Bewegungsmangel bekämpfen: Warum Treppensteigen so effektiv ist

Bewegungsmangel im Büroalltag ist hierzulande längst kein Randproblem mehr – er ist zum echten Gesundheitskiller geworden. Was viele aber nicht wissen: Man muss nicht gleich ins Fitnessstudio rennen oder Marathon laufen. Manchmal reicht schon der Gang über die Treppe statt mit dem Fahrstuhl. Klingt banal? Ist es eigentlich auch, aber eben deshalb so wirksam.

Gerade im modernen Arbeitsalltag sitzen wir uns buchstäblich krank. Acht Stunden am Schreibtisch, zwischendurch mal kurz zur Kaffeemaschine – das war’s dann oft schon mit der körperlichen Aktivität. Dabei zeigen Studien immer wieder: Schon kleine Änderungen können ziemlich große Wirkung haben. Das Homeoffice hat das Problem übrigens noch verschärft. Früher musste man wenigstens zur Arbeit laufen, heute geht’s direkt vom Bett an den heimischen Schreibtisch. Die Folgen von Bewegungsmangel im Büroalltag sind dabei weitreichender, als viele Menschen vermuten – von Rückenschmerzen über Herz-Kreislauf-Probleme bis hin zu psychischen Belastungen.

Ehrlich gesagt wundert es nicht, dass Wissenschaftler inzwischen Alarm schlagen. Regelmäßige Bewegungspausen – und seien sie noch so kurz – können nicht nur körperliche Beschwerden lindern, sondern auch den Kopf wieder frei bekommen. Das merkt jeder, der schon mal nach stundenlangem Grübeln einfach mal um den Block gelaufen ist. Die Konzentrationsfähigkeit steigt nachweislich, wenn wir dem Körper zwischendurch die Chance geben, sich zu bewegen und neue Energie zu tanken.

Warum ausgerechnet Treppensteigen gegen Bewegungsmangel im Büroalltag hilft

Treppen sind halt überall. In jedem Bürogebäude, in jedem Kaufhaus, praktisch überall wo es auch Fahrstühle gibt. Und das Beste daran: Man trainiert dabei nicht nur ein paar Muskeln, sondern gleich mehrere auf einmal. **Die Oberschenkel müssen arbeiten, die Waden auch, und der Po bekommt ebenfalls sein Fett weg** – so sieht’s die AOK jedenfalls in ihren Gesundheitstipps.

Was aber noch interessanter ist: Je nachdem, wie schnell man die Stufen nimmt, trainiert man völlig unterschiedlich. *Wer gemütlich, dafür aber länger steigt, kurbelt den Stoffwechsel an und trainiert die Grundlagenausdauer*, erklärt Migros iMpuls. Wer’s eilig hat und zwei Stufen auf einmal nimmt, macht quasi Intervalltraining. Diese Flexibilität macht Treppensteigen zu einer der effektivsten Methoden, um Bewegungsmangel im Büroalltag zu bekämpfen, ohne zusätzliche Zeit oder Ausrüstung zu benötigen.

Das merkt man übrigens ziemlich schnell – schon nach ein paar Wochen regelmäßigen Treppensteigens wird’s deutlich leichter. Die Muskeln werden stärker, die Gelenke stabiler. Und was viele überrascht: Auch die Psyche profitiert. Bewegung im Alltag kann tatsächlich die Stimmung heben. Kein Wunder eigentlich – Bewegung setzt Endorphine frei, die körpereigenen Glückshormone. Besonders nach langen Sitzphasen wirkt sich diese kurze, aber intensive Aktivität positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus.

Kleine Tricks für mehr Bewegung im Job

Man muss das Rad nicht neu erfinden. Oft reichen schon ein paar simple Kniffe, um mehr Bewegung in den Arbeitsalltag zu bekommen. **Schon der Weg zur Arbeit bietet jede Menge Möglichkeiten**: Das Auto einfach mal ein paar Straßen weiter weg parken, eine Station früher aus der Bahn aussteigen oder gleich mit dem Rad fahren. Diese kleinen Änderungen summieren sich über den Tag und können bereits einen spürbaren Unterschied machen.

Am Arbeitsplatz selbst wird’s dann richtig interessant. *Telefonate kann man wunderbar im Stehen führen, kleine Pausen lassen sich für ein paar Schritte nutzen, und zwischendurch mal aufstehen schadet sowieso nie*. Wer einen höhenverstellbaren Schreibtisch hat – perfekt. Aber auch ohne solche Luxusausstattung geht einiges. Einfache Übungen wie Schulterkreisen, Nackendehnungen oder das bewusste Anspannen und Entspannen verschiedener Muskelgruppen können direkt am Arbeitsplatz durchgeführt werden.

Walking-Meetings sind übrigens ein echter Geheimtipp. Anstatt im Konferenzraum zu hocken, einfach mal beim Spaziergang besprechen, was ansteht. Das lockert die Atmosphäre, regt die Kreativität an und hält den Körper in Bewegung. Allerdings sollte man dabei aufpassen, dass wichtige Punkte nicht vergessen werden – beim Gehen denkt das Gehirn manchmal etwas anders. Ein kleines Notizbuch oder die Sprachaufnahme-Funktion des Smartphones können hier hilfreich sein.

Was die Wissenschaft über bürobedingte Inaktivität sagt

Die Datenlage ist eigentlich ziemlich eindeutig. **Zehn Minuten Bewegung reichen schon aus, um Aufmerksamkeit und Arbeitsqualität zu verbessern**. Das haben verschiedene Studien inzwischen belegt. Eine Untersuchung fand sogar heraus, dass sich die Müdigkeit nach dem Mittagessen um 13 Prozent reduziert, wenn man regelmäßig aktive Pausen macht. Schmerzen gingen um satte 37 Prozent zurück.

*Aktive Pausen wirken sich auf Körper, Geist und sogar das soziale Miteinander positiv aus*, heißt es in entsprechenden Forschungsberichten. Die Durchblutung wird angekurbelt, die Muskeln bleiben flexibel. Und wer nach einer kurzen Bewegungspause an den Schreibtisch zurückkehrt, kann sich meist besser konzentrieren. Besonders interessant ist dabei, dass bereits moderate Aktivitäten wie langsames Gehen oder einfache Dehnübungen messbare Verbesserungen bewirken können.

Das liegt vermutlich daran, dass Bewegung Stress abbaut und das Energielevel anhebt. Wobei man fairerweise sagen muss: Die meisten Studien arbeiten mit relativ kleinen Gruppen. Trotzdem zeigen sie alle in dieselbe Richtung – mehr Bewegung schadet definitiv nicht, hilft aber in den allermeisten Fällen. Neurologische Untersuchungen belegen zudem, dass körperliche Aktivität die Bildung neuer Nervenzellen fördert und die Gedächtnisleistung verbessert.

Das Problem mit der Umsetzung

Hier wird’s allerdings knifflig. Fast jeder weiß inzwischen, dass Bewegungsmangel schädlich ist. **95 Prozent der Befragten einer Ergotopia-Studie wussten, dass zu wenig Bewegung Rückenschmerzen verursacht – trotzdem legten nur wenige regelmäßig Bewegungspausen ein**. Das ist schon frustrierend und zeigt die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln deutlich auf.

Das Homeoffice hat die Sache nicht gerade einfacher gemacht. Das Karlsruher Institut für Technologie hat festgestellt, dass sich Menschen im Homeoffice noch weniger bewegen als im normalen Büro. Kein Wunder – der Weg zur Kaffeemaschine fällt weg, Meetings finden per Video statt, und zur Mittagspause geht’s höchstens mal in die eigene Küche. Die Grenzen zwischen Arbeits- und Wohnraum verschwimmen, was dazu führt, dass viele Menschen den ganzen Tag praktisch am selben Platz verbringen.

Unternehmen könnten hier durchaus mehr tun. Bewegungsfreundliche Arbeitsplätze, regelmäßige Erinnerungen an Pausen oder einfach die Sensibilisierung der Mitarbeiter für das Thema – das alles würde helfen. Die Weltgesundheitsorganisation betont immer wieder: Schon moderate Bewegung bringt gesundheitliche Vorteile. Man muss also nicht gleich zum Leistungssportler werden. Bereits 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche können das Risiko für verschiedene Krankheiten erheblich reduzieren.

Wie’s weitergehen könnte

Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass Bewegung am Arbeitsplatz kein nice-to-have ist, sondern ein must-have. *Sport und Bewegung während der Arbeitszeit haben nachweislich positive Effekte auf Gesundheit und Produktivität der Beschäftigten*. Das zeigen aktuelle Untersuchungen ziemlich deutlich. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Investitionen in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter sich langfristig auszahlen – durch weniger Krankheitstage, höhere Motivation und bessere Arbeitsleistung.

Unternehmen, die das ernst nehmen, werden vermutlich einen Vorteil haben – gesündere, motiviertere Mitarbeiter sind nunmal produktiver. Und manchmal fängt es eben mit so etwas Simplem an wie der Entscheidung, die Treppe zu nehmen statt den Fahrstuhl zu rufen. Mit der richtigen Einstellung kann praktisch jeder Arbeitsplatz bewegungsfreundlicher werden. Es braucht halt nur den ersten Schritt – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zukunft der Arbeit wird zwangsläufig beweglicher werden müssen, wenn wir die negativen Auswirkungen des modernen Arbeitslebens auf unsere Gesundheit begrenzen wollen.

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