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Hochbetrieb auf Schonungens Baustellen trotz „Corona-Krise“

Gleich drei Baggerfahrzeuge sind gerade am Nadelöhr am Marktsteinacher Zellingen im Einsatz und verlegen dort Zug um Zug große Kanalbauteile. Foto: Gemeinde Schonungen

Schonungen drückt aufs Tempo um möglichst viele Zuschüsse zu akquirieren

Dass der Kanalbau bei Bürgern in der Regel keine Begeisterungsstürme hervorruft, ist allgemein bekannt. Trotz der dramatischen Bilder im Fernsehen durch Hochwasserschäden zählt der Kanalbau häufig zu den undankbarsten Aufgaben in der Kommunalpolitik. Kanäle werden oft als teuer, aber auch selbstverständlich angesehen und sind nicht sicht- bzw. wahrnehmbar unterirdisch vergraben. Während den Baumaßnahmen handelt sich die Gemeinde oft genug Ärger mit Verkehrsbeeinträchtigungen, problematischen Zufahrten, Parkplatznot, Lärm, Staub und Schäden in Folge der Baustelle ein.

Trotzdem wagt die Großgemeinde Schonungen ein Maßnahmenpaket von nie da gewesener Größe. Rund 16 Mio. Euro fließen in die Entwässerungseinrichtung. Weite Teile der Kanalisation werden modernisiert, vergrößert und erweitert. Ein leistungsfähiges Kanalnetz soll den Unterhalt und damit die laufenden Kosten deutlich reduzieren, dem Umwelt- und Naturschutz, vor allem aber den extremer werdenden Starkregenereignissen Rechnung tragen. Hinzu kommen neben dem oft umfangreichen Kanalbau nicht selten noch der Austausch von Wasserleitungen, die Erneuerung von Gas, Strom, Telefon, Glasfaser bis hin zum Straßenneubau und das Setzen neuer Laternen.

Auch in „Corona-Zeiten“ herrscht auf den Baustellen der Gemeinde Hochbetrieb: „Wir drücken auf’s Tempo!“, verspricht Bürgermeister Stefan Rottmann. Sein Dank richtet sich an die Baufirmen, Kanalplaner und Kollegen im Bauamt der Gemeinde, die trotz aller widriger Umstände hervorragende Arbeit leisten. Es geht vorwärts – und damit fließen auch beträchtliche Zuschusssummen nach Schonungen. Erst im Herbst vergangenen Jahres konnte Bürgermeister Stefan Rottmann verkünden, dass ein neues Förderprogramm (RZwas 2018) unverhofft mehr als 4 Mio. Euro in die Kasse spült. Die Förderung ist an die Abwicklung der Kanalbauprojekte der nächsten zwei Jahre geknüpft. „Das Geld kommt eins zu eins den Bürgern zu Gute!“, verspricht Rottmann. Schonungen kommt unterfrankenweit als eine von wenigen Kommunen in den Genuss der so genannten RZWas-Härtefallförderung

Während im Ortsteil Marktsteinach Millionenprojekte wie die Fertigstellung des Regenüberlauf-/Regenrückhaltebecken am Ortseingang sowie die Verlegung des Hauptsammlers im Ortskern in der Umsetzung sind, bereitet die Gemeinde parallel schon die nächsten Kanalgroßprojekte vor. Als weitere Maßnahme mit mehreren Millionen Investitionssumme steht der Neubau/Sanierung des Kanals in der Hausener Hauptstraße/Kirchplatz an, in Forst ist der Kanal in Fortsetzung des Dorfangers bis zum Einmündungsbereich „Steinberg“ eingeplant. Außerdem stehen in Marktsteinach noch weitere Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten an Ortskanälen an. Erst vor wenigen Tagen wurde der Kanalneubau im Gewerbegebiet „Tiefer Graben“ fertig gestellt, wie Rottmann berichtet.

„Es passiert zu viel in zu kurzer Zeit“, heißt es immer öfter aus der Bürgerschaft. Und tatsächlich laufen großgemeindeweit gerade Baustellen in einem nie da gewesenem Ausmaß und Investitionsvolumen. Trotzdem bittet Stefan Rottmann die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis, auch wenn es vereinzelt zu Einschränkungen und Beeinträchtigungen kommt. Jetzt gehe es darum mit den Fördermillionen so viele Maßnahmen wie möglich umzusetzen.

 

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