Städtebauförderung mit Perspektive: 21. Jahrestagung in Unterfranken widmet sich lebendigen Ortsmitten
Bereits zum 21. Mal veranstaltete die Regierung von Unterfranken ihre Jahrestagung zur Städtebauförderung. Die diesjährige Tagung, die im Sportzentrum Stadtlauringen (Landkreis Schweinfurt) stattfand, widmete sich aktuellen Herausforderungen und Chancen im Städtebau unter dem Leitthema:
Städtebauförderung
KERN-Kompetenzen – Perspektiven für eine lebendige Ortsmitte
Eröffnet wurde die Tagung von Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer. Sie betonte in ihrer Ansprache die zentrale Rolle, die Ortskerne für das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben spielen – gerade in Zeiten von demografischem Wandel, Klimakrise, Digitalisierung, Online-Handel und anhaltendem Strukturwandel. Auch die Nachwirkungen der Pandemie sowie die Inflation verstärken vielerorts Leerstände und den Funktionsverlust zentraler Lagen.
„Unsere Ortszentren sind weit mehr als nur bauliche Strukturen – sie sind die Bühne des öffentlichen Lebens, identitätsstiftend für die Menschen vor Ort“, so Dr. Weizendörfer.
Konzentration auf das Wesentliche: Die KERN-Kompetenzen
Die Städtebauförderung will genau hier ansetzen – mit klaren Strategien zur Stärkung der sogenannten KERN-Kompetenzen:
Kultur, Ernährung/Nahversorgung, Raum für Begegnung und Nachhaltigkeit. Welche Konzepte und konkreten Maßnahmen in der Praxis funktionieren, wurde bei der Tagung breit diskutiert.
Der 1. Bürgermeister von Stadtlauringen, Friedel Heckenlauer, begrüßte die über 250 Teilnehmenden, darunter zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Fachleute aus den kommunalen Verwaltungen sowie Planungs- und Ingenieurbüros. Auch Landrat Florian Töpper richtete ein Grußwort an die Gäste und unterstrich die Bedeutung der Städtebauförderung für die regionale Entwicklung.
Fachlicher Input und Praxisbeispiele mit Vorbildcharakter
Im fachlichen Teil der Tagung führte Baudirektor Volker Rasp – seit Februar 2025 Leiter des Sachgebiets Städtebau bei der Regierung von Unterfranken – durch aktuelle Entwicklungen und Förderschwerpunkte auf Landes- und Bezirksebene.
Im Anschluss zeigten ausgewählte Referentinnen und Referenten verschiedene Perspektiven auf die Zukunftsfähigkeit von Ortszentren:
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Prof. Dipl. Arch. ETH SIA Mark Michaeli, Inhaber des Lehrstuhls für nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land an der TU München, präsentierte Einblicke aus Entwurfslaboren, Forschung und Lehre zur Frage: „Was müssen Ortskerne in Zukunft leisten?“
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Michael Kastl, 1. Bürgermeister von Münnerstadt, sprach unter dem Titel „Die Lust am Leerstand wecken“ über erfolgreiche Zwischennutzungen und kreative Strategien zur Reaktivierung von Leerständen.
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Georg Seiffert, Bürgermeister von Bischofsheim i.d.Rhön, stellte unter dem Motto „Mit Qualität und Esprit zum guten Landleben!“ vielfältige Projekte aus den Bereichen Naherholung, Freizeit, Kultur, Soziales und Gesundheit vor.
Stadtlauringen als Gastgeber – mit Vorzeigeprojekten vor Ort
Der Nachmittag wurde von der Marktgemeinde Stadtlauringen gestaltet. Bürgermeister Heckenlauer zeigte anhand konkreter Projekte, wie Stadtlauringen durch gezielte Investitionen in kulturelle und soziale Infrastruktur eine lebendige Ortsmitte geschaffen hat. Bei einem Rundgang durch den Altort wurden unter anderem die Sporthalle, die Amtskellerei, der Kirchplatz, der Marktplatz und die neue Parkscheune besucht.
Gelungene Tagung mit nachhaltigen Impulsen
Die 21. Jahrestagung Städtebauförderung bot reichlich Gelegenheit zum fachlichen Austausch, zur Inspiration durch gelungene Praxisbeispiele und zum Vernetzen von Kommunen, Planenden und Verwaltung. Neben wissenschaftlichen Impulsen und konkreten Umsetzungsideen wurde einmal mehr deutlich: Die Zukunft lebendiger Ortszentren liegt im Zusammenspiel aus Kreativität, Nachhaltigkeit und bürgernaher Planung.

