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Nachholbedarf hält sich in Grenzen

Knapp 70 Prozent der Landkreisbürger sind mit der regionalen Gesundheitsversorgung zufrieden bis sehr zufrieden. Foto: Institut Inifes gGmbH

Umfrage: Trotz des Landarztmangels  herrscht im Landkreis keine Panikstimmung

Im November 2019 fand die Befragung der Bürgerinnen und Bürger der Gesundheitsregionplus von Stadt und Landkreis Schweinfurt zu den Themen Gesundheitsversorgung, Prävention und pflegerischer Versorgung statt. Dank der Unterstützung vieler Bürgermeisterinnen und Bürgermeister konnte die ursprünglich als Stichprobe mit 845 Fragebögen konzipierte Befragung auf eine Teil-Haushaltsbefragung mit 37.000 Fragebögen ausgeweitet werden. Das Institut Inifes gGmbH führte die Auswertung durch.

Die Rücklaufquote der Fragebögen belief sich auf knapp 18%. Besonders erfreuliche Ergebnisse lieferte die Frage nach der subjektiven Einschätzung des Gesundheitszustandes. Die Mehrheit der Befragten (68%) der gesamten Region Schweinfurt bewerten ihren Gesundheitszustand als gut bis ausgezeichnet. Auch zeigt das Stimmungsbild der Bevölkerung, dass die Mehrheit mit knapp 70 Prozent mit der regionalen Gesundheitsversorgung zufrieden bis sehr zufrieden ist (Abbildung). Mit der regionalen Gesundheitsversorgung sind die Menschen in der Stadt Schweinfurt etwas häufiger zufrieden als die Befragten aus dem Landkreis Schweinfurt (65,2% vs. 61,2%). Lediglich sieben Prozent aller Befragten sind unzufrieden mit der gesundheitlichen Versorgung.

Ziel der Befragung ist es – zusammen mit den Erkenntnissen aus den bereits geführten Expertengesprächen – Bereiche zu identifizieren, die von Bürgerinnen und Bürgern als ausbaufähig eingestuft werden oder die zukünftig aus Sicht der Befragten ein Problem darstellen könnten. Eines dieser Themen ist beispielsweise die flächendeckende Versorgung mit Hebammen, die von der Mehrheit der Befragten mit eher unzufrieden bewertet wurde. Mit der Einrichtung einer Hebammensprechstunde im vergangenen Jahr wurde bereits ein erster Schritt gegen diese Wahrnehmung unternommen.  Seit 1. Juni dieses Jahres wird das Projekt durch eine Koordinatorin im Landratsamt Schweinfurt unterstützt und begleitet.

Vorhersehbar waren die Ergebnisse im Bereich der hausärztlichen Versorgung. Die offiziellen Versorgungszahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) werden halbjährlich veröffentlicht. Aktuell gelten die Planungsbereiche Stadt Schweinfurt und Schweinfurt Nord als regelversorgt, die Bereiche Schweinfurt Süd und Gerolzhofen als drohend unterversorgt. In der gesamten Gesundheitsregion wünscht sich entsprechend knapp ein Drittel der Befragten (31,3 %) eine Verbesserung der Versorgungssituation mit Haus- und Allgemeinärzten. Ebenso viele Befragte geben an, dass wenn sie an die Gesundheitsversorgung in ihrer Gemeinde denken, am ehesten die Versorgung mit Haus- und Allgemeinärzten verbessert werden sollte.

Bessern könnte sich möglicherweise die Situation durch das Projekt „BeLa – Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. BeLa verfolgt das Ziel, Studierende der Allgemeinmedizin im Rahmen von deren Praktika über Stipendien in die Regionen zu bringen. „In unserer BeLa-Region werden Lehrpraxen aus Schweinfurt, Haßfurt und Main-Spessart mitwirken“ gab in diesem Zusammenhang Anja Lehmeyer, die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus von Stadt und Landkreis Schweinfurt, bekannt.

Im Bereich präventive Freizeitangebote wünschen sich 31% der Befragten mehr Angebote für die Senioren vor Ort. Die Anregungen der Befragten erstrecken sich von gemeinsamen Nachmittagen, Einkäufe mit Fahrdiensten über niedrigschwellige Bewegungsangebote bis hin zum Seniorensport. Deutlich wird, dass die sozialen Aspekte und die gemeinsamen Aktivitäten dabei im Vordergrund stehen.

Über 42 Prozent aller Befragten geben an, dass sie heute oder in Zukunft Menschen Hilfe leisten müssen. Der Unterschied zwischen den Menschen in der Stadt und im Landkreis differiert minimal um 3 Prozentpunkte. Zusammen mit der am häufigsten gewünschte Hilfe beziehungsweise Unterstützung, die Ambulante Pflege zu Hause mit 60 % bis 73,6 %, wird deutlich, wie stark das Thema „Gewinnung von Pflegefachkräften und Betreuungskräften“ die Arbeit in der Gesundheitsregionplus bestimmen wird. Am höchsten liegen die Werte beim Wunsch nach Ambulanter Pflege zu Hause im Schweinfurter Oberland (73,6 %) und in der Region MainSteigerwald (71,9%), am niedrigsten in der Allianz Schweinfurter Mainbogen (65,2 %) und in der Stadt Schweinfurt (60 %). Das Ergebnis für das Obere Werntal liegt bei 70,7% .

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