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Das ehemalige Ernst-Sachs-Bad wurde vor zehn Jahren zur Kunsthalle

Vor zehn Jahren wurde die Kunsthalle eröffnet. Auf dieses Ereignis blickten zurück (v. li.): Dr. Julia Weimer, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Kunsthallen-Leiterin Andrea Brandl und Kunstvereins-Vorsitzender Ralf Hofmann.

Vor zehn Jahren wurde die Kunsthalle eröffnet. Auf dieses Ereignis blickten zurück (v. li.): Dr. Julia Weimer, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Kunsthallen-Leiterin Andrea Brandl und Kunstvereins-Vorsitzender Ralf Hofmann. Foto: Wiener

2019 wird die Kunsthalle Schweinfurt im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad zehn Jahre alt. Sie wurde am 28. Mai 2009 von der damaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm eröffnet.

Anlässlich diesen Jubiläums betonte Oberbürgermeister Sebastian Remelè vor Pressevertretern, dassdie Schweinfurter Kunsthalle bundesweit „in der Bundesliga“ spiele.Kunstkenner vergleichen die Kunsthalle gerne mit den großen Häusern der Republik.

„Schweinfurt schwimmt in Kunst“ ist deshalb auch der zum runden Geburtstag erschienene Katalog überschrieben. Ein Ausspruch, den die Süddeutsche Zeitung einst für eine Berichterstattung über die Kunsthalle erfunden hatte. Und der Katalog ist ganz im bananengelb gehalten in Anlehnung an den  Kölner Künstler Thomas Baumgärtel, der im Rahmen der Geburtstagsfeierlichkeiten seine berühmte Banane auf eine kleine Holztöfelchen sprayt.

Mit ihrer hochkarätig besetzten Sammlung zur Kunst nach 1945 in Deutschland hat sie mittlerweile einen festen Platz in der deutschen Museumslandschaft eingenommen. Dazu trugen auch Großprojekte wie die Bayerische Landesausstellung „Main und Meer“ (2013) und die Ausstellungen „Die Sammlung Gunter Sachs“ (2013/14) und „Gunter Sachs – Kamerakunst“ (2019) bei, mit denen sich die Kunsthalle deutschlandweit erfolgreich positionieren konnte. Darüber hinaus ist die Triennale für zeitgenössisches Kunstschaffen aus Franken ein fester Bestandteil des nordbayerischen Kulturkalenders geworden.

75 Ausstellungen wurden in den vergangenen zehn Jahren konzeptioniert. 570.000 Besucher konnten in dieser Zeit dazu begrüßt werden. Allein fast 100.000 Besucher haben die beiden großen Gunter-Sachs-Ausstellungen angezogen, die eine mit Kunstgegenständen aus dem Fundus des Schweinfurter Industriellen-Sohnes, die andere mit den Fotografien des inzwischen verstorbenen „Playboys“. Dessen Sohn Rolf Sachs ist immer wieder gerne nach Schweinfurt gekommen, hat er sich doch auf den Spuren seiner Vorfahren „immer wohl gefühlt“. Insgesamt konnten 309 Künstler Einblicke in ihre Arbeiten gewähren.

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Kunsthalle Schweinfurt wurde die Dauerausstellung grundlegend überarbeitet. Die hochkarätige Sammlung zur „Kunst nach 1945 in Deutschland“ wird fortan im Erd- und Untergeschoss präsentiert. Insgesamt sind rund 200 Werke zu sehen, darunter auch die Erwerbungen, Schenkungen und Leihgaben der letzten zehn Jahre im Bereich Malerei, Skulptur, Videokunst, Fotografie oder Mixed Media.

Im Erdgeschoss werden die kunsthistorischen Highlights der Sammlung im Bereich Informel und Neofiguration gezeigt mit Werken der Künstlergruppen Quadriga, ZEN 49, junger westen sowie SPUR, WIR, GEFLECHT und Kollektiv Herzogstraße.

Das Untergeschoss mit seinen hellen, hohen Räumen bietet Platz für die großformatigen Werke, die hier besonders gut zur Geltung kommen. Im ersten Raum geht es zukünftig politisch zu. Werke aus den 1950er Jahren bis heute konfrontieren den Besucher unter dem Titel „Individuum und Gesellschaft“ mit gesellschaftspolitischen Fragen. Abgerundet wird der neue Rundgang mit Arbeiten, die sich einem seit der Antike bekannten Thema widmet: die Landschaft- und Architekturdarstellung.

Wechselausstellungen finden zukünftig in der großen Halle statt, die mit ihrer Raumhöhe von neun Metern bei Künstlern und Besuchern beliebt ist.

Am Sonntag eröffnet der Kunstverein Schweinfurt in Zusammenarbeit mit sechs fränkischen Kunstvereinen und der Yunnan Arts University in Kunming/China die Ausstellung „Amplitude der Differenz. Kunstaustausch China – Franken“. Ab 19. Juli werden dann in der großen Halle Werke von Werner Pokorny zu sehen sein. Ab 26. Juli gehört der Innenhof den Skulpturen von Otmar Hörl. „Jeder gegen Jeden“ ist seine Installation überschrieben.

Katalog

Zum Jubiläum erscheint ein Katalog: „Schweinfurt schwimmt in Kunst!“ 10 Jahre Kunsthalle Schweinfurt, hg. von Andrea Brandl (Schriften der Kunsthalle Schweinfurt, 235)

Preis: 20 Euro

Bildung und Vermittlung

Gemeinsam das Original entdecken, gemeinsam Kunst erleben

Neue Blicke auf die Sammlung

Öffentliche Führung immer sonntags um 14:30 Uhr

Dauer: 60 Minuten

Kosten: 2,50 Euro pro Person zzgl. Eintritt

Die junge Kunsthalle

Jeden ersten Sonntag im Monat um 14:30 Uhr, zeitgleich zur öffentlichen Führung für Erwachsene, können Kinder zwischen ab 6 Jahren in unserem Atelier selbst kreativ werden.

Dauer: 60 Minuten

Kosten: 1,50 Euro pro Kind, Eintritt frei

Nächste Termine: 1. September, 6. Oktober, 3. November, 1. Dezember.

Weitere Angebote sind buchbar unter info@kunsthalle-schweinfurt.de oder telefonisch unter 09721 51-4744.

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