Mehr Platz fürs Rad: Franz-Schubert-Straße soll ansprechend umgestaltet werden ohne den Verkehr zu beeinträchigen

Der Franz-Schubert-Straße kommt im Rahmen der Konzeptidee „Grünes Band für Schweinfurt“ eine ganz besondere Bedeutung zu. Foto: Leonie Schmidt

Im Rahmen des Maßnahmenprogramms 2024/25 zum städtischen Radverkehrskonzept rückt die Franz-Schubert-Straße in den Fokus der Verkehrsplanung. Ziel ist es, die wichtige Ost-West-Verbindung für Radfahrende deutlich aufzuwerten und gleichzeitig den unterschiedlichen Anforderungen von Anliegern, Autofahrern und Fußgängern gerecht zu werden.

Die Franz-Schubert-Straße gilt laut Verkehrsentwicklungsplan als Hauptverkehrsstraße mit überwiegend örtlicher Funktion und ist Teil des Tempo-50-Netzes – mit einer Ausnahme im Bereich eines Seniorenheims, wo Tempo 30 gilt. Das Erscheinungsbild der Straße wird maßgeblich durch eine durchgängige Baumallee auf beiden Seiten geprägt. Wie die Sitzungsvorlage für den Bau- und Umweltausschuss darlegt, nutzen täglich zwischen 10.000 und 11.000 Fahrzeuge die Strecke, wobei der Anteil des Schwerverkehrs mit rund 2,5 Prozent vergleichsweise gering ist. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf Busse der Stadtwerke.

Trotz dieser Verkehrsbelastung wirkt die Straße mit einer Breite von bis zu zwölf Metern in vielen Abschnitten überdimensioniert – insbesondere dort, wo Parkplätze fehlen oder nur lückenhaft genutzt werden. Gleichzeitig ist die Strecke Teil des sogenannten Zielnetzes Radverkehr und fungiert als wichtige Hauptroute zwischen den Vorrangachsen Niederwerrner Straße und Galgenleite.

Aktuell nutzen täglich rund 600 bis 700 Radfahrende die Straße. Auffällig ist laut Sitzungsvorlage ein erhöhter Anteil sogenannter „Geisterradler“, insbesondere im westlichen Seitenraum auf Höhe des Theodor-Fischer-Platzes. Zwar blieb die Straße bislang weitgehend unauffällig in der Unfallstatistik, doch ein tödlicher Fahrradunfall an der Kreuzung Galgenleite führte bereits 2022 zu Anpassungen in der Verkehrsführung.

Neue Infrastruktur & Verkehrsführung

Ein zentrales Problem liegt in der bestehenden Infrastruktur: Die Radwege im Seitenraum sind vielfach zu schmal und entsprechen nicht den heutigen Anforderungen – insbesondere angesichts des wachsenden Anteils schneller E-Bikes. Auch die Gehwege sind oft zu eng, und der schmale Grünstreifen sorgt durch Wurzelaufbrüche für zusätzliche Schäden. Aufgrund der bestehenden Baumallee sind bauliche Erweiterungen im Seitenraum kaum möglich.

Die Lösung der Planer: Der Radverkehr soll künftig auf die Fahrbahn verlagert werden. Dort sind beidseitige Radfahrstreifen vorgesehen. In Bereichen mit ausreichend Platz bleibt eine Parkreihe erhalten, um dem Bedarf der Anwohner Rechnung zu tragen. Die verbleibende Fahrbahnbreite von rund 6,30 Metern ermöglicht weiterhin den Begegnungsverkehr von Autos.

Besonderes Augenmerk gilt der Sicherheit: Zwischen parkenden Fahrzeugen und dem Radstreifen ist ein 75 Zentimeter breiter Sicherheitstrennstreifen geplant, um sogenannte „Dooring-Unfälle“ zu vermeiden. Allerdings wird das Risiko als gering eingeschätzt, da es sich überwiegend um Dauerparkplätze handelt.

Auch das Parkraumangebot wird neu geordnet. Derzeit gibt es etwa 65 Stellplätze entlang der Straße, darunter auch fünf für Lastwagen. Künftig sollen insgesamt 76 Pkw-Stellplätze sowie drei Taxistände zur Verfügung stehen. Der Bedarf kann damit rechnerisch gedeckt werden – wenn auch nicht immer direkt vor der eigenen Haustür. Das Parken von Lkw soll hingegen entfallen, da deren Breite die Sicherheit des Radverkehrs beeinträchtigt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Planung liegt auf der Querung der sogenannten I-Campus-Route am Theodor-Fischer-Platz. Diese bereits als Fahrradstraße ausgewiesene Verbindung soll durch eine Verkehrsinsel und einen optisch hervorgehobenen Querungsbereich sicherer gestaltet werden. Während unsichere Radfahrende und Fußgänger die Insel nutzen können, wird der übrige Radverkehr gezielt daran vorbeigeführt.

Schrittweise Umsetzung

Auf eine vollständige Umgestaltung bis zur Niederwerrner Straße wird vorerst verzichtet. Gründe sind unter anderem Eingriffe in die bestehende Allee, komplexe Verkehrsführungen an Knotenpunkten sowie Kostenaspekte.

Im ersten Schritt sollen die Radfahrstreifen noch im laufenden Haushalt realisiert werden – mit vergleichsweise geringen Kosten von rund 15.000 Euro. Der zweite Bauabschnitt umfasst die aufwendigere Querung der I-Campus-Route. Insgesamt werden die Kosten auf etwa 100.000 Euro geschätzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert