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Fünf häufige Kostenfallen, auf die Verbraucher achten sollten

Der Weltverbrauchertag wird alljährlich am 15. März begangen. Dieses Jahr rücken die Verbraucherzentralen Kostenfallen im Verbraucheralltag in den Fokus. In unserer Pressemeldung machen wir auf fünf Kostenfallen aufmerksam, über die sich viele Verbraucher vor Ort beschweren. Foto: Verbraucherzentrale Bayern

Weltverbrauchertag 2020

Der Weltverbrauchertag wird alljährlich am 15. März begangen. Er steht auch dieses Jahr ganz im Zeichen der Verbraucherrechte. „Ob zu lange Vertragslaufzeiten oder die Horrorrechnung vom Schlüsseldienst, in vielen Bereichen sind Verbraucher immer noch nicht ausreichend geschützt“, sagt Stefanie Gold von der Schweinfurter Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Bayern. Die Verbraucherexpertin macht auf fünf Kostenfallen im Alltag aufmerksam, über die sich viele Verbraucher beschweren.

Kostenfalle 1: Ungewollter Wechsel des Energieanbieters

Immer wieder werden Verbrauchern unbemerkt Strom- und Gasverträge untergeschoben. Am Telefon oder an der Haustür nehmen Vermittler Kontakt auf. Im Gespräch geht es zwar um Energie und womöglich konkrete Tarifangebote. Zugleich werden beim Verbraucher Daten abgefragt, die für einen Anbieterwechsel benötigt werden. Dass der Vermittler im Namen des Verbrauchers einen Wechsel einleiten will, macht er dabei nicht deutlich. Die Betroffenen erfahren davon oft erst nachträglich aus der Auftrags- oder Kündigungsbestätigung.

Kostenfalle 2: Zu lange Vertragslaufzeiten

Es betrifft meist Fitnessverträge, Partnervermittlungsverträge, Zeitschriftenabonnements oder auch Telefon-Verträge. Zu guten Konditionen bekommen Verbraucher oft nur Verträge mit einer zweijährigen Laufzeit angeboten. Diese verlängern sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn der Verbraucher sie nicht rechtzeitig kündigt. Das wird von vielen Verbrauchern schlicht übersehen oder gerät wieder in Vergessenheit, sodass sie länger als gewollt
an ihren Vertrag gebunden sind.

Kostenfalle 3: Unerlaubte Telefonwerbung

Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern ohne deren vorherige ausdrückliche Zustimmung ist unzulässig. Sie wird mit einem Bußgeld von bis zu 300.000 Euro belegt. Trotz dieses Verbots halten die Verbraucherbeschwerden zu unerlaubter Telefonwerbung weiter an. Unseriöse Anbieter nutzen diese Anrufe häufig, um Verbrauchern ungewollte Zeitschriftenabos oder andere Verträge unterzuschieben.

Kostenfalle 4: Inkassokosten sind häufig unberechtigt oder zu hoch

Viele Inkassounternehmen machen selbst dann, wenn ihre Tätigkeit nur im Versenden eines Mahnschreibens besteht, Kosten von über 70 Euro geltend. Sie berufen sich dabei auf einen Gebührenrahmen, dessen Anwendung derzeit gewisse Spielräume lässt. Die geforderten Beträge erscheinen jedoch oft deutlich überhöht und unangemessen. Ein weiteres Problem:
Verbraucher sehen sich immer wieder Inkassoforderungen gegenüber, obwohl sie sich selbst gar nicht darüber bewusst sind, dass sie überhaupt in Verzug geraten sind. Häufig sind diese unberechtigt.

Kostenfalle 5: Das Geschäft mit den Notdiensten

Unseriöse Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe nutzen Notlagen von Verbrauchern aus. Sie verlangen häufig für unsachgemäß durchgeführte Leistungen völlig überhöhte Beträge und drängen ihre Kunden zu einer sofortigen Bezahlung. Preise für eine einfache Türöffnung von über 1.000 Euro sind keine Seltenheit. Auch andere Bereiche wie die Schädlingsbekämpfung oder die Rohrreinigung fallen durch unsachgemäße Arbeiten und unverhältnismäßig hohe Geldforderungen auf.

Aus Sicht der Verbraucherzentrale Bayern ließen sich viele dieser Ärgernisse für Verbraucher beseitigen, wenn der Gesetzgeber einschreiten würde. „Eine Bestätigungslösung für telefonisch geschlossene Verträge ist längst politisch im Gespräch ebenso wie eine klare Regelung für Inkassokosten“, sagt Marion Zinkeler, Vorständin der Verbraucherzentrale Bayern. „Bis hier Taten folgen, können wir Verbrauchern nur raten, im Alltag sehr wachsam zu sein und sich lieber einmal zu viel als zu wenig bei den Verbraucherberatungsstellen zu erkundigen.“

Über den Weltverbrauchertag

Der Weltverbrauchertag wird jedes Jahr am 15. März begangen. Weltweit erinnern an diesem Tag Verbraucherorganisationen an die Schutzinteressen der Verbraucher, an grundlegende Verbraucherrechte sowie an die Notwendigkeit, sozialem Unrecht, ökologischem Raubbau und ökonomischem Machtmissbrauch zu begegnen.

 

 

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