Ochsenfurt – Die Luftrettung in Bayern wird künftig deutlich ausgeweitet. Nach einem aktuellen Beschluss sollen Rettungshubschrauber ihre Einsätze auch in den Abendstunden durchführen können. Davon profitiert unter anderem der Standort des Christoph 18 in Ochsenfurt, der zu den meistgenutzten Rettungshubschraubern im Freistaat zählt.
Mehr Sicherheit durch längere Flugzeiten
Bisher waren Rettungshubschrauber in Bayern in der Regel nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang im Einsatz. Neue technische Möglichkeiten machen es nun jedoch möglich, diese Zeiten deutlich zu verlängern.
Künftig sollen die Hubschrauber:
- im Winter bis etwa 20:15 Uhr
- im Sommer bis etwa 21:45 Uhr
im Einsatz sein können. Damit ergibt sich je nach Jahreszeit ein Zugewinn von bis zu drei Stunden täglich.
Grundlage für diese Entscheidung ist ein Gutachten des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM). Moderne Technologien wie verbesserte Nachtsichtsysteme und automatische Hinderniserkennung erhöhen die Sicherheit auch bei eingeschränkten Lichtverhältnissen.
Bedeutung für den Standort Ochsenfurt
Der Rettungshubschrauber Christoph 18, stationiert an der Main-Klinik in Ochsenfurt, spielt eine zentrale Rolle in der Notfallversorgung in Unterfranken. Sein Einsatzgebiet reicht von der Rhön über Teile Hessens bis in den Raum Nürnberg.
Allein im Jahr 2025 absolvierte Christoph 18 insgesamt 1.942 Einsätze. Die häufigsten Einsatzgründe waren:
- Unfälle (42 %)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte (23 %)
- neurologische Notfälle wie Schlaganfälle (12 %)
Gerade im ländlichen Raum ist schnelle Hilfe aus der Luft oft entscheidend, da längere Anfahrtswege am Boden überbrückt werden müssen.
Ziel: Versorgung bis in die späten Abendstunden
Mit der Ausweitung der Betriebszeiten wird das Ziel verfolgt, die Luftrettung in Bayern künftig ganzjährig etwa zwischen 6:00 Uhr und 23:00 Uhr sicherzustellen.
Bayern verfügt bereits jetzt über ein dichtes Netz an Luftrettungsstandorten mit:
- 15 Stationen
- 11 Rettungshubschraubern
- 4 Intensivtransporthubschraubern
Durch die längeren Einsatzzeiten soll die Versorgung insbesondere in den Abendstunden verbessert werden – eine Zeit, in der Notfälle bislang teilweise nur eingeschränkt aus der Luft versorgt werden konnten.
Ein wichtiger Schritt für die Notfallversorgung
Die erweiterten Flugzeiten gelten als bedeutender Fortschritt für die medizinische Versorgung, insbesondere in ländlichen Regionen. Mehr verfügbare Einsatzstunden bedeuten im Ernstfall schnellere Hilfe – und damit bessere Chancen für Patientinnen und Patienten.
Der Standort Ochsenfurt und der Rettungshubschrauber Christoph 18 werden dabei auch künftig eine wichtige Rolle in der regionalen Rettungskette spielen.

