Der Fußweg zu anderen Haltestellen ist zu weit
Schweinfurt (red). Wie die „Initiative Zukunft“ mitteilt, sei die Kritik am neuen Stadtbussystem 2.0 „facettenreich und in so gut wie allen Fällen wohlbegründet“. Die aktuelle erfolgenden Nachbesserungen werden zwar begrüßt, seien aber nicht weitreichend genug, wie die Initative in einer von Ulrike Schneider verdendeten Pressemitteilung schreibt.
Besonders kritisiert wird die Regelung am Marktplatz, an dem nur noch die Hochfeld-Bus-Linie hält. Alle Bürger vom Deutschhof, Mainberg, Schonungen und Hausen sind abgehängt, es sei denn, sie sind gut zu Fuß und laufen zum Rusterberg oder zum Rossmarkt. Wie die Initiative Zukunft erfahren hat, reiße die Kritik an dieser Entscheidung nicht ab, sowohl von den älteren und gehbehinderten Mitbürgern als auch von am Marktplatz ansässigen Einzelhändlern.
Nahegelegene Bushaltestelle
Stadträtin Ulrike Schneider, die die geänderte Linienführung weg vom Markt von Anfang an nicht akzeptieren wollte, bedauert, dass ihr Veto im Aufsichtsrat und im Stadtrat bislang noch keine Mehrheit gefunden hat. Ihr geht es vor allem um eine belebte Innenstadt und Rücksichtnahme auf ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind. „Wie sollen alte und gehbehinderte Bürger noch bei den Marktbauern einkaufen, wenn sie ihr Gemüse anschließend nicht zu einer nahegelegenen Bushaltestelle tragen können – Rusterberg oder Rossmarkt sind einfach zu weit für viele!“, so Schneider. „Und was wird das für Folgen für die wenigen Marktfrauen haben und die Geschäfte am Marktplatz, wenn viele Kunden nun ausbleiben? Eigentlich wollten wir die Innenstadt ja beleben und nicht entleeren!“, so Schneiders kritisches Fazit.
Unterstützt wird sie von einer ganzen Reihe von Einzelhändlern, die mit der neuen Linienführung und den ausbleibenden Buskunden unzufrieden sind. So hat Dr. Bernhard Hofmann, Inhaber der Adler Apotheke, einen offenen Brief an den Oberbürgermeister geschrieben, weil dieser erst kürzlich anlässlich der Deutschhof-Begehung behauptet hatte, es sei von Seiten der Geschäftsinhaber gewünscht, weniger Busse rund um den Marktplatz fahren zu lassen. Sein Angebot bzw. seine Aufforderung an den OB: „Ich stelle Ihnen gerne das Ergebnis meiner Befragung zur Verfügung und gehe davon aus, dass Sie Ihre Meinung ändern und die Aussage öffentlich korrigieren.“
Der Fußweg zu anderen Haltestellen ist zu weit

