Es herrscht vorsichtiger Optimismus vor der Stichwahl – Zweikampf um den Chefsessel im Rathaus

Gespannte Blicke bei der Auszählung. Foto: Valtin

Schweinfurt (red). In Schweinfurt wird es zur erwarteten Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt kommen. Keiner der insgesamt sieben Kandidaten erreichte mehr als 50% der Stimmen. Bestes Ergebnis erzielte Ralf Hofmann (SPD/Volt), mit 37,6% Zustimmung. Er geht damit in die Stichwahl mit Oliver Schulte (CSU) der einen Anteil von 23,4% verbuchte. Zwischen beiden Kandidaten können sich nun die Schweinfurter am Sonntag, 22. März, bei der Stichwahl entscheiden.

Weitgehend auf Wahlwerbung verzichtet

Entsprechend den Ergebnissen war die Stimmung am Wahlsonntag im Rathaus. Ralf Hofmann verließ den Ort der Auszählung zeitig, um sich im 9 Pointer bei der Wahlparty feiern zu lassen. Oliver Schulte zeigte sich zwar enttäuscht, aber auch kampfbereit. Er hat das Rennen noch nicht aufgegeben und ist überzeugt am Ende ganz oben zu stehen. Richard Graupner  sagte für die AfD nur ganz lapidar „Es läuft!“ Kandidat Thomas Felsner, der weitgehend auf Wahlwerbung verzichtete landete mit immerhin 16,2 % auf dem dritten Rang. 9,9% Zustimmung für Stefan Labus dürften die Anhänger der Freien Wähler enttäuscht haben, erfreut sich der umtriebige Stadtrat doch mit vielen sozialen Aktionen und seinem Bemühen um den Erhalt des Krankenhauses St. Josef doch einer großen Beliebtheit. Dass Ulrike Schneider (6,9%) das Trio der Aussenseiter anführt, wird sie als Bestätigung für ihr Bemühen um ein anderes Stadtbussystem sehen. Holger Laschka (3,6%) wiederum hatte  unter dem allgemeinen Abwärtssog der Grünen zu leiden und Axel Schöll (2,5%) hatte seinen Wahlkampf zu stark auf das alleinige Thema Maxbrückenneubau fokussiert.

Kommt die große Koalition

Spannend wird die künftige Arbeit des Stadtrates werden. Das bisherige Bündnis von CSU und Grünen hat keine Mehrheit mehr. Einzige Doppelkoalitionsmöglichkeit wäre die zwischen CSU und der SPD. Beide verfügen über 12 Sitze und würden zusammen über mehr als die Hälfte der 44 Sitze verfügen. Ein Faktum, das beiden Parteien bekannt ist und mit dem sie sich beschäftigen müssen, egal, wer am Ende Oberbürgermeister ist.

Marianne Prowald aus dem SPD-Vorstand wollte noch keine Prognose wagen. „Diese Fragen wird erst beantwortet werden, wenn der Oberbürgermeister fest steht“, sagt sie und fügt hinzu, dass noch eine Menge Arbeit bevor steht und der große Vorsprung Hoffmanns noch keinerlei Aussagekraft habe. „Wir werden die Haustürgespräche fortführen und an Info-Ständen weiter informieren“. Bis zur letzten Sekunde werde man alles geben, um den Oberbürgermeister-Sessel für die SPD zurückzuerobern.

Alles andere als zufrieden

Alles andere als zufrieden zeigte sich CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Funk. 26,1 Prozent bei der Stadtratswahl bedeuten ein minus von 12,0 Prozent gegenüber der Wahl 2020, da gibt es nichts schön zu reden. „Wir sind nicht zufrieden, wir hatten uns mehr erhofft. Wir werden das Ergebnis aufarbeiten, die Fehler bei uns suchen.“ Funks Vermutung ist, dass die Arbeit der schwarz-grünen Koalition nicht in dem Maße bei den Wählenden angekommen ist, obwohl man gut miteinander harmoniert habe.

Als einzig echte Alternative bietet sich im neuen Stadtrat wohl eine rot/schwarze Koalition an, die mit 24 plus 1 über eine Mehrheit der Stimmen verfügen würde.  Eine zweite Alternative wäre der Zusammenschluss einer dieser beiden Parteien mit der AfD und einer weiteren politischen Gruppierung. Für Funk steht fest, man wird Sondierungsgespräche mit der SPD führen, und zeitnah eine Entscheidung finden. Vor allem, da einen Tag nach der Stichwahl die Haushaltsberatungen beginnen. Und die werden nicht einfach, bei der herrschenden Flaute in der städtischen Kasse. „Ich stehe zu soliden Finanzen. Wir müssen deutlich sagen, was geht und was nicht“, so Funk.

Bis am Abend des 22. März feststeht, wer die Nase im Rennen um den OB-Sessel vorne hat, werde man alle Kräfte im Wahlkampf bündeln.

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