahrt“ widmen.
Die Führungen sind kostenfrei und dauern in der Regel 45 Minuten. Interessierte Gruppen und Vereine, wie z.B. Frauenbund, Seniorenkreise, Schulklassen, Radfahrer, Wanderer, Fußball- und Korbballmannschaften, Familien- und Gebetskreise, wenden sich bitte an das zuständige Pfarrbüro.

