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Festnahme nach Callcenterbetrug – Aber auch erfolgreiche Versuche bringen Senioren um ihr Geld

Symbolbild. Foto: Christian Klippel

Callcenter-Betrug in Unterfranken: Senioren um hohe Summen betrogen
Falsche Polizeibeamte erbeuten in Euerbach und Bad Königshofen fünfstellige Beträge – Polizei warnt vor Enkeltrick und Abholmasche

Unterfranken – Gleich zwei Fälle von Callcenter-Betrug beschäftigen derzeit die Polizei in Unterfranken. In Euerbach und Bad Königshofen wurden zwei Seniorinnen um hohe Geldbeträge gebracht. In beiden Fällen gaben sich die Täter am Telefon als Polizeibeamte aus.

Fall Euerbach: Tatverdächtige in Untersuchungshaft
Eine 84-jährige Frau aus Euerbach erhielt am Dienstagmittag einen Anruf von einer angeblichen Polizistin. Diese behauptete, ein naher Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Um eine drohende Haftstrafe abzuwenden, solle eine Kaution hinterlegt werden. Die Seniorin übergab daraufhin einen fünfstelligen Betrag an einen Abholer.

Später am Tag versuchten die Täter erneut, Geld zu erlangen. Die Frau verständigte diesmal die echte Polizei. Als eine 32-jährige Frau, die sich erneut als Polizeibeamtin ausgab, an der Wohnadresse erschien, wurde sie von der Polizei Schweinfurt vorläufig festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen dringenden Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs. Die Tatverdächtige sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an.

Fall Bad Königshofen: Täter entkommen
Weniger Glück hatte eine 84-jährige Rentnerin aus Bad Königshofen. Am Mittwochnachmittag riefen unbekannte Täter an, die vorgaben, ihre Enkelin habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um die vermeintliche Haft abzuwehren, sollte die Seniorin Bargeld und Schmuck übergeben.

Die Rentnerin übergab einem bisher unbekannten Jugendlichen Bargeld und Schmuck im niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Betrugsmasche fiel erst auf, als die echte Enkelin später anrief. Die Kriminalpolizei Würzburg hat die Ermittlungen übernommen und bittet um Hinweise.

Personenbeschreibung des Abholers:

  • männlich, ca. 15 Jahre alt

  • blaue Jeans

  • Rucksack

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Würzburg unter Tel. 0931/457-1732 entgegen. Auch Beobachtungen zu einem möglichen Fluchtfahrzeug sind für die Ermittler von Bedeutung.

Polizei warnt und setzt auf Prävention
Die Polizei Unterfranken warnt eindringlich vor der Masche der falschen Polizeibeamten und des sogenannten Enkeltricks. Seit mehreren Jahren laufen Präventionskampagnen wie „Leg’ auf!“, „Ich schütze Oma und Opa“ und „Chill mal Oma“.

Die Polizei rät:

  • Legen Sie bei verdächtigen Anrufen sofort auf.

  • Wählen Sie selbst den Notruf 110 und fragen Sie nach.

  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Fremde.

  • Die Polizei fordert keine Kautionen und holt keine Wertsachen ab.

  • Sprechen Sie mit Angehörigen, Freunden und Nachbarn über diese Betrugsmaschen.

Weitere Informationen zu den Präventionskampagnen finden sich auf den Internetseiten der Bayerischen Polizei.

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