Deutschland trennt – doch beim Recycling ist noch Luft nach oben

Der TRENN-BÄR bei der Aktion "Deutschland trennt." der Initiative "Mülltrennung wirkt" (Foto: Initiative „Mülltrennung wirkt“ / Gaby Gerster)

Bundesweite Aufklärungsoffensive soll Mülltrennung verbessern und wertvolle Rohstoffe sichern

Köln, 27. Mai 2026 – Deutschland gilt als Vorreiter bei der Mülltrennung. Doch trotz hoher Beteiligung landet noch immer zu viel Abfall in der falschen Tonne. Um das Verpackungsrecycling zu verbessern und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten, starten die dualen Systeme vom 6. bis 21. Juni 2026 die bundesweite Aktion „Deutschland trennt.“. Gemeinsam mit Kommunen, Entsorgungsunternehmen und großen Handelsketten soll die bislang größte Informationskampagne zur richtigen Mülltrennung in Deutschland Millionen Menschen erreichen.

Jeder dritte Abfall in der Gelben Tonne ist ein Fehlwurf

Windeln, Staubsaugerbeutel, Batterien oder Essensreste haben in der Gelben Tonne nichts verloren – dennoch landen sie dort regelmäßig. Nach Angaben der dualen Systeme bestehen rund 30 Prozent der Inhalte von Gelben Tonnen und Gelben Säcken aus sogenannten Fehlwürfen.

Diese falsch entsorgten Abfälle erschweren die Sortierung und das Recycling erheblich. Gleichzeitig gehen wertvolle Rohstoffe verloren, die eigentlich wiederverwendet werden könnten. Häufig liegen die Ursachen in Unsicherheit oder hartnäckigen Irrtümern. So glauben viele Verbraucherinnen und Verbraucher noch immer, Verpackungen würden überwiegend verbrannt oder ins Ausland exportiert – obwohl sie in Deutschland zu großen Teilen recycelt werden.

Vier Millionen Tonnen Rohstoffe aus Recycling

Dabei spielt das Verpackungsrecycling eine wichtige Rolle für Klima- und Ressourcenschutz. Jährlich entstehen aus recycelten Verpackungen in Deutschland rund vier Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe. Diese werden für die Herstellung neuer Verpackungen und zahlreicher weiterer Produkte genutzt.

„Deutschland trennt bereits, das Potenzial ist aber noch nicht ausgeschöpft. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz wollen wir mit ,Deutschland trennt.‘ möglichst viele Menschen erreichen, informieren und motivieren, ihre Abfälle richtig zu trennen“, erklärt Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“.

500 Veranstaltungen und 20 Showtrucks in ganz Deutschland

Herzstück der Kampagne ist eine bundesweite Aufklärungstour. Innerhalb von 16 Tagen finden rund 500 Veranstaltungen statt. 20 Showtrucks machen in Städten und Gemeinden Station und informieren Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort.

Dabei beantworten Fachleute aus kommunalen Abfallberatungen und den dualen Systemen Fragen wie:

  • Muss ein Joghurtbecher vor der Entsorgung ausgespült werden?
  • Wohin gehören Batterien und Akkus?
  • Welche Verpackungen gehören tatsächlich in die Gelbe Tonne?

Mit interaktiven Aktionen, überdimensionalen Verpackungsmodellen und dem Kampagnen-Maskottchen „TRENN-BÄR“ soll das Thema Mülltrennung greifbar und verständlich vermittelt werden.

Darüber hinaus besuchen Expertinnen und Experten Schulen, Kindertagesstätten und Unternehmen mit speziell entwickelten Informations- und Unterrichtsmaterialien. Auch lokale Entsorgungsbetriebe beteiligen sich und ermöglichen Einblicke in moderne Sortier- und Recyclinganlagen.

Handel informiert direkt beim Einkauf

Unterstützt wird die Aktion von 13 großen Handelspartnern aus den Bereichen Lebensmittel, Drogerie, Baumarkt und Biohandel. In rund 13.700 Märkten informieren sie Kundinnen und Kunden direkt am Point of Sale über richtige Mülltrennung und Recycling.

Plakate, Social-Media-Kampagnen, Informationsmaterialien sowie Aktionen auf Parkplätzen sollen Aufmerksamkeit schaffen. Besonders auffällig: Überdimensionale XXL-Verpackungen präsentieren Produkte der jeweiligen Handelsmarken und machen auf die Kampagne aufmerksam.

Gemeinsam für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft

Die Initiatoren betonen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher eine Schlüsselrolle für die Kreislaufwirtschaft spielen. Je besser Verpackungen getrennt gesammelt werden, desto effizienter können sie recycelt und als Rohstoffe erneut genutzt werden.

Mit der Fortsetzung der erstmals 2024 gestarteten Aktion „Deutschland trennt.“ wollen Kommunen, Handel, Hersteller, Entsorgungswirtschaft und die dualen Systeme ihre Kräfte bündeln und möglichst viele Menschen für richtige Mülltrennung sensibilisieren.

Denn eines steht fest: Deutschland trennt bereits – aber gemeinsam kann das Recycling noch deutlich besser werden.

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