Stadtlauringen (red). Der Ellertshäuser See, mit rund 33 Hektar der größte See in Unterfranken, bereitet sich auf die Sommersaison 2026 vor. Für viele Menschen in der Region ist er ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel. Gleichzeitig erfüllt das Gewässer wichtige ökologische Funktionen. Dieses Gleichgewicht zwischen Freizeitnutzung und Naturschutz zu sichern, gehört zu den zentralen Aufgaben des Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen.
Die letzte große Maßnahme fand im Jahr 2021 statt. Damals wurde der See vollständig abgelassen und trockengelegt. Dadurch konnten moderne Messanlagen eingebaut und umfangreiche Reinigungsarbeiten durchgeführt werden, die langfristig zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen sollen. Gleichzeitig wurde vor dem Hauptdamm ein zusätzlicher, kleinerer Damm errichtet, der heute unter der Wasseroberfläche liegt und für Besucher unsichtbar ist. Diese Konstruktion hat einen wichtigen Vorteil: Künftige Arbeiten können durchgeführt werden, ohne dass der gesamte See erneut abgelassen werden muss. In trockenen Jahren kann es nämlich bis zu zwei Jahre dauern, bis sich der See wieder vollständig füllt. Bei der letzten Sanierung sorgten allerdings ergiebige Regenfälle dafür, dass der See bereits nach wenigen Monaten wieder sein normales Niveau erreichte.
Wandernde Amphibien
Mittlerweile sind die damaligen Arbeiten abgeschlossen, doch ganz ohne Eingriffe bleibt der See nicht. Zuletzt wurden in der sogenannten Ökobucht Anpassungen vorgenommen. Ein dort zunächst errichteter Damm wurde inzwischen wieder entfernt. „Das war von Anfang an so vorgesehen“, erklärt Abteilungsleiter Andreas Kirchner vom Wasserwirtschaftsamt auf Anfrage. Während der Bauphase mussten für wandernde Amphibien zeitweise geeignete Aufenthaltsbereiche geschaffen werden. Nachdem diese Funktion nicht mehr notwendig ist, wurden stattdessen Brutinseln angelegt, die vor Fressfeinden wie dem Marder geschützt sind.
Um diese Arbeiten durchführen zu können, wurde der Wasserstand des Sees vorübergehend bewusst abgesenkt. Inzwischen ist der Pegel wieder angestaut worden und liegt derzeit bei 334,60 Metern über dem Meeresspiegel – rund zehn Zentimeter über dem üblichen Sommerniveau von 334,50 Metern. Dieser kleine Puffer ist notwendig, da kontinuierlich acht Liter pro Sekunde Wasser an den Sauerquellbach abgegeben werden muss.
Eingriffe erfolgen nur aus Gründen der Verkehrssicherung
Auch die Natur selbst gestaltet das Gebiet weiter mit. In der Ökobucht ist der Biber aktiv. Dass seine Bautätigkeit möglicherweise die Ruhe der Amphibien stören könnte, sei der Lauf der Natur. „Wir müssen den Biber da machen lassen, was er will“, betont Kirchner. Gefällte Bäume werden daher grundsätzlich nicht entfernt. Eingriffe erfolgen nur aus Gründen der Verkehrssicherung oder bei notwendigen Forstarbeiten. In diesem geschützten Bereich soll die Natur möglichst ohne menschliche Einflussnahme wirken.
Auch am Vorsee sind die Arbeiten inzwischen weitgehend abgeschlossen. Aktuell fehlt noch knapp ein Meter, bis das endgültige Stauziel erreicht ist. Am Hauptdamm wurden zudem alle nach den aktuellen Vorschriften erforderlichen Messanlagen installiert.
Radfahren auf dem Damm ist untersagt
Eine häufig geäußerte Forderung nach einem Windschutz entlang des Damms weist das Wasserwirtschaftsamt allerdings zurück. „Es handelt sich hier in erster Linie um ein technisches Bauwerk“, erklärt Kirchner. Daher sind nur Einrichtungen zulässig, die der technischen Überwachung dienen. Der Damm darf zwar zu Fuß überquert werden, ist jedoch nicht für den Radverkehr vorgesehen. Absturzsicherungen sind ebenfalls nicht geplant, wie diese wiederum nach Verkehrsrecht notwendig wären. Gerade an stark frequentierten Tagen könnten dadurch gefährliche Situationen entstehen. Entsprechende Hinweisschilder, die das Radfahren auf dem Damm untersagen, sollen in Kürze aufgestellt werden. Für Radfahrer empfiehlt das Wasserwirtschaftsamt die Route unterhalb des Damms am Campingplatz entlang, um den See zu umrunden. Bereits jetzt gilt im Bereich der Badeanlagen von Mai bis September ein Verbot für Radfahrer und Hunde. Die Badebereiche fallen jedoch in die Zuständigkeit Stadtlauringens, auf dessen Gemarkung sich der größte Teil des Sees befindet.
Derzeit werden zudem die Informationstafeln am Fußgängertunnel erneuert. Sie erläutern künftig die jüngsten Maßnahmen rund um den See und werden auch mit QR-Codes ausgestattet, über die Besucher weitere Informationen abrufen können.
Mit diesen Arbeiten ist der Ellertshäuser See nun weitgehend auf die kommende Badesaison vorbereitet – als Ort der Erholung ebenso wie als wertvoller Naturraum.




