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Doppelte Aufstiegschance für den FC Schweinfurt 05 – Anzeichen für zweigleisige 3. Liga verdichten sich

Obwohl der 1. FC Schweinfurt 05 neun Punkte vom Aufstiegsplatz entfernt ist, könnte es demnächst doch wieder Profi-Fußball im Willy-Sachs-Stadion geben. Foto: Stadt Schweinfurt

Schweinfurt/München/Frankfurt (eva). „Unverhofft kommt oft.“ Entsprechend diesem Sprichwort scheint es, als könne sich der 1. FC Schweinfurt 05  doch noch große Aufstiegschancen in die 3. Liga ausrechnen, auch wenn er aktuell neun Punkte Rückstand aufzuholen hätte.

Chance Nummer 1 böte sich dem 1. FC Schweinfurt 05 am außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes, der am 25. Mai erstmals virtuell stattfindet. Bei diesem Bundestag wird der saarländischen Fußball-Verband den Antrag auf die Einführung einer zweigleisigen 3. Liga mit jeweils 18 Vereinen stellen. Das vom Südwest-Regionalligisten SV Elversberg ausgearbeitete Konzept wird derzeit von mindestens 25 Vereinen unterstützt. Zu den Unterstützern zählen aus der Regionalliga Bayern Viktoria Aschaffenburg, die SpVgg Bayreuth und der 1. FC Schweinfurt 05.

Ein großer Vorteil des Elversberger Vorschlages ist die, der Corona-Pandemie geschuldeten unübersichtlichen Situation ob und wenn ja,  in welcher Weise der Spielbetrieb und der damit verbundene Auf- und Abstieg in den DFB-Spielklassen von statten gehen kann. Da dadurch ohnehin Eingriffe in den Spielbetrieb notwendig seien, so das Konzept des SV Elversberg, könne man durch das Modell einige offene Fragen lösen. So könne der pyramidiale Spielklassen-Aufbau wieder erreicht werden und alle fünf Regionalligameister aufsteigen.

Zuletzt war eine Regionalliga-Reform gescheitert, mit vier Ligen zu spielen, um vier Meister in  die dritte Liga aufsteigen zu lassen. Das hätte vier Absteiger bedeutet, womit das Verhältnismäßigkeits-Maximum ausgeschöpft gewesen wäre.

Doch für den 1. FC Schweinfurt 05 bietet sich plötzlich noch eine weitere Chance. Der derzeit weit enteilte Tabellenführer der Regionalliga Bayern, Türkgücü München, eröffnet den „Schnüdeln“ die 2. Aufstiegsmöglichkeit. Der Präsident und Mäzen des Vereins, Hasan Kirran, scheint sein Interesse an dem Club zu verlieren. Ein erstes Anzeichen für diese Spekulation gab der Verein mit der überraschenden Trennung von Geschäftsführer Robert Hettich. Dem von Hettich geholten Erfolgstrainer Rainer Maurer wurden kurze Zeit später Abwanderungsgedanken nachgesagt.

Ein weit größeres Problem stellt sich dem Verein jedoch im Hinblick auf die Stadionfrage. Bislang konnte man dem DFB keine Spielstätte für die 3. Liga melden. Einem Umzug nach Nordrhein-Wesfalen hatte der DFB eine Absage erteilt. Ebenso ad Acta gelegt werden kann die Hoffnung, die Heimspiele im Grünwalder Stadion auszutragen. Da mit dem TSV 1860 München und dem FC Bayern München II bereist zwei Drittligisten die Spielstätte benutzen ist die Kapazität laut DFB-Statuten ausgeschöpft.  Ein Umzug nach Unterhachung kann ebenfalls nicht stattfinden, da der Hausherr, die SpVgg Unterhaching, diesem bereits frühzeitig eine Absage erteilt hat.

Ein weiteres Problem stallt sich Türkgücü durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise. Dem Tabellenleader der Regionalliga Bayern brechen die Sponsoreneinnahmen weg.

Sollte ausgerechnet die Corona-Pandemie den 1. FC Schweinfurt 05 zurück in den lang ersehnten Profi-Fußball führen? Die Antwort auf diese Frage könnte es noch im Mai geben.

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