Nachrichten

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gibt Startschuss für die Weinlese 2020

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (l.) und Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer eröffneten die diesjährige Weinlese am „terroir f“ in Sommerhausen. Foto: Rudi Merkl

Sommerhausen (rm). Die Weinlese 2020 in Franken ist offiziell eröffnet. Zusammen mit der Fränkischen Weinkönigin Carolin Meyer gab Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am „terroir f“ in Sommerhausen (Lkr. Würzburg) in der vergangenen Woche den diesjährigen Startschuss.

Liebhaber des Frankenweins können sich auf einen ausgezeichneten Jahrgang freuen. Wie Landwirtschaftsministerin Michael Kaniber betonte, deuten alle Zeichen auf einen sehr guten Jahrgang 2020 hin. In der Qualität knüpfe er nahtlos an den 2019er Jahrgang an! Die kühlen Nächte vor der Lese seien den Weinen sehr zuträglich, so der Fränkische Weinbaupräsident Artur Steinmann. „Durch die kalten Nächte und die warmen Tage haben wir nicht nur sehr gesundes und qualitativ hochwertiges Lesegut, sondern können auch frische feinfruchtige Weine mit ausgeprägten Aromen- und Säurespiel für den Jahrgang 2020 erwarten“, betonte Steinmann. Nach den derzeitigen Wetterprognosen wird die Weinlese in Franken über den gesamten September hinweg dauern.

„Auch in diesem Jahr wird es wieder viele erstklassige Frankenweine geben“, sagte die bayerische Landwirtschaftsministerin Kaniber. Allerdings haben Wetterextreme wie Spätfröste und Trockenheit den Weinreben heuer besonders stark zugesetzt. Dadurch sind die Reifestadien in den Weinbergen sehr unterschiedlich und die Winzer sind besonders gefordert, denn besten Zeitpunkt für die Lese zu finden. Einige Weinberge haben allerdings die Schäden nicht mehr kompensieren können. Daher wird heuer mit einer deutlich niedrigeren Erntemenge gerechnet.

„Der Klimawandel zeigt sich immer stärker. Die warmen Temperaturen lassen die Rebstöcke früher austreiben – eine einzige kalte Nacht mit Spätfrost genügt, um für immense Ausfälle zu sorgen“, erklärt der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands. Aber auch die anhaltende Trockenheit stellt die fränkischen Winzerinnen und Winzer nach den Worten der Ministerin vor große Herausforderungen – besonders bei Junganlagen und wasserfernen Standorten. „Wir erlebten dieses Jahr den dritten trockenen Sommer in Folge. Die Winzer mussten Tag und Nacht Wasser an ihre Rebanlagen fahren“, informierte Artur Steinmann und appellierte eindringlich an die Bayerische Staatsregierung die versprochenen Mittel für die längst entwickelten intelligenten und ressourcenschonenden Bewässerungsmodelle freizugeben. Damit soll in wasserreichen Monaten Oberflächenwasser gesammelt und in trockenen Monaten durch sparsame Tröpfchenbewässerung an die Rebstöcke abgegeben werden. „Wenn wir jetzt nicht handeln, gefährden wir unsere über Jahrtausende gewachsene Kulturlandschaft und die Bewirtschaftung der Steillagen“, verdeutlich Steinmann die Lage im fränkischen Weinbau.

In Franken, Bayerns mit Abstand größtem Weinanbaugebiet, gibt es rund 6.000 Hektar Rebflächen. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 1,1 Hektar. Etwa ein Fünftel der rund 3.400 fränkischen Winzer produzieren eigene Weine, die anderen liefern ihre Trauben an die Winzergenossenschaften.

Kommentare sind geschlossen