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Narrensitzung mit Lokalkolorit – Antöner Narren feiern bissig, bunt und bestens aufgelegt

Der 1. FC Schweinfurt 05 durfte natürlich in den Ausführungen der Tönies nicht fehlen. Foto: Wiener

Wenn die Antöner Narren Fasching feiern, bleibt im Pfarrsaal von St. Peter & Paul kein Stuhl leer.

Schweinfurt (el). Auch in diesem Jahr strömten die Besucher in Scharen zur Sitzung – darunter der scheidende Oberbürgermeister sowie mehrere potenzielle Nachfolger. Über allem wachten Prinz Martin II. und Prinzessin Sandra I., die dem närrischen Treiben einen würdigen Rahmen gaben. Ein besonderer Gruß galt außerdem dem befreundeten „Rafelder Krautsköpf“, die ebenfalls mit einer Abordnung zu Gast waren.

Eine Premiere gab es ebenfalls: Erstmals nahm ein Damen-Elferrat Platz. Zudem stand ein närrischer Geburtstag an: Die „Tönies“ feiern 30 Jahre in der Bütt. Aktuell werden diese von Martin Pensl und Philipp Hudert dargestellt. Martin Pensl ist seit 20 Jahren dabei und Philipp Hudert seit sieben Jahren. Die Tönies sind nicht mehr wegzudenken und sie bewiesen erneut, warum sie seit drei Jahrzehnten zu den Höhepunkten jeder Sitzung zählen. Wortgewandt und pointiert nahmen sie das Stadtgeschehen aufs Korn. Dass die ESKAGE gleich zwei OB-Kandidaten ins Rennen schickt, die „Schwarze 11“ jedoch nur einen, fiel ihnen ebenso auf, wie die Tatsache, dass der Antöner Kandidat Oliver Schulte den Vortritt lassen musste. Mit dabei sei auch der „Elton John vom Josefskrankenhaus“, der durch elegante Brillenwahl auffällt.

Auch der ÖPNV bekam sein Fett weg

Das neue Stadtbussystem wurde kurzerhand musikalisch verarbeitet: Mit dem umgedichteten Faschingshit „Heute fährt die 18 bis nach Istanbul“ ging es ohne Halt am Bergl vorbei, dafür über Athen, Ankara und sogar bis nach Hawaii. Natürlich durften auch sportliche und kulturelle Themen nicht fehlen – vom FC 05 in der 3. Liga bis zu den Konzerten von Roland Kaiser und Sido im Sachs-Stadion. Und OB-Kandidat Ralf Hofmann musste sich die Frage gefallen lassen, ob er seine „Erfindung“, das Honky Tonk, wiederbeleben wolle.

Politisch-maritim wurde es bei Stadttaube Anedde (Florian Dittert). Nach gescheiterter OB-Kandidatur heuerte sie auf einem Kreuzfahrtschiff an – gemeinsam mit Kandidaten und Noch-OB auf der „MS Alptraum“. Mit an Bord: das tapfere Schneiderlein Ulrike Schneider, das sich im Falle eines Wahlsiegs womöglich selbst zur Opposition machen würde.

Auch der Nachwuchs wusste zu überzeugen. Vivien Brüger ist längst keine Newcomerin mehr und fest in der Bütt etabliert. Sie erzählte von ihren Erlebnissen als Austauschschülerin – inklusive heiterer Turbulenzen schon beim Flug nach Spanien.

Als „Bäuerle vom Steigerwald“ stieg diesmal Peter Hausmann in die Bütt. Er wunderte sich darüber, dass auf Babynahrung 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig sind, auf Tiernahrung jedoch nur sieben. Weniger lustig fand er die Vorstellung eines möglichen „Rentnersozialpflichtjahres“ – jedoch sehr zum Vergnügen des Publikums.

Viele Auftritte mit Reden und Tanzeinlagen

Heinrich Wullhorst ließ als Nachtwächter seinen Blick über die politische Landschaft schweifen und verteilte dabei großzügig Seitenhiebe, vor allem in Richtung Opposition. Christian Köhler und Lars Lang erläuterten dem Publikum ihre Sicht der Dinge, während Claudia Rausch in resignierter Gelassenheit ihre Lebensweisheit verkündete: „Einfach nicht mehr aufregen.“

Traditioneller Schlusspunkt war der Auftritt von Maurice Breitkopf. Als Elferrat weiß er schließlich genau, was Arbeitsstress bedeutet – zumindest in der fünften Jahreszeit. Für zusätzliche Vielfalt sorgten Beiträge von Sonja Steinmetz, und Ute Zürl die mit Sketchen und Pointen das Programm abrundeten.

Musikalisch und tänzerisch wurde die Sitzung von Schunkelrunden sowie den Auftritten der Garden, Tanzmariechen und des Männerballetts garniert. Mit dabei waren unter anderem die Polka-Juniorengarde, die Polka-Schülergarde, die Tanzmäuse, die Schülergarde, die Dynamites, die Juniorengarde und die Schautanzgruppe – ein farbenfrohes Bild, das den Saal immer wieder zum Toben brachte.

Der 1. FC Schweinfurt 05 durfte natürlich in den Ausführungen der Tönies nicht fehlen. Foto: Wiener

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