Am 8. April 2025 jährte sich zum 80. Mal der Einmarsch der Amerikaner in Werneck und den
umliegenden Gemeinden. Damit endete auch die Herrschaft des Nationalsozialismus in der Region.
Über diese Periode war bisher recht wenig bekannt. In mehrjähriger Auswertung verschiedener
Quellen und der Befragung von Zeitzeugen ist es dem Historischen Verein Markt Werneck
gelungen, eine lesenswerte Dokumentation mit dem Titel „1933-1945 Nationalsozialismus in
Werneck“ zu erstellen.
Die daraus resultierenden Erkenntnisse wurden in Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam
„800 Jahre Werneck“ in einem besonderen Vortrag in der Aula der Balthasar-Neumann-Mittelschule
beleuchtet. Mit historischen Bildern, Dokumenten, Zeitungsartikeln und Berichten von Zeitzeugen
ließ Bernd Göbel, Vorsitzender des Historischen Vereins Markt Werneck, die dramatischen
Ereignisse dieser Jahre erlebbar werden.
Reichstagswahlen, Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Machtergreifung der Nationalsozialisten,
6 Jahre Krieg, Kriegsgefangene, Luftangriffe auf Schweinfurt und bedingungslose Kapitulation der
deutschen Wehrmacht. Wie haben die Menschen diese Zeiten, das Kriegsende und die
Nachkriegszeit erlebt? Welche Folgen hatte es für Werneck und die umliegenden Dörfer? Sind
Unterschiede und Ähnlichkeiten der Geschehnisse zur heutigen Zeit erkennbar? Diesen Themen
und Fragen stellte sich Bernd Göbel angemessen, eindrucksvoll und souverän.
Der Referent betonte von der Machtergreifung Hitlers bis zum Einmarsch der Amerikaner immer
wieder die Bedeutung der Erinnerungskultur und des zivilen Engagement. „Auch heute, 80 Jahre
später, sind Frieden und Demokratie keine Selbstverständlichkeit. Die aktuellen Konflikte in Europa
und weltweit zeigen, wie wichtig es ist, aus der Geschichte zu lernen.“ Gut 200 interessierte
Besucherinnen und Besucher würdigten den Appell und das außergewöhnliche Engagement von
Bernd Göbel mit ganz viel Applaus.

