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DER BERG – Eine Ausstellung mit Bildern von Gerda Enk im Museum Otto Schäfer in Schweinfurt

Berg Pilatus, Bild: Künstlerin Gerda Enk

Berg Pilatus, Bild: Künstlerin Gerda Enk

Die Ausstellung findet im Rahmen der BBK-Aktion ZEITGLEICH-ZEITZEICHEN / BLIND DATE statt.
Die Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe ZEITGLEICH-ZEITZEICHEN des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) existiert seit 1997 und findet im Jahr 2019 zum 7. Mal statt. Das Ausstellungsprojekt bietet einen eindrucksvollen Überblick über das Kunstschaffen professioneller Künstler*innen in ganz Deutschland.

DER BErg

Die Künstlerin Gerda Enk stellt das komplexe System ‚Berg‘ ins Zentrum ihres aktuellen Schaffens, dessen Ergebnisse bezeichnender Weise ‚Stratigraphien sind, also Schichtungen. Sie überträgt den Begriff aus der Geologie auf ihre künstlerische Arbeit, in der sich ihre Künstlerbücher und Bilder, wie in der Urzeit die Berge, in verschiedenen Schichten entfalten. Die Basis sind Fotografien die in mannigfaltigen Arbeitsprozessen be- und überarbeitet werden.
Seit sie sich mit dem Thema Berg befasst, stellt sie fest, dass ein Berg ein nicht einzugrenzendes Phänomen ist. Ausgehend von der geologischen Formation entstehen ungezählte Pfade, Verknüpfungen und Denkwege, die sich wie Rhizome ausbreiten und deren Spuren in soziologische, historische, ästhetische, literarische Bereiche führen.
Ob Petrarcas Mont Ventoux, den er 1336 bestiegen und darüber einem Freund berichtet hat oder Cézannes und Handkes Sainte Victoire oder Celans „Gespräch im Gebirg“, ob Nietzsche, Büchner oder Stifter… der Berg ist ein Faszinosum das erregend anregend ist und weit über das normale ‚Berg-Sein‘ hinausweist. So offenbaren sich für Enk zum Beispiel Bezüge zwischen den Bergen der Provence und dem Dichter René Char, der während der Besetzung Frankreichs durch die Nazis in der Résistance gekämpft hat; so sieht sie einerseits die Schönheit der tibetischen, mit Gebetsfahnen geschmückten Pässe und berghohen Klöster, kann das ästhetische Erleben aber nicht trennen von den Grausamkeiten, die das tibetische Volk erlitten hat und immer noch erleidet. Selbst die paradiesischsten Momente bergen ihre Schatten.
Gerda Enk, in Würzburg geborene und in Winterhausen lebende Künstlerin studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg, Malerei an der Akademie in München und Kunstpädagogik an der Universität Würzburg. Sie baute im Museum im Kulturspeicher die Museumspädagogik auf, lehrte an der Universität, befreite sich inzwischen von allen pädagogischen Verpflichtungen und widmet sich nunmehr ausschließlich ihren Stratigraphien.
Arbeiten von Ihr befinden sich u.a. in der Graphischen Sammlung in München, im Museum im Kulturspeicher, in der Nationalbibliothek in Wien, im Museum am Dom in Würzburg.

Zur gleichen Zeit wie in Schweinfurt sind Arbeiten von Gerda Enk in der Würzburger Buchhandlung dreizehneinhalb zu sehen, u.a. ihre bildnerische Auseinandersetzung mit „Holzfällen“ einer Erregung von Thomas Bernhard.

Die Ausstellung findet vom 1. bis 29. September im Otto Schäfer Museum in Schweinfurt statt. Am Sonntag, 29. September, um 15 Uhr ist zusätzlich ein Künstlergespräch mit Gerda Enk angesetzt.

Berg Tibet, Foto: Künstlerin Gerda Enk

Berg Tibet, Foto: Künstlerin Gerda Enk

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