Aus der Region, Nachrichten

DGB Bayern: Fort- und Weiterbildung statt Entlassungen gefordert

Sind in Schweinfurt Entlassungen zu befürchten?

Arbeitsmarkt: Entlassungen sind die schlechteste Alternative
Jena: „Zeiten mit weniger Aufträgen müssen dazu genutzt werden, in Fort- und Weiterbildung zu investieren.“

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, stellt anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen fest: „Trotz der anhaltenden konjunkturellen Flaute bleibt der bayerische Arbeitsmarkt weitgehend stabil. Mit Sorge sehen wir jedoch die jüngsten Entwicklungen, wonach einige Betriebe in Bayern Stellenabbau einleiten und der Zugang in die Arbeitslosenversicherung steigt.“

Der DGB Bayern fordert die Arbeitgeber auf, alles dafür zu tun, die Beschäftigung zu sichern und die Menschen auch in konjunkturell schwierigen Phasen an Bord zu behalten. Jena hierzu: „Zeiten mit weniger Aufträgen müssen dazu genutzt werden, in Fort- und Weiterbildung zu investieren. Alle Beschäftigten müssen die Chance bekommen, sich entsprechend zu qualifizieren, um mit zukünftigen Anforderungen Schritt halten zu können. Ihre Beschäftigungsfähigkeit muss erhalten bleiben. Sobald die Konjunktur wieder anspringt, werden diese Fachkräfte dringend gebraucht.“

Zudem drängt der DGB Bayern darauf, das Recht auf das Nachholen eines Berufsabschlusses, wie im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie vereinbart, schnellstmöglich einzuführen: „Damit würde eine jahrelange Forderung des DGB aufgegriffen. Für eine arbeitsmarktpolitische Wirkung dieser Maßnahme ist allerdings eine bessere finanzielle Unterstützung von Arbeitslosen in abschlussbezogenen Weiterbildungsmaßnahmen unabdingbar. Hier muss auch die Bayerische Staatsregierung ihr Gewicht in die Waagschale werfen, damit diese Gesetzesinitiative Erfolg haben kann“, so Jena.

Der DGB fordert, das Arbeitslosengeld im Zeitraum einer Umschulung von derzeit 60 bzw. 67 Prozent auf 75 bzw. 82 Prozent um 15 Prozentpunkte zu erhöhen. Bei geringem Arbeitslosengeld und bei Hartz-IV-Bezug soll ein Mindestbetrag von 200 Euro pro Monat gelten. Darüber hinaus fordert der DGB, die derzeit befristete Regelung zur Weiterbildungsprämie für die erfolgreiche Teilnahme an Zwischen- und Abschlussprüfungen in Höhe von 1.000 bzw. 1.500 Euro zu entfristen.

„Der Irrsinn, wonach es sich für Arbeitslose mehr lohnt, einem Ein-Euro-Job nachzugehen, statt eine abschlussbezogene berufliche Weiterbildung anzustreben, muss endlich beendet werden. Der durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung entstehende finanzielle Mehrbedarf, den die Arbeitslosen in beiden Rechtskreisen überwiegend selbst tragen müssen, wird derzeit nicht gedeckt. Hier gilt es im Sinne einer besseren Aufwärtsmobilität anzusetzen“, so Jena abschließend.

Symbolfoto: Christian Klippel

Kommentare sind geschlossen