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Deponie-Erweiterung im Blick – Kreislaufwirtschaft immer wichtiger

Rundgang am Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) mit der dortigen Leitung sowie dem Vorstand der Bürgeraktion „Müll und Umwelt e.V.“. Im Hintergrund die neue Deponiefläche sowie das GKS-Müll-Zwischenlager. Von links nach rechts: Heiko Glöckler (Leiter des AWZ ), Prof. Dr. Peter Möhringer (Vorsitzender der Bürgeraktion), Georg Rüttiger und Thomas Geißler (Mitglied Vorstand der Bürgeraktion), Johannes Neupärtl (stellv. Vorsitzender der Bürgeraktion), sowie Stephan Orzol (stellv. Leiter des AWZ). Foto: Thorsten Mayer

Zu einem Rundgang über das Abfallwirtschaftszentrum Rothmühle (AWZ) und einer anschließenden Austauschrunde traf sich der Vorstand der Bürgeraktion „Müll und Umwelt e.V. Schweinfurt“ mit der Leitung des Zentrums. „Im Sinne der angrenzenden Anlieger behalten wir als Bürgeraktion die Deponie und die laufenden Baumaßnahmen genau im Blick. Wir informieren uns regelmäßig vor Ort und sprechen auch kritische Punkte offen an – zuletzt etwa Geruchsbelästigungen im Bereich Riedhof“, erklärte Professor Dr. Peter Möhringer, erster Vorsitzender der Bürgeraktion. Im Mittelpunkt des Treffens standen der Erweiterungsbau der Deponie sowie die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft im Landkreis.

Beim Rundgang erläuterte Stephan Orzol, stellvertretender Leiter des AWZ, die bereits sichtbaren Umgestaltungen und den Anschluss der neuen Deponiefläche an den bestehenden Deponiekörper. Ein zentrales Thema bildete die Erfassung und Behandlung von Oberflächen- und Sickerwasser. „Dass unsere Hinweise inzwischen in die Planung eingeflossen sind, begrüßen wir ausdrücklich“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Johannes Neupärtl. Orzol stellte die geplanten Speicher- und Sickerwassernotbecken, deren Abdichtung sowie die Leitungsführung vor. Der Landkreis setze dabei auf moderne und technisch hochwertige Verfahren. Nach zehn von insgesamt 36 Baumonaten rechnet der Landkreis ab Oktober 2026 mit einer ersten Teilfreigabe der neuen Deponie.

Thomas Geißler, Vorstandsmitglied der Bürgeraktion, erkundigte sich nach den aktuellen und künftigen Anliefermengen. Laut Heiko Glöckler arbeitet der Landkreis derzeit mit drei weiteren Kommunen im Bereich der Deponierung zusammen. Er rechnet künftig mit einer leichten Steigerung auf bis zu 30.000 Tonnen pro Jahr. Weitere Kooperationen schließt der Landkreis nicht aus, strebt jedoch ausschließlich regionale interkommunale Vereinbarungen an. Die Nutzungsdauer der erweiterten Deponie schätzt der Landkreis aktuell auf rund 75 Jahre.

Parallel optimiert das AWZ die Deponiegaserfassung der bestehenden Anlage. Durch neue Gasbrunnen, die Ertüchtigung von Leitungen und zusätzliche Aktiventgasungen steigert der Landkreis die Gasausbeute deutlich. Ab 2028 will das AWZ zudem Biogas aus den Vergärungsanlagen auf Erdgasqualität aufbereiten und in die am Standort verlaufende Ferngasleitung einspeisen.

Auch die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft stand im Fokus. „Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht oder wieder in Stoffkreisläufe zurückgeführt wird“, betonte Johannes Neupärtl. Heiko Glöckler verwies auf die wichtige Rolle der Wertstoffhöfe. Neben dem Standort an der Rothmühle plant der Landkreis weitere Annahmestellen in Üchtelhausen, Schonungen und Gerolzhofen. Kürzere Wege senkten die Hemmschwelle zur Abgabe von Wertstoffen. In den vergangenen zehn Jahren verdoppelten sich die angelieferten Recyclingmengen am Wertstoffhof Rothmühle. Zudem erweiterte der Landkreis das Angebot, etwa durch die Annahme von Frittier- und Speiseöl sowie die getrennte Erfassung von Fallobst.

Beim Thema Biomüll informierte Glöckler über die neue Biomüll-Sortieranlage am AWZ, mit der der Landkreis die gesetzlichen Reinheitsvorgaben einhält. Auf Nachfrage von Prof. Dr. Möhringer erklärte er, dass aktuell keine zusätzlichen Stichprobenkontrollen bei der Biotonnen-Abholung geplant seien. Der Landkreis halte sich diese Möglichkeit jedoch offen, um bei Bedarf erneut Kontrollen einzuführen.

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