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Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 der Schonunger Feuerwehr

Foto: Am späten Abend wurde das neue HLF-20 Einsatzfahrzeug durch die Feuerwehrführung Empfang genommen – die symbolische Schlüsselübergabe erfolgte an den Bürgermeister. Das Bild zeigt von links: 1. Kommandant Jan Bauer, Tobias Hofmann, Christian Link (beide Feuerwehr Schonungen), Bürgermeister Stefan Rottmann und 2. Kommandant Dennis Reulein (Foto Simon Scheuring)

Foto: Am späten Abend wurde das neue HLF-20 Einsatzfahrzeug durch die Feuerwehrführung Empfang genommen – die symbolische Schlüsselübergabe erfolgte an den Bürgermeister. Das Bild zeigt von links: 1. Kommandant Jan Bauer, Tobias Hofmann, Christian Link (beide Feuerwehr Schonungen), Bürgermeister Stefan Rottmann und 2. Kommandant Dennis Reulein (Foto Simon Scheuring)

Rund 460.000 Euro hat das so genannte Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug, kurz HLF 20 gekostet. Der Freistaat Bayern hat für die Fahrzeugbeschaffung einen Zuschuss in Höhe von 125.000 Euro zugesteuert. Eine große Investition nicht als Spielerei für die Feuerwehrleute, sondern in die Sicherheit der Bürger Schonungens und über die Ortsgrenzen hinaus. Insgesamt investiert Schonungen Großgemeindeweit für neue Feuerwehr- und Bürgerhäuser sowie neue Einsatzfahrzeuge fast 4 Millionen Euro, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann. Zug um Zug werden mithilfe von Zuschuss- und Fördertöpfen die Gerätehäuser saniert und der Fuhr- und Maschinenpark modernisiert – damit gewährleiste man den mehreren hundert Aktiven der Wehr bestmögliche Einsatzbedingungen und den Bürgern höchstmögliche Sicherheit, in einer Zeit, wo vor allem die Wetterextreme zunehmen, verspricht Bürgermeister Stefan Rottmann.

Doch zurück zum nagelneuen HLF-20: Gerade beim Aufbau wurde nicht auf Optik, sondern von Anfang an der Fokus auf die Funktion, Robustheit, Langlebigkeit sowie Flexibilität bei eventuellen Umbauten gesetzt. Durch den Verzicht auf verspielte Kunststoffelemente und modernen „Schnick Schnack“, sondern durch den Einsatz von eloxiertem Aluminium und rostfreiem Edelstahl die sich vor allem im Aufbau wiederfinden, konnte hier von der Firma Walser ein stimmiges Gesamtkonzept gefertigt werden. Gerade der Mannschaftsraum wirkt auf den ersten Blick eher wie in der “Holzklasse”. Die Sitze sind aber besonders stabil, Abnutzungsfest, leicht zu reinigen und wartungsfreundlich gebaut. Dies kommt vor allem der Mannschaft zugute da diese sich durch einen klar strukturierten Aufbau der Kabine bereits auf der Anfahrt ausrüsten und mit dem nötigen Equipment ausstatten kann.

Angetrieben wir das neue Flaggschiff durch einen 320 PS starken Motor mit Allison-Wandlerautomatik-Getriebe auf Scania Straßenfahrgestell mit Crew-Cab. Bei den zu bewältigen Höhenunterschieden ein absolutes Muss. Das 18 Tonnen Scania Fahrgestell, welches auf 16 Tonnen abgelastet wurde ist zu vergleichbaren Herstellern wie z.B. MAN ca. 2 Tonnen schwerer. Dadurch musste auf ein Allradfahrgestell verzichtet werden. Das HLF ist für alltägliche Primäreinsätze, welche zu >90 % über die Straße angefahren werden konzipiert. Darüber hinaus sind aufgrund des niedrigeren Schwerpunktes vorteilhaftere Fahreigenschaften zu erwarten. Nicht zuletzt ist aufgrund der niedrigeren Entladehöhen ein ergonomischeres Arbeiten möglich. Für Einsätze im Gelände – insbesondere in der waldreichen Schonunger Kommune – ist im Fahrzeugkonzept ein Fahrzeug mit Allradfahrgestell vorgesehen.

Das HLF verfügt über ein vom Fahrzeugmotor angetriebene, fest eingebaute Kreiselpumpe welche bis zu 3000 Liter Wasser in der Minute fördert. Der eingebaute Löschwasserbehälter hat eine Kapazität von 1.600 Liter. Ergänzt wird er durch 120 Liter Schaummittel in Kanistern. In Kombination mit dem neuen externen Zumischer kann Netzmittel für eine effizientere Brandbekämpfung gemischt werden.

Im Mannschaftsraum sind vier Pressluftatmer verlastet. So können sich schon während der Anfahrt zwei Trupps mit Atemschutz ausrüsten. Der Luftvorrat stammt aus Composite Flaschen (Aluminumkörper mit Kohle und Glasfaser überzogen). Diese sind ca. 60% leichter als die sonst schon mehrere Jahrzehnte lange im Einsatz befindlichen Stahlflaschen.

Auch die Zeiten von Sprungtüchern sind vorbei. Stattdessen ähnelt der Sprungretter einer Hüpfburg, der sich durch eine angeschlossene Druckluftflasche füllt. Normmäßig ist auch eine 3-teilige Schiebeleiter vorgesehen. Damit können Personen aus einer Höhe von bis zu 12 Metern (3.OG) gerettet werden.

Um den aus leitungsstarken einzelnen LEDs bestehenden Lichtmast zu betreiben reicht der Fahrzeugmotor aus. Somit muss bei Nacheinsätzen nicht immer das Aggregat laufen und der Lärm an der Einsatzstelle reduziert werden. Auch der elektrisch akkubetriebene Hochdrucklüfter reduziert die Lautstärke und sorgt für Frischluft in der verrauchten Wohnung. Für die technische Hilfeleistung sind neben der klassischen Schere und Spreizer das Paratech Rettungsstützsystem HLF KIT verlastet.

Zur weiteren Ausstattung gehören Rettungsplattform, Trennschleifer, Mehrgasmessgerät, zwei Wärmebildkameras, 2x 30 Meter Schlauchpaket, C-Schnellangriff in Buchten, Systemtrenner, diverse Feuerlöscher, Hygiene Board, Notfallrucksack mit AED, Schornsteinwerkzeug, Hochdruckhebekissen, Lardis Funksystem, Bullhorn, Einpersonenhaspel Schlauch, Einpersonenhaspel Verkehrsabsicherung und noch vieles mehr.

Jedoch anders als heute oftmals üblich wurde für das Vergabeverfahren kein externes Ingenieurbüro beauftragt. Das Beschaffungsprojekt wurde in freiwilliger und ehrenamtlicher Arbeit federführend durch unseren Feuerwehrkameraden Christian Link geleitet. Eine interne Arbeitsgruppe hat ihn dabei tatkräftig unterstützt. Die Vergabeunterlagen wurden zur Sicherheit nur am Ende durch ein externes Büro überprüft. Dadurch konnte die Gemeinde bei der Planung erhebliche Kosten einsparen.

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