Die Europäische Kommission hat am 7.7.2026 ihre EU-Tierhaltungsstrategie vorgestellt. Stefan Köhler, agrarpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe im Europäischen Parlament erklärte dazu: Die Zukunft der europäischen Tierhaltung kann nur gelingen, wenn Tiergesundheit, Tierwohl und die Perspektiven junger Landwirtinnen und Landwirte gemeinsam gedacht werden.Die europäische Tierhaltung steht vor großen Herausforderungen. Tierseuchen, steigende Anforderungen an das Tierwohl und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen setzen viele Betriebe unter Druck. Die neue EU-Tierhaltungsstrategie muss deshalb Tiergesundheit, Tierwohl und den Generationswechsel gemeinsam in den Blick nehmen.Wir brauchen mehr Prävention bei Tierseuchen, eine faire Finanzierung höherer Tierwohlstandards und verlässliche Perspektiven für die nächste Generation von Landwirtinnen und Landwirten. Nur so kann die europäische Tierhaltung nachhaltig, wettbewerbsfähig und zukunftsfest bleiben.
Tiergesundheit stärken und Tierseuchen wirksam bekämpfen
Wiederkehrende Ausbrüche von Tierseuchen wie der Vogelgrippe, der Afrikanischen Schweinepest oder der Blauzungenkrankheit belasten viele Betriebe erheblich. Deshalb müssen Prävention, Impfstrategien und die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten deutlich verbessert werden.Eine Evaluierung des Tiergesundheitsrechts sowie eine Überarbeitung des One-Health-Ansatzes würde ich ausdrücklich begrüßen. Zudem müssen auch Schlachtstätten stärker in den Mittelpunkt der Diskussion rücken. Immer mehr Schlachthöfe schließen, wodurch nicht nur die Transportwege für Tiere länger werden. Gleichzeitig wächst die Marktmacht weniger großer Unternehmen.
Tierwohl und Generationswechsel gemeinsam sichern.
Höhere Tierwohlstandards entsprechen den Erwartungen der Gesellschaft, verursachen für die landwirtschaftlichen Betriebe jedoch erhebliche Mehrkosten. Damit die Umsetzung gelingt, müssen diese finanziellen Belastungen fair entlang der gesamten Wertschöpfungskette verteilt werden.Der Einstieg in die Tierhaltung ist mit hohen Investitionen und langfristigen Entscheidungen verbunden. Diese Investitionen sollten zugleich die Nachhaltigkeit der Betriebe stärken. Junge Landwirtinnen und Landwirte brauchen deshalb verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie sowie einen besseren Zugang zu Fördermitteln und Innovationen. Die Resilienz des Sektors muss außerdem durch die stärkere Nutzung regionaler Ressourcen verbessert werden – etwa durch den verstärkten Einsatz lokal angebauter Futtermittel.
Hintergrund
Mit der neuen EU-Tierhaltungsstrategie reagiert die Europäische Kommission auf die zentralen Herausforderungen der europäischen Tierhaltung. Dazu gehören wiederkehrende Tierseuchenausbrüche, steigende Anforderungen an Tierwohlstandards mit hohen Investitionskosten sowie ein stockender Generationswechsel aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten und hoher Einstiegshürden.
Gleichzeitig leistet die Tierhaltung einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit, zum Erhalt von Grünland, zur Kreislaufwirtschaft und zur Entwicklung ländlicher Räume. Die Strategie soll einen Rahmen schaffen, der wirtschaftliche Tragfähigkeit, Umweltziele sowie hohe Standards bei Tiergesundheit und Tierwohl miteinander verbindet.

