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Landkreis Schweinfurt braucht ausreichende Finanzierung

Bildunterschrift: Am Brutplatz des Ortolans bei Grettstadt: Aktive des LBV, Landwirte und Vertreter der Politik. Udo Baake (Kreisgruppenvorsitzender) 1. v. links, Felix von Zobel (MdL, FW, 2. v. links, Martina Gießübel (MdL, CSU, 3. v. rechts)

Ohne Artenschutzprojekte sind Naturjuwelen in Schweinfurt in Gefahr

Schweinfurt, 01.12.2025 – Bayern galt lange als Vorreiter im Naturschutz. Durch das Volksbegehren Artenvielfalt – „Rettet die Bienen!“ – wurden ambitionierte Ziele festgelegt, etwa beim Schutz von Streuobstwiesen, der Renaturierung von Mooren und beim Ausbau eines landesweiten Biotopverbunds. Diese Ziele erfordern jedoch zusätzliche Maßnahmen und einen deutlich höheren Naturschutzhaushalt.

Haushaltssperre bedroht Naturschutzmaßnahmen

Im Jahr 2025 konnten aufgrund einer Haushaltssperre zahlreiche Naturschutzprojekte nicht wie geplant umgesetzt werden. Für den nächsten Doppelhaushalt müssen ausreichend Mittel bereitgestellt werden, um Naturschutzziele zu erreichen und die Naturjuwelen im Landkreis Schweinfurt zu schützen.

Bedrohter Ortolan benötigt fortlaufende Unterstützung

Besonders betroffen ist das Artenhilfsprogramm (AHP) Ortolan des LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Der Ortolan ist in Bayern vom Aussterben bedroht. Seit Jahren arbeitet der LBV im Landkreis Schweinfurt erfolgreich mit Landwirten zusammen, die ihre Flächen extensiver bewirtschaften und gezielt Feldfrüchte anbauen, die der Art optimale Bedingungen bieten.

Der Ortolan benötigt strukturreiche Waldränder oder Streuobstwiesen als Singwarten sowie extensiv genutzte Ackerflächen oder breite Ackerrandstreifen als Brutgebiet. Nur eine verlässlich finanzierte, angepasste Bewirtschaftung kann die letzten Vorkommen in Unterfranken sichern.

Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz gefährdet

Bayerns freiwilliger und kooperativer Weg im Naturschutz war in den vergangenen Jahren erfolgreich – er ist aber auch kostenintensiv. Wird dieser Weg nicht weiter ausreichend und langfristig finanziert, droht Vertrauen verloren zu gehen, das über Jahre hinweg zwischen Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutz aufgebaut wurde.

Fehlende Pflege hätte sichtbare Folgen:

  • Streuobstwiesen und Hecken verlieren ihren ökologischen Wert

  • Wiesen und Felder verarmen

  • Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum

Kürzungen gefährden das Artenhilfsprogramm Ortolan

Die zukünftige Finanzierung des AHP Ortolan durch das Bayerische Landesamt für Umwelt bzw. die Regierung von Unterfranken ist derzeit nicht gesichert. Die Mittel zur Entschädigung der Landwirte und zur Durchführung des Programms wurden für 2026 stark gekürzt.

Dies hätte schwerwiegende Auswirkungen:

  • Weniger angepasste, extensive Bewirtschaftung

  • Wegfall wichtiger Brut- und Nahrungsflächen

  • Weiterer Verlust der ohnehin knappen Lebensräume

Gut ein Drittel der bayerischen Ortolan-Population brütet im Landkreis Schweinfurt. Ein Rückgang hätte landesweite Bedeutung.

Appell an die Landespolitik

„Wir bitten die Landtagsabgeordneten Martina Gießübel und Felix von Zobel, sich für eine verlässliche Finanzierung im bayerischen Naturschutzhaushalt einzusetzen. Die letzten Ortolan-Vorkommen Bayerns hängen davon ab“, sagt Udo Baake, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Schweinfurt.

Er betont weiter:
„Naturschutz ist nicht verhandelbar, denn die Natur verhandelt auch nicht mit uns. Beim Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen dürfen wir nicht nachlassen.“

Über den LBV

Der LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. – wurde 1909 gegründet und ist der älteste Naturschutzverband Bayerns. Mit rund 117.000 Unterstützerinnen und Unterstützern setzt er sich durch fachlich fundierte Natur- und Artenschutzprojekte sowie Umweltbildungsarbeit für eine vielfältige Natur und Vogelwelt im Freistaat ein.
Mehr Informationen: www.lbv.de/ueber-uns


Rückfragen:
Udo Baake – E-Mail: udo.baake@lbv.de | Tel.: 0151-23004823

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