Nach sechs Jahren Schließung ist das Volkacher Freibad wieder eröffnet – umfassend saniert, modernisiert und fit gemacht für die Zukunft. Zur feierlichen Wiedereröffnung gehörte ausgerechnet den Kindern die Bühne, denn sie hatten sich besonders auf die Rückkehr „ihres“ Freibads gefreut und gestalteten die Feier mit einem Chorauftritt.
Bürgermeister Heiko Bäuerlein zeigte sich sichtlich stolz auf die neue Anlage. Das Freibad sei aus städtebaulicher Sicht „eines der schönsten Freibäder“ und biete mit dem Blick auf die großzügigen Grünflächen eine besondere Atmosphäre. Vor allem aber betonte er die gesellschaftliche Bedeutung der Einrichtung. Kinder müssten die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen. Das Freibad sei ein Ort der Begegnung, ein Stück Heimat und Kindheitserinnerung, verbunden mit Pommes, Eis und Sommererlebnissen.
Bedeutung des Freibades für die Bürgerschaft
Das 1967 eröffnete Bad war 2020 wegen gravierender baulicher Mängel vollständig geschlossen worden. „Der Zahn der Zeit hatte kräftig genagt“, hieß es bei der Eröffnung. Danach begann eine intensive Diskussion darüber, welche Bedeutung das Freibad für die Bürgerschaft habe. Laut Bäuerlein gab es Bürgerbeteiligung und intensive Öffentlichkeitsarbeit. Der politische Auftrag sei eindeutig gewesen: Die Bürger wollten ihr Freibad zurück.
Der Weg dorthin war allerdings lang. Zahlreiche Hürden mussten überwunden werden, ehe nach zweijähriger Bauzeit nun die Wiedereröffnung gefeiert werden konnte. Ziel sei es gewesen, den maroden Bestand nicht aufzugeben und keinen „Lost Place“ entstehen zu lassen, sondern dem Gelände neues Leben einzuhauchen.
Insgesamt kostete die Sanierung rund zehn Millionen Euro. Der Bund beteiligte sich mit 1,4 Millionen Euro, der Freistaat Bayern steuerte 3,6 Millionen Euro Fördermittel bei. Rund fünf Millionen Euro brachte die Stadt Volkach selbst auf. Besonders hervorgehoben wurde dabei, dass fast alle beteiligten Firmen aus der Region kamen – eine Investition auch in heimische Arbeitsplätze. Die Bauarbeiten verliefen ohne größere Schwierigkeiten oder Unfälle.
Veranstaltungen zur Refinanzierung
Für die Fördergeber sprach Barbara Becker von einem „beeindruckenden Mut“, das Projekt überhaupt anzugehen. Der Förderverein bot sich an, Verantwortung zu übernehmen. Dieser regte bereits an, mit Konzerten und Veranstaltungen zur Refinanzierung beizutragen. Das bayerische Sonderförderprogramm für Schwimmbäder bezeichnete sie als sinnvoll, denn Schwimmen sei eine unverzichtbare Fähigkeit. Gleichzeitig brauche es neben modernen Bädern auch Eltern und Schwimmlehrer, damit Kinder tatsächlich schwimmen lernten. Ihre Hoffnung: ein großer Verkauf von Dauerkarten.
Schwimmbad-Planer Christian Lippmann sprach von intensiven Monaten und bezeichnete das neue Freibad als nachhaltigen Treffpunkt für die gesamte Region. Bestehende Strukturen seien bewusst genutzt worden. Die Energieversorgung erfolge über moderne Solar- und Thermietechnik, wodurch die Anlage weitgehend CO₂-frei betrieben werden könne.
Auch Architekt Stefan Schrauth verbindet persönliche Erinnerungen mit dem Freibad, in dem er selbst einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbracht habe. Nach Wirtschaftlichkeitsberechnungen sei das alte Hauptgebäude nicht mehr zu retten gewesen. Teile des Technikgebäudes konnten dagegen weiter genutzt werden.
Servicebereich bedient auch nach außen hin
Das neue Gebäude wurde 13 Meter kürzer geplant, ist vollständig barrierefrei und liegt rund 1,25 Meter höher als das frühere Bad. Neben dem Erlebnisbecken gibt es eine 25-Meter Schwimmbahn. Der Servicebereich kann künftig sogar unabhängig vom Badebetrieb genutzt werden. Geschützt wird die Fassade durch Lärchenholzlamellen. Solarabsorber und Solartechnik auf dem Dach sorgen für nachhaltige Energiegewinnung. Im Winter müssen die Technikräume auf 7 Grad beheizt werden, um ein Einfrieren zu verhindern.
Vom Förderverein gab es neue Badebekleidung für den Bürgermeister als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz.

