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Deutsche verbringen Freizeit lieber online als im echten Leben

Ein alter Computer soll aufregender sein, als das echte Leben? (Foto: Christian Klippel)

Internet vs. Freunde Freizeit Deutschland: Deutsche verbringen Zeit lieber online

Tisch buchen, Kochrezept googeln, Instagram durchscrollen: 98 Prozent der Deutschen surfen mindestens einmal pro Woche im Internet. Die Studie „Freizeit-Monitor 2025″ zeigt eine bemerkenswerte Entwicklung bei Internet vs. Freunde Freizeit Deutschland – was die Menschen tatsächlich in ihrer freien Zeit machen, unterscheidet sich stark von dem, was sie sich wünschen. Das zeigt der neue „Freizeit-Monitor 2025″ der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen.

„Das Internet ist allgegenwärtig in allen Lebensphasen und mittlerweile auf Platz eins angekommen“, erklärt Studienleiter Ulrich Reinhardt. Der 54-Jährige hat über 3.000 Menschen im Juni online befragt – und dabei eine verblüffende Diskrepanz entdeckt.

Vom Außenseiter zum Spitzenreiter

2010 gehörte das Internet nur bei 51 Prozent der Befragten zu den regelmäßigen Freizeitbeschäftigungen. Heute sind es fast alle. Die Zahlen haben sich schlichtweg verdoppelt. Dahinter folgen Fernsehen und Musik hören mit je 83 Prozent, dann Tablet- und Smartphone-Nutzung mit je 79 Prozent.

Erst an sechster Stelle kommt etwas Analoges: „seinen Gedanken nachgehen“. Das machen immerhin 73 Prozent mindestens einmal wöchentlich. Offline-Klassiker wie Zeit mit dem Partner verbringen oder einfach mal faulenzen schaffen es nur auf etwa zwei Drittel. Eine Konstante bleibt das Buch – rund ein Drittel liest noch regelmäßig.

Was die Leute bei Internet vs. Freunde Freizeit Deutschland wirklich wollen

Bei der Spaß-Rangliste dreht sich das Blatt komplett. Fast drei Viertel der Befragten verbringen am liebsten Zeit mit ihrem Partner. 70 Prozent nennen Erotik und Sex. Hoch im Kurs: spontane Aktivitäten und ausschlafen (je 68 Prozent).

„Also all das, was eben nicht bei den häufigsten Freizeitaktivitäten auftaucht“, sagt Reinhardt. Smartphone und Internet landen dagegen erst im Mittelfeld der Zufriedenheitsskala. Ein Phänomen unserer Zeit.

„Wir sind auch in der Freizeit mittlerweile Getriebene und geben uns oft eher mit dem zufrieden, was einfach und unkompliziert ist“, analysiert der Wissenschaftler. Dabei sei das oft gar nicht das, was die Menschen eigentlich wollten. Diese Erkenntnis prägt das Thema Internet vs. Freunde Freizeit Deutschland nachhaltig.

Sport erlebt sein Comeback

Die überraschendste Erkenntnis: Sport feiert eine Renaissance. 2010 gaben nur 31 Prozent regelmäßige Sportaktivitäten an, heute sind es 51 Prozent. „Vom Joggen und Fitnessstudio bis hin zum Spaziergang – das hat alles zugenommen“, freut sich Reinhardt.

Rund 2,8 Millionen Deutsche zwischen 16 und 74 Jahren waren 2024 übrigens noch nie im Netz. Bei den Offlinern gilt: Je älter, desto häufiger. Deutschland liegt mit vier Prozent knapp unter dem EU-Schnitt.

Balance als Schlüssel

Reinhardts Rat für mehr Zufriedenheit: „Eine gute Balance zwischen online und offline, zwischen Aktivität und Passivität.“ Das gelinge aktuell eher Frauen als Männern und eher Älteren als Jüngeren. Ein Lernprozess für die ganze Gesellschaft.

Von Christiane Bosch, dpa. Ki-optimiert für bessere Lesbarkeit

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