Der regionale Arbeitsmarkt in Main-Rhön stand 2025 deutlich unter Druck. Wirtschaftliche Rezession und struktureller Wandel führten zu steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Beschäftigung. Trotz dieser Entwicklung liegt die Region weiterhin unter dem bayerischen und bundesweiten Durchschnitt.
Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, betont:
„Die Arbeitslosigkeit ist 2025 gestiegen, dennoch zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt robust. Auch 2026 wollen wir gezielt investieren, um diesen Trend zu stabilisieren.“
Die wichtigsten Zahlen 2025
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Arbeitslosenquote: 3,8 % (Vorjahr: 3,5 %)
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Arbeitslose: 9.330 Personen (+449)
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Stellenbestand: 4.892 (–11,8 % gegenüber Vorjahr)
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Beschäftigte: 177.304 (–1.579)
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Arbeitslosengeld I: 117,7 Mio. Euro
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Bürgergeld: 51,0 Mio. Euro
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Kurzarbeitergeld: 5,9 Mio. Euro (nahezu verdoppelt)
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Insolvenzgeld: 6,2 Mio. Euro (deutlich gesunken)
Arbeitslosigkeit mit hoher Dynamik
Trotz der angespannten Lage blieb der Arbeitsmarkt beweglich:
29.434 Menschen meldeten sich arbeitslos, 28.869 beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Rund 9.300 Personen fanden direkt eine neue Stelle.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf vor allem die Arbeitslosenversicherung (SGB III). Die Zahl stieg hier auf 5.053 Personen. Im Bereich des Bürgergeldes (SGB II) blieb die Zahl mit 4.277 nahezu stabil.
Sinkende Nachfrage nach Arbeitskräften
Die Arbeitgeber meldeten deutlich weniger offene Stellen. Besonders groß ist das Missverhältnis bei Helfertätigkeiten: Viele Bewerber treffen auf wenige Stellen. Auch bei Fachkräften bestehen Passungsprobleme, da häufig zusätzliche Qualifikationen fehlen.
Beschäftigung im Wandel
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Dort gingen 2.561 Arbeitsplätze verloren, insbesondere im Maschinenbau.
Zuwächse verzeichneten dagegen unter anderem:
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Erziehung und Unterricht
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Öffentliche Verwaltung
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Immobilien, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen
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Information und Kommunikation
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Verkehr und Lagerei
Weitere Trends:
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Männer stärker betroffen als Frauen
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Rückgang bei unter 25-Jährigen und über 50-Jährigen
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Zunahme der Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern
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Weniger Vollzeit, mehr Teilzeit
Kurzarbeit stabilisiert – mit Verzögerung sichtbar
Kurzarbeit bleibt ein zentrales Instrument zur Stabilisierung. Die tatsächliche Entwicklung der zweiten Jahreshälfte 2025 zeigt sich erst zeitverzögert, ein weiterer Anstieg gilt jedoch als wahrscheinlich.
Ausblick 2026
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Arbeitslosigkeit steigt leicht weiter
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Beschäftigung sinkt insgesamt, besonders in der Industrie
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Wachstum in sozialen und dienstleistungsnahen Branchen
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Mehr Teilzeit, weniger Vollzeit
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Demografischer Wandel verschärft den Fachkräftebedarf
Qualifizierungsoffensive ab 2026
Die Agentur für Arbeit plant für 2026 zusätzliche Mittel für Qualifizierung.
Richard Paul erklärt:
„Wir investieren gezielt in Weiterbildung, um Menschen und Unternehmen durch die Transformation zu begleiten. Beratung sollte frühzeitig genutzt werden.“


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