Sennfeld (eva). Gelebte Tradition und Historie am Plan: Ihren Ursprung hat die Sennfelder Kirchweih nicht in der Weihe der Ortskirche sondern in der Wiedererlangung der Reichsfreiheit im Jahr 1649. Im damals kaiserlich Freien Reichsdorf wurde das Dekret verabschiedet jährlich am 1. Sonntag im September ein „Freudenfest“ mit Singen, Tanzen, Musizieren und Predigt abzuhalten.
An diese historischen Wurzeln erinnert heute Bürgermeister Oliver Schulze wenn er von einer ursprünglichen, traditionellen Kirchweih spricht. „Wir feiern kein Bier– oder Weinfest, wir feiern ein historisch überliefertes Fest, in dessen Mittelpunkt die Erhaltung und Weitergabe der Tradition an zukünftige Generationen steht.“ Die „zukünftigen Generationen“ sind in der Kirchweih festeingebunden, sei es Fichtenbursche, Planmädchen oder Planbursche.
Mit alten Gerätschaften und Muskelkraft
Festauftakt ist am Samstag, 6 September, um 14 Uhr mit dem Einholen des Planbaumes. Gegen 15.30 Uhr beginnt das Aufstellen des Planbaumes mit den überlieferten Gerätschaften und Muskelkraft. In diesem Jahr „feiert“ die Planbaumgrube übrigens ihren 70ten Geburtstag. Die Fichtenburschen stellen derweil die Kirchweihfichten vor den örtlichen Gaststätten auf. Ab 19.30 Uhr spielen die „Jungen Sennfelder“ auf und die Planpaare 2025 werden der Öffentlichkeit vorgestellt. Stattliche acht Planpaare werden in diesem Jahr die Tradition der fränkischen Rundtänze pflegen.
Am Sonntag findet der Plangottesdienst statt. Nach dem Gottesdienst hält ein Planbursche die traditionelle Planrede mit der die Festlichkeiten eröffnet werden. Beim anschließenden „Vivat“-Trinken bedenkt er alle Ehrengäste der Kirchweih mit einem Schluck Wein.
Den ersten Tanz einer jeden Kirchweih tanzen die Planburschen mit den kleinen unbescholtenen Mädchen des Ortes. „Gänsdreckli aushätschn“ – fern Gänsekot von der Tanzfläche schaffen- nennen die Sennfelder diese Tradition. Mit dem feierlichen Einzug der Planpaare beginnt der eigentliche Festbetrieb. Nach den Ehrentouren steht der Plan für Alle offen.
Am Kirchweihmontag kommen die Planburschen im „Stöß“ – einem langen schwarzen Gehrock- und einem Zylinder zum Plan, ganz wie es Ende des 19. JahrhundertsMode war. Die Mädchen kleiden sich festlich und kommen in der heutigen Zeit sehr oft im Dirndl.
Zur Nachkirchweih laden der Bürgermeister mit Gemeinderat, der Volkstrachten-Erhaltungsverein „Die Semflder“ und die Planpaare am Sonntag, 14. September, ab 14 Uhr ein.
Seit nunmehr 79 Jahren, hat im Auftrag der Gemeinde Sennfeld, der Sennfelder Volkstrachtenverein die ehrenvolle Aufgabe, die Semflder Krim nach alter Tradition auszurichten. Gelebte Tradition und Historie am Plan

