Naturschutzgebiet Brönnhof ausgewiesen – Ehemaliger Truppenübungsplatz wird zu einem der größten Schutzgebiete Bayerns

Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Wie die Regierung von Unterfranken in einer Presseaussendung mitteilt, wurde der  ehemalige US-Truppenübungsplatz Brönnhof kürzlich offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das Gebiet zählt mit rund 1.456 Hektar Fläche zu den größten Naturschutzgebieten Bayerns außerhalb des Alpenraums. Der Brönnhof erstreckt sich über die Gemeinden Üchtelhausen, Dittelbrunn (beide Landkreis Schweinfurt), Maßbach und Rannungen (beide Landkreis Bad Kissingen).

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte bei den Feierlichkeiten: „Mit der Ausweisung des Brönnhof als Naturschutzgebiet schaffen wir ein Naturjuwel von landesweiter Bedeutung. Das Gebiet bietet einen einzigartigen Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig sichern wir ein Stück Heimat für kommende Generationen. Der Brönnhof zeigt eindrucksvoll, dass Naturschutz und regionale Entwicklung keine Gegensätze sind.“

Das Naturschutzgebiet Brönnhof umfasst einen großflächigen, zusammenhängenden Landschaftsausschnitt mit einem zentralen, extensiv genutzten Offenlandbereich, der von naturnahen Laubwäldern umgeben ist. Das vielgestaltige Kleinrelief des Offenlandes schafft ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume und bietet zahlreichen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten optimale Bedingungen. Aus diesem Grund wurde auf die Ausweisung eines großen Parks zur Energieerzeugung durch Windräder verzichtet.

Zugleich ermöglicht der Brönnhof eine naturverträgliche Erholungsnutzung und trägt so zum Bewusstsein für den Schutz dieser auch historisch bedeutsamen heimischen Natur- und Kulturlandschaft bei, teilt die Regierung von Unterfranken weiter mit. Weite Teile des Brönnhofs wurden 2016 bereits ins Nationale Naturerbe (NNE), eine herausragenden Naturschutzinitiative des Bundes, überführt und sind Bestandteil des Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebietes „Standortübungsplatz ‚Brönnhof‘ und Umgebung“.

Hoher Wert für den Naturschutz

Der Ausweisung als Naturschutzgebiet ging ein etwa zehn Jahre andauernder, intensiver Abstimmungsprozess für ein tragfähiges Schutzkonzept voraus. Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer betonte: „Mit dem Brönnhof schützen wir nicht nur einzelne seltene Arten oder Biotope, sondern einen ganz besonderen, ökologisch herausragenden Landschaftsausschnitt in seiner Gesamtheit“.

Die US-Streitkräfte nutzten den durch den Bundesforstbetrieb Reußenberg betreuten Brönnhof bis 2014 als Panzerübungsplatz. „Auf den ersten Blick passen Panzer und intakte Natur nicht zusammen“, so Dorothee Martin, Vorständin der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), zu deren Geschäftsbereich der Bundesforst gehört. „Doch gerade aufgrund der militärischen Nutzung haben sich diese Areale zu wichtigen Naturrefugien entwickelt. Vor allem ihre Größe und Unzerschnittenheit machen sie im dicht besiedelten Deutschland besonders wertvoll für den Naturschutz.“

Die naturschutzfachliche Bedeutung des Gebiets ist herausragend: Insgesamt sind dort 63 Arten der Roten Liste der Kategorien 1 und 2 bekannt, darunter seltene Vogelarten, Nachtfalter, xylobionte Käfer, Amphibien, Fledermäuse, Wildbienen und gefährdete Pflanzenarten. Nachgewiesen wurden dort zudem 18 Arten der FFH-Anhänge II und IV sowie sieben Brutvogelarten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie. Zu den wichtigsten Flächeneigentümern im Naturschutzgebiet zählen die BImA, die Ganerbschaft Brönnhof, die Miteigentümergemeinschaft Münsterwald, die Bayerischen Staatsforsten sowie die Stadt Schweinfurt.

Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

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