FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer beim Fan-Club Gulp: Die Nähe zu den Fans als verbindendes „Bayern-Gen“

Große Ehre für den Fan-Club Gulp. Bayern-Präsident Herbert Hainer war zu Gast. Auf dem Foto (v. li.): Roger Keilholz (Schriftführer), Gulp-Präsident Thomas Häussler, Herbert Hainer und Thomas Condlin (2. Gulp-Präsident). Foto: Wiener

Dittelbrunn (el). Keine europäische Super-League, keine finanziellen Experimente und Ausbau der eigenen Nachwuchsarbeit. Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer bezog klar Stellung beim Fan Treffen des Bayern-München Fancubs Gulp aus Dittelbrunn. Dieser hatte die Ehre den Präsidenten im Rahmen der Weihnachtsbesuche empfangen zu dürfen, die in der Vorweihnachtszeit wegen Schneesturms kurzfristig abgesagt werden mussten und jetzt nachgeholt wurden. Und so kam der Bayern-Boss dieses mal in das stilvolle Ambiente des Hirschkellers, zu dem die rund 70 Mitglieder und eine handverlesene Auswahl an externen Gästen eingeladen worden waren.

Gründungsmitglied Michael Heusinger begann mit einem humorvollen Rückblick auf die Geschichte der Bayern-Unterstützer, die 1982 auf der Dittelbrunner Kirchweih begann. Viele Anekdoten seien nicht spruchreif, weswegen der Mantel des Schweigens darüber geworfen wurde. Zunächst wurden die Spiele „Mit fünf Mann im Golf“ besucht, heute ist es meistens ein ganzer Bus voll und wenn es nicht genügend Teilnehmer gibt, dann wird ein Achtsitzer angemietet. Grundsätzlich werden Reisen zu allen Heimspielen angeboten.

Niemand kann mehr genau sagen,  wieviel Bayern-Spiele bislang besucht wurden. Es dürfte in die Tausende gehen, berichtete Vorsitzender Thomas Häussler, der unermüdliche Motor und Organisationschef des Vereins. Egal ob Dubai oder Tokio, auf der ganzen Welt waren die Dittelbrunner schon mit „ihren“ Bayern unterwegs.

Aussagen, die auch den Bayern-Präsidenten beeindruckten, der sich angetan von der Idee zeigte, dass kleine Clubs diesen Zusammenhalt und Unterstützung aufbringen. Nicht wenige Supporter-Clubs hätten inzwischen über 1000 Mitglieder und müssten ganze Hallen für die Besuche von Bayern-Stars anmieten. Und so genoss auch er die familiäre Atmosphäre im Hirschkeller, bei der er die Fragen der Fans gerne beantwortete und das „Bayern-Gen“ heraus strich, das man entweder hat – oder nicht. Thomas Häussler hatte ihm nicht zuviel versprochen. Herbert Hainer unterstrich diese enge Bindung und führte als Beweis an, dass kaum ein anderer Club in der Weise auf seine Fans zugehe, dass die Aushängeschilder des Vereins hinausströmen in die Clubs und oft an ihren freien Sonntagen teilweise sogar Flugreisen auf sich nehmen, um die weiter entfernten Fan-Clubs zu besuchen. Mit 23 Repräsentanten waren die Bayern auch an diesem Sonntag zu den Fan-Clubs ausgeschwärmt. Hainer selbst hatte mit seiner Anfahrt aus seinem Wohnort Herzogenaurach noch ein vergleichsweise günstiges Los gezogen.

Und auch an der sozialen Verantwortung soll weiter festgehalten werden. Dies waren Vorgaben, wie sie schon von Uli Hoeness und Franz Beckenbauer vorgegeben wurden und in dieser Tradition werde man weiter agieren. Grundsätzlich soll der FC Bayern „schon so bleiben wie er ist“, auch wenn strategische Entscheidungen oft schwer vorhersehbar sind und im Sinne der Zukunftsentwicklung bisweilen auch weh tun können.

Das 80 Mio-Euro-Projekt Bayern-Campus soll künftig wieder mehr Talente hervorbringen und an den Profi-Kader heranführen, denn eine 100-Mio.-Euro-Investition wie in Harry Kane könne sich der FC Bayern nicht jedes Jahr leisten. Mit Krätzig oder Pavlovic sei man zuletzt aber schon sehr zufrieden gewesen. Um noch bessere Talente zu sichten, gab es zuletzt Änderungen im Scouting-Bereich und auch im Trainerstab auf dem Campus. Gleichzeitig wolle man keine Durchlaufstation sein, „wie Borussia Dortmund“.

Dass nicht alle Fans immer bei öffentlichen Trainings dabei sein können, habe mit den aus Sicherheitsgründen auf 2.300 Besucher begrenzten Kapazitäten auf dem Gelände der Säbener Straße zu tun, erläuterte der Bayern-Präsident auf Nachfrage, warum teilweise Fans „ausgesperrt“ würden. Von Thomas Tuchel wisse er, dass es eine solche Fan-Nähe in Chelsea nie gegeben habe. Da sei die Mannschaft sehr viel strikter von den Fans abgeschirmt. Für Gulp-Präsidenten Thomas Häussler hatte er deshalb noch eine besondere Überraschung parat. Er gehört bei der nächsten Sponsoren-Reise in die USA oder nach Fernost zu den 30 auserwählten Begleitpersonen aus dem Tross des FC Bayern, die dem nahen Umfeld des Teams angehören.

Gleichzeitig sei man natürlich schon auch stolz darauf, der mitgliederstärkste Fußball-Verein der Welt zu sein. Allein seit Weihnachten habe es wieder einen Zuwachs um 30.000 Mitglieder gegeben.

Und als Herbert Hainer wieder gehen musste wusste er genau: Auch in Unterfranken ist eben jenes „Bayern-Gen“ vorhanden.

     

Große Ehre für den Fan-Club Gulp. Bayern-Präsident Herbert Hainer war zu Gast. Auf dem Foto (v. li.): Roger Keilholz (Schriftführer), Gulp-Präsident Thomas Häussler, Herbert Hainer und Thomas Condlin (2. Gulp-Präsident). Foto: Wiener

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