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Mitarbeiter des Landratsamtes in privater Mission – Nachforschung erfolgte ohne einen behördlichen Auftrag

In privater Mission hatte sich ein Mitarbeiter des Landratsamtes ins Geomaris begeben, um die Einhaltung der Corona-Vorschriften zu kontrollieren. Das Archivfoto zeigt den Eingang des Geomaris vor Einrichtung der Corona-Hygienemaßnahmen. Foto: Geomaris

Gerolzhofen (red). Nicht regelkonform war wohl manches, was ein Mitarbeiter des Landratsamtes Schweinfurt bei einem privaten Besuch des Gerolzhöfer Freizeitbades feststellen konnte.

Nun hat die Schwimmbadleitung eine Mail mit 18 Punkten erhalten, was alles verbesserungswürdig sei. Dabei hatte das Schwimmbad schon im Vorfeld eine Vielzahl an Maßnahmen getroffen, um den Schwimmbetrieb wieder aufnehmen zu können. Verschiedene Besuchszeitzonen wurden eingeführt, Online-Buchung, Besucherbegrenzung, Namenserfassung, Hinweisschilder und Abstandsmarkierungen auf dem Fußboden. Auch das Personal wurde speziell geschult.

Bislang ist der Badebetrieb trotz der umständlich gewordenen Handhabung reibungslos verlaufen. Die Badegäste haben die Auflagen hingenommen und ein konkreter Corona-Fall sei bislang noch nicht aufgetreten, wie die Pressestelle des Landratsamtes auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte. Kontaktdaten aus den Gästelisten mussten deshalb noch nicht angefordert werden.

Auch ansonsten lag kein konkreter Anlass vor, die Durchführung im Geomaris genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Landratsamt distanziert sich deshalb davon, in irgendeiner Weise auf besagten Mitarbeiter eingewirkt zu haben, dass er ikognito die Umstände genauer untersuchen möge.  Die Mission ist also rein privater Natur gewesen, ohne einen behördlichen Auftrag. Die aufgeführten Kritikpunkte müssen dennoch vertraulich behandelt werden.

Wie die Main-Post in einer ihrer Ausgaben berichtete, wird als Folge demnächst wohl nicht mehr allein eine Namenserfassung innerhalb eines Besuchsslots ausreichen, sondern die exakte Angabe der Uhrzeit vom Betreten und Verlassen des Schwimmbades. Nach deren Recherchen hatte es wohl nach dem optischen Empfinden des Landratsamts-Mitarbeiters  Verstöße gegen Mindestabstände der vor dem Eingang Wartenden gegeben und in den Duschen hätten sich zum Zeitpunkt seiner eigenmächtigen Kontrolle mehr Personen als zulässig aufgehalten.

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