Das Apothekensterben in Deutschland hält weiter an. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit nur noch 16.601 Apotheken. Das sind 440 Apotheken beziehungsweise 2,6 Prozent weniger als Ende 2024 mit 17.041 Betrieben. Den 502 Apothekenschließungen im Jahr 2025 standen lediglich 62 Neueröffnungen gegenüber. Das geht aus Zahlen der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf Basis von Meldungen der Landesapothekerkammern hervor. Damit ist der niedrigste Apothekenstand seit fast 50 Jahren erreicht: 1977 existierten in Ost- und Westdeutschland zusammen 16.374 Apotheken.
Seit der Umstellung der Arzneimittelpreisverordnung auf das heute geltende fixe Packungshonorar vor 22 Jahren gab es nur eine einzige Anpassung. Im Jahr 2013 wurde die Vergütung um lediglich 3,1 Prozent erhöht. Die Folgen sind gravierend: Seit 2013 musste jede fünfte Apotheke schließen, ein Rückgang von 19,7 Prozent. Damals gab es noch 20.662 Apotheken in Deutschland, also 4.061 mehr als heute.
„Die Zahl der Apotheken sinkt immer weiter. Das heißt, dass immer mehr Menschen immer weitere Wege bis zur nächsten Apotheke zurücklegen müssen“, sagt ABDA-Präsident Thomas Preis. Besonders für ältere oder immobile Patientinnen und Patienten sei dies problematisch, etwa bei extremen Wetterlagen. Zwar spielten Botendienste eine wichtige Rolle, sie könnten jedoch den persönlichen Apothekenbesuch nur teilweise ersetzen. Jede weitere Schließung schwäche die Resilienz der Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung, die zur grundlegenden Daseinsvorsorge gehöre.
Als Hauptursache nennt Preis die wirtschaftliche Belastung der Apotheken. Seit der letzten Honoraranpassung im Jahr 2013 seien die Kosten um rund 65 Prozent gestiegen, während die Vergütung stagnierte. Für viele Betriebe sei ein wirtschaftlicher Betrieb daher nicht mehr möglich. Zwar sieht der Koalitionsvertrag von Union und SPD aus dem Mai 2025 eine Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro vor, doch diese sei bislang nicht Teil der laufenden Apothekenreform. Dies sei angesichts der anhaltenden Schließungen „vollkommen unverständlich“, so Preis.

