Grettstadter Kirchweihtänzer

Foto: Krisztian Müller

Die Grettschter Kirchweih – Ein Fest lebt wieder auf

Wer in diesem Jahr die Grettschter Kerm besucht hat, spürte es auch heuer wieder deutlich: Die Kirchweih ist zu einem Fest für alle geworden. Straßen und Plätze waren gefüllt, die Stimmung ausgelassen und beim Festumzug schien kein Ende in Sicht. Die Menschen standen wieder am Straßenrand, feierten, klatschten, freuten sich und selbst Fahnen wurden gehisst – so wie man es sich für eine Kirchweih wünscht.

Ein großer Teil ist den Fichtenburschen zu verdanken, die Jahr für Jahr mit großem Einsatz beim Aufstellen der Fichtenbäume, bei der Organisation und beim Feiern selbst dabei sind. Ihr Engagement ist aus der Kirchweih nicht wegzudenken.

Tradition bewahren

Doch wer sich an die Jahre zuvor erinnert, weiß: Die Kirchweih war ein eher stilles Ereignis geworden. Wenige Zuschauer, ein kleiner Festzug, kaum Leben auf den Straßen. Erst als die Kirchweihtänze wieder ins Leben gerufen wurden und sich neue Tanzgruppen bildeten, kehrte die Begeisterung zurück. Mit Musik, Trachten und dem Generationstanz um die Linde kam die Freude – und mit ihr die Menschen. Heute nehmen wieder zahlreiche Gruppen am Umzug teil, viele junge und ältere Grettschter sind wieder stolz darauf, ein Teil dieser Tradition zu sein. Angefangen hat alles damit, als Ewald Vögler die Kirchweih vom EZB wieder ins Dorf zurückholte, und das hat mich dazu veranlasst, mich nun für die Grettschter Kerm zu engagieren. 2012 tanzten wir das erste Mal mit den Musikkids um die Linde – damals noch musikalisch begleitet vom Ensemble tonArt. Kurz darauf konnte ich Rolf Mauder und seine Kapelle begeistern und ein paar Jahre später nahm ich dann auch die Kindergartenkinder dazu. Immer mehr Menschen kamen und schauten den Tänzen zu. Was jetzt daraus geworden ist, das konnte man auch heuer wieder eindrucksvoll erleben. Vier Generationen tanzen wieder um die Linde!

Dorfgemeinschaft in Grettstadt

Diese Wiederbelebung war kein Zufall, sondern das Ergebnis von Herzblut, Gemeinschaft und Initiative. Die Tanzgruppen, die Proben, die Organisation rund um die Linde – all das hat der Kirchweih ein neues Gesicht gegeben. Sie ist heute wieder das, was sich viele schon lange gewünscht haben – ein Fest für alle Generationen, für die Dorfgemeinschaft und für Grettstadt. Mein Wunsch für die Zukunft: Ein Miteinander zwischen Jung und Alt, ein Miteinander zwischen Fichtenburschen und Tanztradition. Den Zusammenhalt von Menschen zu fördern und in diesen nicht ganz einfachen Zeiten etwas Leichtigkeit in die Gesellschaft zu bringen, ist mir ein wichtiges Anliegen.

 

Ein großes Dankeschön an alle Rund um die Linde, denn auch die müssen einmal genannt werden:

– Jens Machnow, 1. Bgm., der unsere Kirchweih tatkräftig unterstützt

– Christine Lenhard für die Tanzkids

– Karin Lommel und Carolin Fiedler für die Kita Storchennest

– die Kirchweihtänzer, die ich mit großer Freude anleiten darf

– Miriam Fleischer mit den LindentänzerInnen

– die Seniorengruppe mit Elisabeth Ankenbrand

– der Blaskapelle Rolf Mauder

– Karin Birkner mit ihrem Blumenteam

– Krisztian Müller, der für uns die schönen Kirchweihfotos macht

– den SchilderbauerInnen und TrägerInnen

– und allen Unterstützern

Ziel der Kirchweih

Als  die Tanzgruppen gegründet wurde, war das Ziel unser Kirchweih wieder Leben einzuhauchen. Menschen sollen sich wieder treffen, tanzen und Spaß haben – so wie es ganz früher einmal war. Sie wollen keine Plantänze wie in anderen Ortschaften, die wunderschön sind und schon eine sehr lange Tradition haben. Auf diese können Sie leider nicht zurück blicken – deshalb will grettstadt ihre eigene Tradition.

Daraus ist inzwischen der Arbeitskreis „Rund um die Linde – Grettschter Kerm“ entstanden, in dem einige engagierte Menschen mitwirken, um die Kirchweih jedes Jahr zu einem glänzenden Fest werden zu lassen.

Die Kirchweih zeigt damit eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Tradition und neue Ideen zusammenkommen.

Wenn Fichtenburschen, Tänzerinnen und Tänzer, Musik, die Gemeinde und viele helfende Hände an einem Strang ziehen, entsteht ein Fest, das weit über Grettstadt hinaus strahlt.

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